Stand: 22.01.2020 09:54 Uhr  | Archiv

1938: Nazis bauen das KZ Neuengamme auf

Loren und Klinkerwerk auf dem Gelände des KZ Neuengamme (1944). © dpa Foto: Kz-Gedenkstätte_Neuengamme
Nach einem Deal mit der Stadt Hamburg mussten Häftlinge im KZ Neuengamme unter unwürdigen Bedingungen im Klinkerwerk arbeiten.

Im Südosten Hamburgs, im damaligen Dorf Neuengamme, entstand 1938 das größte Konzentrationslager Nordwestdeutschlands. Im Verlauf des Krieges deportierten die Gestapo und die SS Zehntausende Menschen aus allen besetzten Ländern Europas als KZ-Häftlinge dorthin. Gründe für die Einweisung waren zumeist ihr Widerstand gegen die deutsche Besatzungsherrschaft, Auflehnung gegen Zwangsarbeit oder rassistisch motivierte Verfolgung. Nur die Hälfte der Häftlinge des KZ Neuengamme hat die Zeit dort überlebt.

20 Millionen Ziegel

Das SS-Unternehmen Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH nahm 1938 Kaufverhandlungen mit der Stadt Hamburg über ein 50 Hektar großes Gelände in Neuengamme auf. Dort befanden sich eine seit Jahren stillgelegte Ziegelei und Flächen, die sich zum Abbau von Ton eigneten. Die Vertragspartner erzielten eine Übereinkunft, welche die Errichtung eines von der Stadt finanzierten Konzentrationslagers und die Lieferung von jährlich 20 Millionen Ziegeln für die Neugestaltung des Elbufers umfasste.

VIDEO: Hamburg damals: Neuengamme (5 Min)

Ab dem 12. Dezember 1938 wurde der Betrieb der Ziegelei mit 100 Häftlingen des Konzentrationslagers Sachsenhausen aufgenommen, die von 40 SS-Männern aus dem KZ Buchenwald bewacht wurden.

Weitere Informationen
Loren und Klinkerwerk auf dem Gelände des KZ Neuengamme (1944). © dpa Foto: Kz-Gedenkstätte_Neuengamme

KZ Neuengamme: Briten stoßen 1945 auf leeres Lager

Um die Spuren der Gewalt zu verwischen, lässt die SS das KZ Hamburg-Neuengamme kurz vor Kriegsende komplett räumen. mehr

Ansicht der KZ-Gedenkstätte Neuengamme  Foto: Martina Kothe

Neuengamme: Hamburgs spätes Gedenken

Mehr als 100.000 Häftlinge waren im KZ Neuengamme inhaftiert. Erst seit 2005 erinnert eine umfangreiche Gedenkstätte an ihr Schicksal - und die Herausforderung in der Erinnerungskultur wächst. mehr

Wachturm und Mauer in der KZ-Gedenkstätte Hamburg-Neuengamme. © dpa Foto: Maurizio Gambarini

KZ Neuengamme: Tatort und Gedenkstätte

Im Konzentrationslager Hamburg-Neuengamme und seinen Außenlagern starben während der NS-Zeit mehr als 40.000 Menschen. Doch erst seit 2005 erinnert eine Gedenkstätte an ihr Leiden. (03.05.2018) mehr

 

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 22.01.2020 | 11:20 Uhr

Mehr Geschichte

Ein sowjetischer Militärarzt untersucht kurz nach der Auschwitz-Befreiung einen bis auf die Knochen abgemagerten Häftling aus Wien. © picture alliance / akg-images Foto: akg-images

Auschwitz: "Das Schrecklichste, was ich je sah"

Am 27. Januar 1945 wurde das KZ befreit. Über eine Million Menschen wurden dort ermordet. Heute wird der NS-Opfer gedacht. mehr

Norddeutsche Geschichte