Stand: 03.12.2018 10:53 Uhr

Helmut Schmidt: Kühler Kopf und Krisenmanager

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Helmut Schmidt starb am 10. November 2015 im Alter von 96 Jahren.

Sturmflut in Hamburg, Wirtschaftskrise, RAF-Terror, Kalter Krieg: In Zeiten großer Herausforderungen erlangte Helmut Schmidt als Krisenmanager Ansehen im In- und Ausland. Der gebürtige Hamburger war für viele der Inbegriff eines Staatsmannes mit Weitblick. Sein pragmatischer Politikansatz verschaffte dem Sozialdemokraten Respekt weit über die Parteigrenzen hinaus, mit seiner Abneigung gegen Theoretiker ("Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen") eckte er jedoch häufig in seiner eigenen Partei an. Das Wort des fünften Kanzlers der Bundesrepublik hatte großes Gewicht - vor allem in Fragen der Wirtschafts- und Sicherheitspolitik. In der Bevölkerung genoss Schmidt als "elder statesman" und "moralische Autorität" bis zu seinem Tod im November 2015 hohes Ansehen.

Helmut Schmidt © picture alliance Foto: UPI

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Eigentlich wollte er Architekt werden

Geboren wurde Helmut Schmidt am 23. Dezember 1918 in Hamburg-Barmbek als Sohn eines Studienrats. Nach dem Abitur 1937 an der Lichtwark-Schule in Hamburg wollte er eigentlich Städtebauer oder Architekt werden. Wie bei vielen Männern seiner Generation machte der Zweite Weltkrieg den persönlichen Planungen jedoch einen Strich durch die Rechnung.

Während des Krieges kämpfte Schmidt zuerst an der Ostfront, ab 1944 an der Westfront. Das Kriegsende erlebte er in britischer Kriegsgefangenschaft, die jedoch nur kurze Zeit dauerte. 1945 begann Helmut Schmidt in Hamburg das Studium der Staatswissenschaften und der Volkswirtschaft, das er 1949 als Diplom-Volkswirt abschloss. Schon während des Studiums engagierte er sich politisch. 1946 wurde Schmidt Mitglied der SPD, ein Jahr danach Bundesvorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS).

Ehe mit "Loki"

1942 heiratete Helmut Schmidt seine Freundin aus Kindertagen: Hannelore, genannt Loki. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Der behindert geborene Sohn Helmut Walter verstarb noch vor seinem ersten Geburtstag im Februar 1945. Tochter Susanne, die später als Wirtschaftsjournalistin in London lebt, wurde 1947 geboren. Das Ehepaar Schmidt verlebte 68 gemeinsame Jahre - bis Loki Schmidt im Oktober 2010 starb. Nach ihrem Tod fand Helmut Schmidt in seiner langjährigen Mitarbeiterin Ruth Loah eine neue Partnerin.

Helmut Schmidt - Eine Karriere in Bildern

Helmut Schmidt wurde 1953 erstmals für den Wahlkreis Hamburg-Nord in den Bundestag gewählt. Vier Jahre danach gehörte er dem Fraktionsvorstand seiner Partei an. Schmidt konzentrierte sich damals auf die Verteidigungspolitik und wurde zu einem der schärfsten Kritiker des damaligen Bundesverteidigungsministers Franz Josef Strauß (CSU). Zur Zeit der Rede-Duelle des rhetorisch begabten Sozialdemokraten mit Vertretern der Adenauer-Regierung entstand auch sein Beiname "Schmidt-Schnauze". Gegen Ende der 50er-Jahre war der SPD-Verteidigungsexperte ein vehementer Gegner der atomaren Bewaffnung der Bundeswehr.

Dieses Thema im Programm:

DAS! | 10.08.2018 | 18:45 Uhr

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