Ein Volk wird eingesperrt: Der Mauerbau vor 60 Jahren

Es ist der Tag, an dem das DDR-Regime die deutsche Teilung besiegelt: In den frühen Morgenstunden des 13. August 1961 beginnen bewaffnete Truppen damit, die Grenze zwischen West- und Ostberlin mit Stacheldraht abzuriegeln. Später zementiert Beton die Teilung. 28 Jahre, zwei Monate und 27 Tage lang teilen die knapp vier Meter hohe Mauer und der dahinter liegende Todesstreifen die Stadt in zwei Hälften.

Bis zum Fall der Mauer am 9. November 1989 sterben allein an der 156 Kilometer langen Grenze in Berlin mindestens 136 Menschen bei Fluchtversuchen. Die genaue Zahl der Todesopfer ist bis heute nicht bekannt. Insgesamt kommen an der innerdeutschen Grenze zwischen 1961 und 1989 etwa 900 Menschen ums Leben. Die Berliner Mauer wurde zum Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges - Ostblock und Westmächte standen sich jahrzehntelang unversöhnlich gegenüber.

Am Berliner Wedding in der Bernauer Strasse stehen Volkspolizisten am 13. August 1961 mit Gewehren im Anschlag hinter einer Strassensperre aus Stacheldraht. © picture alliance / Konrad Giehr Foto: Konrad Giehr

Erst Stacheldraht, dann Beton: Der Bau der Mauer

Die DDR beginnt am 13. August 1961 mit der Abriegelung der Grenzen innerhalb Berlins. Die Mauer besiegelt die Teilung. mehr

Blick auf einen einen Grenz-Beobachtungsturm mit einem Stacheldrahtzaun davor. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Bernd Wüstneck

Innerdeutsche Grenze: Gedenkveranstaltungen im Norden

Vor 60 Jahren begann die DDR mit dem Bau der Mauer. In Norddeutschland greifen viele Museen und Gedenkstätten diesen Tag auf. mehr

Ein bewaffneter Volkspolizist steht vor einem Schild mit der Propagandaparole "Der Sozialismus siegt". © picture-alliance / dpa

13 Tage im August: Der Weg zum Mauerbau in der Audio-Chronik

Am 13. August 1961 beginnt die DDR mit dem Mauerbau. Immer mehr Menschen verlassen zuvor die Republik, die Lage spitzt sich zu. mehr

Ein Bauarbeiter errichtet am 18. August 1961 unter der Aufsicht eines Volkspolizisten an der Sektorengrenze am Potsdamer Platz eine mannshohe Mauer. © picture-alliance / dpa Foto: Bratke

Der Mauerbau in Berlin: Bilder der Teilung

Früh am 13. August 1961 beginnen bewachte Arbeiter mit dem Bau der Berliner Mauer. Auf Stacheldraht folgen schnell Steine. Bildergalerie

Wolf Biermann hält eine Hand in Richtung Kamera © IMAGO / Rainer Unkel Foto: Rainer Unkel

Mauerbau 1961: Erinnerungen von Wolf Biermann

Wolf Biermann hat den Mauerbau vor 60 Jahren hautnah miterlebt. Im Gespräch erinnert er sich an die damaligen Erlebnisse. mehr

Ein West-Berliner Plakat weist Ost-Berliner Bürger im Oktober 1961 auf die Falschaussage Walter Ulbrichts bezüglich des Mauerbaus hin. © Herbert Kraft Foto: Herbert Kraft
3 Min

Wie aus Gerüchten traurige Wirklichkeit wurde

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten", versichert Staatschef Walter Ulbricht auf einer Pressekonferenz am 15. Juni 1961. Nur zwei Monate später beginnt der Mauerbau. 3 Min

Brandenburger Tor, Oberhälfte 1962
3 Min

NDR Retro: 13. August 1961 - Bau der Berliner Mauer

Im Ostfernsehen wird stolz über den Mauerbau berichtet und über den Tod eines US-Soldaten in West-Berlin. 3 Min

Willy Brandt  bei einer Rede 1961 vor dem Schöneberger Rathaus © dpa /picture-alliance Foto: Konrad Giehr
6 Min

"Kerkermeister unseres Volkes"

In seiner Rede am 13. August 1961 findet der damalige West-Berliner Bürgermeister Willy Brandt deutliche Worte und fordert von den US-Verbündeten "politische Aktion". 6 Min

Willy Brandt und Robert F. Kennedy blicken bei dessen Besuch in West-Berlin 1962 über die Berliner Mauer. © picture-alliance / dpa

Brandts Brief an US-Präsident Kennedy

Der Mauerbau stürzt Berlin im August 1961 in eine tiefe Krise. Als Unterstützung durch die USA ausbleibt, wendet sich Willy Brandt in einem Brief an US-Präsident Kennedy. mehr

Schicksale

Günter Guillaume mit seinem etwa drei Jahre alten Sohn Pierre auf dem Arm vor einem Weihnachtsbaum. © Pierre Boom, private Aufnahme

Kindheit mit den DDR-Spionen: "War alles Lüge und Verrat?"

Als Pierre 17 ist, wird sein Vater Günter Guillaume als DDR-Spion verhaftet. In der DDR wartet er Jahre auf Erklärungen. mehr

Peter Drauschke als Jugendlicher vor der Kulisse des Hamburfger Hafens. © Peter Drauschke, privat

Freiwillig in die DDR: "Wir sind einer Lüge aufgesessen"

Aus Überzeugung geht Peter Drauschke 1963 von Hamburg in die DDR. Vom Regime enttäuscht, versucht er zu fliehen. Und scheitert. mehr

Der 19-jährige Conrad Schumann flüchtet am 15. August 1961 mit einem Sprung über eine Stacheldrahtabsperrung vom sowjetischen Sektor in den Westteil Berlins. © picture-alliance / dpa Foto: UPI

Der Mauerbau: Grenzsoldaten als Teil und Opfer des Systems

Der Mauerbau zementiert 1961 die deutsche Teilung. Grenzsoldaten sind dafür zuständig, dass sie hält - und sind doch selbst auch deren Opfer. mehr

Hobbypilot Gerhard Littmann am Flugfeldes des Aeroclubs Lübeck. © NDR

Von Bad Schwartau per Flugzeug ins Gefängnis

1970 überquert Gerhard Littmann mit seinem Segelflieger unfreiwillig die innerdeutsche Grenze. Der Fehlflug entzweit seine Familie. mehr

Ein Grenzsoldat trägt den bei seinem Fluchtversuch an der Berliner Mauer erschossenen Peter Fechter am 17. August 1962 davon. © picture alliance Foto: picture alliance

Peter Fechter und der tödliche Traum von der Freiheit

Beim seinem Fluchtversuch erschießen DDR-Grenzensoldaten den 18-Jährigen am 17. August 1962. Er verblutet vor den Augen der Welt. mehr

Am 1. Juni 1962 Marlies Ernst  am S-Bahnhof Berlin-Friedrichstraße an. Links neben ihr ihre jüngere Schwester, rechts der Stiefvater. © NDR / privat Foto: privat

Mauerbau und Propaganda: Vom Westen entführt? Der Fall Marlies

Der Mauerbau trennt 1961 auch Kinder von ihren Eltern. Die DDR spricht von staatlich organisiertem Kindesraub des Westens. Auch der Podcast "Dorf Stadt Kreis" beschäftigt sich mit dem Thema. mehr

60 Jahre Mauerbau

Ein Wachturm steht an der ehemaligen Grenzübergangsstelle Marienborn. © picture alliance Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Marienborn thematisiert deutsche Teilung

In der Gedenkstätte geht es um die innerdeutsche Grenze und ihre Folgen. Die Veranstaltungen sind bis Oktober geplant. mehr

Dossiers

An einem Grenzübergang sind ein Minenwarnschild, sowie zwei Maschinengewehre befestigt. © NDR Foto: Hermann Pröhl

Flucht aus der DDR: Geschichten von Risiko und Freiheit

Nach dem Mauerbau war die sogenannte Republikflucht nur noch unter großen Gefahren möglich. viele haben es dennoch gewagt. mehr

Eine Intershop-Filiale in Ostberlin im Luxushotel Metropol, aufgenommen am 10.11.1977. © dpa/picture alliance Foto: Günter Bratke

Die Geschichte der DDR

Wie kam es zur Gründung der DDR? Wie sah der Alltag im Arbeiter- und Bauernstaat aus? Und was führte schließlich zum Mauerfall und zur Wiedervereinigung? mehr

Mehr Geschichte

Blick in den Lochersaal der sogenannten Verkehrssünderkartei des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg 1966. Hier stehen 150 Loch- und Prüfmaschinen, mit denen die Daten der Statistik und aus den Erfassungskarteien in Lochkarten übertragen werden. © picture alliance / Hans-J. Höhne Foto: Hans-J. Höhne

Die Punkte-Sammler aus Flensburg

Seit 1958 erfasst das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg Vergehen im Straßenverkehr. Die Zahl der Verkehrstoten sinkt seitdem deutlich. mehr

Norddeutsche Geschichte