60er-Jahre: Sturmflut, Proteste, Vertreibung

Zu Beginn des Jahrzehnts blickt Deutschland geschockt nach Berlin: In der Metropole lässt die DDR-Regierung am 13. August 1961 eine Mauer errichten. Wenig später werden Tausende als "politisch unzuverlässig" eingestufte DDR-Bürger aus dem Grenzgebiet ins Landesinnere umgesiedelt. Im Jahr darauf kämpft Hamburg gegen die schwerste Sturmflut in der Stadtgeschichte. Die Studentenbewegung prägt die zweite Hälfte der 60er-Jahre.

Politik und Gesellschaft

Drei Tage unterwegs: Die ersten Ostermärsche

Der erste deutsche Ostermarsch führt 1960 von norddeutschen Städten in die Lüneburger Heide. Im Kalten Krieg wächst der Protest der Pazifisten zur Massenbewegung heran. mehr

Ein Volk wird eingesperrt: Der Mauerbau

13. August 1961: Das DDR-Regime beginnt mit dem Bau der Berliner Mauer. 28 Jahre, zwei Monate und 27 Tage teilt sie die Stadt in zwei Teile. Ein Blick zurück. mehr

Willy Brandt: Berlins Krisen-Manager

Von 1957 bis 1966 ist Brandt Regierender Bürgermeister von Berlin. Chruschtschow-Ultimatum, Mauerbau, Kennedy-Besuch - Krisen und glanzvolle Momente prägen diese Zeit. mehr

Aktion Kornblume: Zwangsumsiedlungen in der DDR

Eine Feldblume dient als Namenspatron für eine Aktion, bei der am 3. Oktober 1961 Tausende DDR-Bürger aus dem Grenzgebiet ins Landesinnere vertrieben wurden. mehr

"Spiegel"-Affäre: Angriff auf die Pressefreiheit

Die Titelgeschichte "Bedingt abwehrbereit" des "Spiegel" führt am 26. Oktober 1962 zu Verhaftungen von Redakteuren. Dieser Angriff auf die Pressefreiheit löst Empörung aus. mehr

Was für ein Tag: Queen-Besuch in Hamburg 1965

Hamburg steht Kopf, als Königin Elizabeth II. vor 50 Jahren die Hansestadt besucht. Doch Bürgermeister Nevermann wird der umjubelte Staatsbesuch politisch zum Verhängnis. mehr

Gewalt statt Glamour: Als der Schah Hamburg besuchte

Als Reza Pahlavi am 3. Juni 1967 nach Hamburg kommt, demonstrieren Tausende friedlich gegen den Autokraten. Das brutale Vorgehen der Polizei erschüttert das Vertrauen in die Demokratie. mehr

Der Muff unter den Talaren

1967 entrollen zwei Jurastudenten bei einer Feierstunde der Uni Hamburg einen Spruch, der zur Kampfparole der Studentenbewegung wird: "Unter den Talaren Muff von 1.000 Jahren". mehr

Gisela Werler: Eiskalte Diebin oder "Banklady"?

19 Banken überfällt Gisela Werler in den 60er-Jahren im Norden, die Presse nennt sie dennoch die "Banklady". Eine Geschichte über Raub, Liebe und das damalige Frauenbild. mehr

1968: Hamburger Gericht verurteilt SS-Täter

Für grauenhafte Verbrechen an der Ostfront werden am 9. Februar 1968 drei SS-Männer in Hamburg zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch keiner der Täter sitzt seine Strafe voll ab. mehr

Sex und Politik: Die "St. Pauli Nachrichten"

Freie Liebe und Sex vor der Ehe - in den 60ern wird das Schlafzimmer politisch. In Hamburg kämpfen die "St. Pauli Nachrichten" für frischen Wind im Bett und für politischen Wandel. mehr

Der Rote Punkt der Solidarität

Aus Protest gegen eine Fahrpreiserhöhung boykottierten 1969 in Hannover Tausende Busse und Bahnen. Die Alternative: Fahrgemeinschaften - gekennzeichnet mit dem roten Punkt. mehr

Verkehr und Technik

Fehmarnsundbrücke: Herzstück der Vogelfluglinie

1960 war Baustart für die Fehmarnsundbrücke, die die Insel mit dem Festland verbindet. Sie gilt als "Brücke des Friedens" nach Skandinavien und schuf die Grundlage für die Vogelfluglinie. mehr

Zu Beginn ein großes Loch: Hannovers U-Bahn

1965 fällt der Stadtrat von Hannover eine historische Entscheidung: Die Landeshauptstadt soll eine U-Bahn bekommen. Von nun an prägen fast 30 Jahre lang Großbaustellen das Zentrum. mehr

HVV - Pionier des öffentlichen Nahverkehrs

Ein Tarif, ein Ticket, ein Fahrplan - mit diesen Zielen entstand 1965 in Hamburg der weltweit erste Verkehrsverbund. Der HVV war Pionier und Vorbild im öffentlichen Nahverkehr. mehr

Oldenburg wird "wiedervereint"

Als die Eisenbahnschranken auf dem Oldenburger Pferdemarkt am 25. Mai 1966 abgebaut werden, ist Hobbyfilmer Gerhard Licht dabei. Jetzt ist die Stadt nicht mehr geteilt. mehr

Wie aus der "Hamburg" die "Maxim Gorkiy" wurde

1968 läuft das Passagierschiff "Hamburg" vom Stapel. Später schreibt es als "Maxim Gorkiy" Geschichte: An Bord besiegeln USA und UdSSR 1989 das Ende des Kalten Krieges. mehr

1968: Bau des neuen Elbtunnels beginnt

Am Hamburger Elbstrand starten im Juni 1968 die Arbeiten am neuen Elbtunnel. Um die Elbbrücken zu entlasten, entsteht der damals längste Unterwasser-Straßentunnel Europas. mehr

Wie die Welt in die Kiste kam

Im Mai 1966 wurden die ersten Schiffscontainer im Norden umgeschlagen. Damals war ihr Siegeszug noch nicht absehbar. In Hamburg kommen sie wenig beachtet als "Decksladung" an. mehr

Die bunte Fernsehwelt stammt aus Hannover

Walter Bruch entwickelt in den frühen 60er-Jahren bei Telefunken in Hannover das Farbfernseh-System PAL. Damit gewinnt er einen weltweiten Wettlauf um die neue Technik. mehr

1968: Besucher erobern Hamburgs Fernsehturm

Von 0 auf 124 Meter in nur 25 Sekunden: Ab dem 12. April 1968 durften Besucher auf Hamburgs Fernsehturm. Besonderes Erlebnis war neben der spektakulären Aussicht die rasante Fahrstuhlfahrt. mehr

Unglücke und Katastrophen

Sturmflut 1962: Hamburg versinkt im Wasser

Vom 16. auf den 17. Februar 1962 wütet in Hamburg eine schwere Sturmflut. Die Deiche brechen, 315 Menschen sterben. Hintergründe, Bilder und Zeitzeugenberichte zur Katastrophe. mehr

November 1963: "Das Wunder von Lengede"

Am 7. November 1963 bergen Rettungskräfte nach zwei Wochen die letzten Überlebenden eines Bergwerks-Unglücks. Die Aktion geht als "das Wunder von Lengede" in die Geschichte ein. mehr

03:17

S-Bahn-Unglück in Hamburg

Am 5. Oktober 1961 kollidierte eine S-Bahn mit einem Bauzug, der Brückenträger geladen hatte. Die Träger drangen in die Waggons ein - 28 Menschen sterben, 100 werden verletzt. Video (03:17 min)

Das Unglück der "Adolph Bermpohl"

Im Februar 1967 erregt ein Unglück weltweit Aufsehen. Der Seenotkreuzer "Adolph Bermpohl" verliert bei einem Rettungsversuch vor Helgoland im Orkan "Xanthia" seine komplette Besatzung. mehr

22. Juni 1969: Zwölf Tote bei Explosion in Linden

Bei der Explosion eines Güterwaggons, der mit Granaten beladen ist, sterben am 22. Juni 1969 zwölf Menschen in Hannover-Linden. Es ist eines der schwersten Unglücke nach dem Krieg. mehr

Musik und Lebensgefühl

Star-Club: Von Rock 'n' Roll und Rebellion

Im Hamburger Star-Club wurde Musikgeschichte geschrieben. Zur Eröffnung 1962 spielten die Beatles, später weitere Stars wie die Small Faces. Am 31. Dezember 1969 war aber schon wieder Schluss. mehr

Rolling-Stones-Fans lassen es krachen

Lange haben die Fans darauf gewartet: Am 13. September 1965 treten die Rolling Stones das erste Mal in Hamburg auf. Am Rande der Konzerte hauen Randalierer ordentlich auf den Putz. mehr

Die Beatles machen Hamburg verrückt

Verzückte Teenager und erschöpfte Polizisten: Am 26. Juni 1966 geben die Beatles zwei Blitzkonzerte in Hamburg - und in der Hansestadt ist die Hölle los. mehr

Als Jimi Hendrix in Kiel spielte

In den 60er-Jahren wurde im Kieler Star-Palast getanzt. Das Konzept war damals neu, jeden Abend Live-Musik. Vor allem der Auftritt von Gitarren-Legende Jimi Hendrix ist bis heute unvergessen. mehr

Sport

24. August 1963: Der erste Bundesligaspieltag

Die Fußball-Neuzeit beginnt in Deutschland am 24. August 1963 mit dem ersten Bundesligaspieltag. Mit dabei: Werder Bremen, der HSV, Eintracht Braunschweig - und jede Menge Euphorie. mehr

Eintracht mit Minimalismus zur Meisterschaft

Sie galten als Provinzteam. Doch am 3. Juni 1967 machte Eintracht Braunschweig sensationell die Meisterschaft perfekt. Bis heute brauchte keiner weniger Tore für den Triumph. mehr

Pokal-Geschichte: St. Pauli besiegt St. Pauli

Am 26. Juli 1969 scheitert St. Paulis Regionalliga-Elf in der Qualifikation zum DFB-Pokal an den eigenen Amateuren. Doch damit nicht genug: Der Verein legt gegen die Wertung der Partie Protest ein. mehr

Norddeutsche Geschichte