Westberliner stehen auf Leitern und Stühlen und versuchen, über die die Sperrmauer an der Bernauerstraße hinweg Kontakt zu Verwandten und Freunden auf der Ostberliner Seite aufzunehmen, aufgenommen am 30. Okotber 1961. © picture-alliance/ dpa | dpa

60 Jahre Mauerbau: Packende Historie in der ARD-Mediathek

Stand: 05.08.2021 09:10 Uhr

Mit dem Bau der Mauer in Berlin am 13. August 1961 besiegelt die DDR die deutsche Teilung. 28 Jahre lang trennt die Mauer Stadt und Land in zwei Hälften. Das Erste widmet dem 60. Jahrestag am 7. August einen Themenabend.

Als bewaffnete Truppen am führen Morgen des 13. August 1961 damit beginnen, die Grenze zwischen West- und Ost-Berlin mit Stacheldraht abzuriegeln, ist das nicht nur ein Akt von historisch einzigartiger politischer Dimension. Die Mauer, die in der Folge aus Beton hochgezogen wird, zerreißt auch das Leben von Familien und schreibt unzählige Schicksalsgeschichten.

"3 1/2 Stunden": Aussteigen oder weiterfahren?

Luisa-Céline Gaffron als Edith Salzmann im ARD Degeto-Film "3 1/2 Stunden". © ARD Degeto/REAL FILM/AMALIA Film/Bernd Schuller
"3 1/2 Stunden": Im Interzonenzug verbreitet sich die Nachricht vom Mauerbau wie ein Lauffeuer. Lokführerin Edith Salzmann (Luisa-Céline Gaffron) erwägt, aus der DDR zu fliehen.

Der Fernsehfilm "3 1/2 Stunden" schildert die Dramatik des 13. August aus ungewöhnlicher Perspektive: Der Interzonenzug D-151 mit DDR-Bürgern als Reisegästen macht sich von München auf den Weg nach Ost-Berlin. Unterwegs spricht sich die Nachricht von einem Mauerbau wie ein Lauffeuer herum. Die überzeugte Kommunistin Marlis, Tochter eines hohen NVA-Offiziers, erkennt sofort, welche Auswirkungen dadurch auf ihre Ehe und die beiden Kinder drohen. Ihr Ehemann Gerd, ein regimekritischer Ingenieur, drängt auf das Bleiben in der BRD. Mit jedem Halt rückt die Entscheidung näher, ob die Familie zerbricht - oder zu welchem Preis sie zusammenbleiben kann.

Aber auch die Band um Sängerin Carla, die von einem finanziell ernüchternden Gastspiel in den Osten zurückfährt, steht vor einer Zerreißprobe. Unterdessen bereitet sich auf der Ostseite die junge Lokführerin Edith Salzmann darauf vor, wie gewohnt den Zug am letzten bundesrepublikanischen Halt zu übernehmen - und es keimen Gedanken an eine Flucht in die Freiheit in ihr auf. Sie alle stehen vor der Frage: Weiterleben im Osten - oder den Schritt in ein West-Leben wagen?

Das Erste zeigt am Themenabend den ARD Degeto-Film von Regisseur Ed Herzog nach einem Drehbuch von Beate Fraunholz und Robert Krause am Sonnabend, 7. August, um 20.15 Uhr - in der ARD-Mediathek ist er bereits jetzt zu sehen (verfügbar bis 6. September 2021).

"Wir Kinder der Mauer": Wie eine Grenze das Leben prägt

Ein Paar geht vor der Berliner Mauer entlang. © mdr/rbb/Sebastian Wagner
Die Mauer wurde gebaut, als sie Kinder waren - und hat ihr Leben geprägt wie kaum etwas sonst. In "Wir Kinder der Mauer" erzählen Menschen aus ganz Deutschland von ihren Erlebnissen.

In der ganzen Bundesrepublik leben heute Menschen verstreut, die unmittelbar vom Mauerbau und der Teilung geprägt wurden und deren Leben ohne diesen Einschnitt anders verlaufen wäre - und das nicht nur in Berlin. Menschen, die beim Mauerbau Kinder oder Jugendliche waren. Die Dokumentation "Wir Kinder der Mauer" von Kristin Siebert und Christian von Brockhausen erzählt die Geschichte von Heranwachsenden zwischen 1961 und 1989.

Das Leben von Pierre Boom etwa wurde auf den Kopf gestellt, als seine Eltern Christel und Günter Guillaume als DDR-Spione enttarnt wurden. Und Peter Drauschke aus Hamburg siedelte als 18-Jähriger in die DDR über - überzeugt vom sozialistischen Gedanken. Doch die Realität holte ihn ein - sein Fluchtversuch endete im Stasi-Gefängnis.

Weitere Informationen
Günter Guillaume mit seinem etwa drei Jahre alten Sohn Pierre auf dem Arm vor einem Weihnachtsbaum. © Pierre Boom, private Aufnahme

Kindheit mit den DDR-Spionen: "War alles Lüge und Verrat?"

Als Pierre 17 ist, wird sein Vater Günter Guillaume als DDR-Spion verhaftet. In der DDR wartet er Jahre auf Erklärungen. mehr

Peter Drauschke als Jugendlicher vor der Kulisse des Hamburfger Hafens. © Peter Drauschke, privat

Freiwillig in die DDR: "Wir sind einer Lüge aufgesessen"

Aus Überzeugung geht Peter Drauschke 1963 von Hamburg in die DDR. Vom Regime enttäuscht, versucht er zu fliehen. Und scheitert. mehr

Die Teilung, das macht die Dokumentation deutlich, ist ein gesamtdeutsches Thema, nicht nur für die Anrainer der innerdeutschen Grenze. Die Menschen erzählen ihre außergewöhnliche Geschichte - teilweise zum ersten Mal - und nehmen das Publikum mit auf eine intensive Reise in die Vergangenheit, die in der Gegenwart nicht zu Ende ist. 

Im Ersten läuft die ARD-Dokumentation am Sonnabend, 7. August, um 21.50 Uhr - in der ARD-Mediathek ist sie bereits jetzt zu sehen (verfügbar bis 7. August 2022).

Weitere Informationen
Der 19-jährige Conrad Schumann flüchtet am 15. August 1961 mit einem Sprung über eine Stacheldrahtabsperrung vom sowjetischen Sektor in den Westteil Berlins. © picture-alliance / dpa Foto: UPI

Der Mauerbau: Grenzsoldaten als Teil und Opfer des Systems

Der Mauerbau zementiert 1961 die deutsche Teilung. Grenzsoldaten sind dafür zuständig, dass sie hält - und sind doch selbst auch deren Opfer. mehr

Von bewaffneten Volkspolizisten bewachte Bauarbeiter errichten die Mauer zwischen Potsdamer Platz und Lindenstraße. © picture-alliance / AKG Foto: AKG Berlin

Ein Volk wird eingesperrt: Der Mauerbau vor 60 Jahren

13. August 1961: Das DDR-Regime beginnt mit dem Bau der Berliner Mauer. 28 Jahre teilt sie die Stadt in zwei Teile. Ein Dossier. mehr

Ein Wachturm steht an der ehemaligen Grenzübergangsstelle Marienborn. © picture alliance Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

60 Jahre Mauerbau: Marienborn thematisiert deutsche Teilung

In der Gedenkstätte geht es um die innerdeutsche Grenze und ihre Folgen. Die Veranstaltungen sind bis Oktober geplant. mehr

Eine Intershop-Filiale in Ostberlin im Luxushotel Metropol, aufgenommen am 10.11.1977. © dpa/picture alliance Foto: Günter Bratke

Die Geschichte der DDR

Wie kam es zur Gründung der DDR? Wie sah der Alltag im Arbeiter- und Bauernstaat aus? Und was führte schließlich zum Mauerfall und zur Wiedervereinigung? mehr

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | 07.08.2021 | 20:15 Uhr

Mehr Geschichte

Ein Luftbild des verunglückten Transrapids im Emsland im September 2006. © picture-alliance/ dpa | Polizei-Handout Foto: Polizei-Handout

Transrapid-Unglück: Bei Testfahrt sterben 23 Menschen

Am 22. September 2006 prallt der Zug auf der Versuchsstrecke im Emsland mit Tempo 170 auf einen Wartungswagen. mehr

Norddeutsche Geschichte