Stand: 10.09.2020 11:07 Uhr

Hamburg: Vielseitige Metropole am Wasser

Menschen liegen am Elbstrand in Hamburg-Othmarschen © imago/blickwinkel
Hamburg bietet nicht nur viel Wasser, sondern an einigen Stellen der Elbe auch einen Sandstrand.

Alster und Elbe, Hafen und Elbphilharmonie, die Vergnügungsmeile Reeperbahn und die Einkaufszonen rund um den Jungfernstieg: Hamburg ist eine lebendige und quirlige Metropole mit einem riesigen Kultur- und Freizeitangebot. Zugleich lockt die Hansestadt mit viel Grün: Der Elbstrand, zahlreiche zentral gelegene Parks sowie der größte Parkfriedhof der Welt in Ohlsdorf laden zu Sport und Entspannung ein.

VIDEO: Touristenziel Hamburg (59 Min)

Wasser spielt in Hamburg traditionell eine wichtige Rolle und war entscheidend für den Aufstieg der Stadt als Handelsplatz. Bis heute prägt das dichte Netz von Wasserwegen und -flächen das Stadtbild und nimmt acht Prozent des Gebietes ein. Hamburg hat sogar mehr Brücken als Venedig, nämlich rund 2.500.

Rund um die Alster

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Hafenrundfahrt im Hamburger Hafen © imago/McPHOTO

Hamburg vom Wasser aus entdecken

Mit der Barkasse durch den Hafen, im Kanu über die Alster oder per Amphibienbus von der Straße in die Elbe: Tipps für spannende Ausflüge. mehr

Dass die Hamburger mitten im Zentrum der Stadt segeln lernen, mit Paddelbooten fahren oder sich auf den Alsterwiesen erholen können, verdanken sie ihren Vorfahren im 12. Jahrhundert. Damals wurde das Flüsschen Alster aufgestaut, um eine Kornmühle zu betreiben. Viele Kanäle, die von der Außenalster abzweigen, laden zu Bootstouren ein. Zahlreiche Bootshäuser vermieten Kanus, Ruder- und Tretboote.

Die Außenalster geht hinter einer Wasserenge in die Binnenalster über. An deren südlichem Ende liegt der berühmte Jungfernstieg mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten. Am Anleger starten die Alsterdampfer zu Rundtouren über die Außenalster und ihre Kanäle, aber auch durch die Fleete der Speicherstadt.

Das Rathaus - Symbol selbstbewussten Bürgertums

Innenhof des Hamburger Rathauses mit dem Hygieiabrunnen. © panthermedia.net Foto: Matthias Krüttgen
Der Hygieia-Brunnen im Rathaus-Innenhof erinnert an die große Cholera-Epidemie im Jahr 1892.

Gleich hinter der Binnenalster steht das 1897 erbaute Rathaus mit seiner prächtigen Neorenaissance-Fassade. Mit dem imposanten Granit- und Sandsteinbau zeigten die Bürger der Freien und Hansestadt Hamburg einst ihre Unabhängigkeit von einem monarchischen Herrscher. Bis heute ist das Rathaus Sitz der Hamburger Bürgerschaft, des Stadtparlaments, sowie der Landesregierung.

Die repräsentativen Innenräume und Säle lohnen eine Besichtigung. Führungen finden tagsüber in bis zu halbstündigem Turnus statt. Besonders sehenswert sind die Rathausdiele, der Kaisersaal mit Deckenmotiven aus Handel und Seefahrt sowie der Große Festsaal mit Gemälden aus der Geschichte der Stadt. Einen ersten Eindruck vermittelt dieser virtuelle Rundgang.

Am Rathausmarkt beginnt die Mönckebergstraße, die Einkaufsmeile Hamburgs, die meist gemeint ist, wenn Hamburger sagen, sie gingen "in die Stadt". Die Straße führt bis zum Hauptbahnhof.

Das historische Hamburg: Deichstraße und Krameramtsstuben

Eine Altstadt mit historischen Gebäuden sucht man in Hamburg vergebens. Zwar kann die Stadt auf eine lange Geschichte zurückblicken, doch dem Großen Brand von 1842 fielen etliche Gebäude zum Opfer. Später wurden ganze Wohnviertel, die sogenannten Gängeviertel, in denen noch im 19. Jahrhundert große Teile der ärmeren Bevölkerung in drangvoller Enge und unter schlimmen hygienischen Bedingungen lebten, abgerissen. Im Zweiten Weltkrieg wurden zudem weite Teile der Stadt bei Bombenangriffen zerstört.

Historische Fachwerkhäuser am Nikolaifleet in Hamburg © picture-alliance
Die Deichstraße überstand den Großen Brand und den Zweiten Weltkrieg ebenso wie spätere Abrisspläne.

In der Deichstraße können sich Besucher ein Bild davon machen, wie die Stadt einst ausgesehen hat. Dort steht heute noch eine Zeile mit schönen alten Fachwerkhäusern aus dem frühen 18. Jahrhundert. In der Deichstraße brach 1842 der Große Brand aus. Da er aber am nördlichen Ende begann, blieben die südlich gelegenen Häuser von den Flammen verschont. Ein Stück altes Hamburg zeigen auch die Krameramtsstuben am Michel. In den engen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert lebten einst die Witwen von Kleinhändlern. Eine der Wohnungen ist als Museum eingerichtet und kann besichtigt werden.

Mittelalterliche Backsteinpracht: St. Petri und St. Jacobi

Eine Außenaufnahme von St. Petri in Hamburg. © St. Petri Gemeinde Foto: St. Petri Gemeinde
123 Meter hoch ragt die Spitze von St. Petri. 544 Stufen führen hinauf.

Älteste Kirche der Stadt und eine der fünf Hauptkirchen ist die an der Mönckebergstraße gelegene St. Petri-Kirche. Ihre Ursprünge gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Empfehlenswert ist der Aufstieg zur Turmspitze. Dort befindet sich ein toller Aussichtspunkt: Durch verglaste Bullaugen-Fenster kann man in alle Richtungen über Hamburg schauen.

Etwa 200 Meter weiter nördlich befindet sich mit St. Jacobi eine weitere Hauptkirche der Hansestadt. Sie beherbergt drei sehenswerte mittelalterliche Altäre und eine Barock-Orgel des Meisters Arp Schnitger.

Der Domplatz - die Keimzelle Hamburgs

Blick auf den neu gestalteten Domplatz vor der Hauptkirche St. Petri in Hamburg. © NDR Foto: Anja Deuble
Auf dem Domplatz stand einst die Hammaburg, die der Stadt ihren Namen gab.

Südlich der Petrikirche liegt die Keimzelle der Stadt: Auf dem Domplatz wurde im 8. Jahrhundert die Hammaburg errichtet. Später stand an dieser Stelle fast 1.000 Jahre lang der Mariendom. In früher Zeit war das Gotteshaus von einer ringförmigen Wallanlage, der Domburg, umgeben. Beides existiert nicht mehr. Heute markiert ein Wall aus schwarzem Stahlblech die einstige Wallanlage. Er umschließt eine schlichte Rasenfläche, in der 39 weiße, quadratische Bänke die einstigen Standorte der Säulen des Mariendoms zeigen. Abends sind die Bänke von innen beleuchtet.

Architektur von Weltklasse: Chilehaus und Kontorhausviertel

Östlich vom Domplatz befindet sich mit dem Chilehaus ein architektonisches Highlight der Hansestadt. Das zehnstöckige Kontorgebäude ist eines der wichtigsten Bauwerke des Backstein-Expressionismus und gehört als Teil des Kontorhausviertels ebenso wie die Bauten der Speicherstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Markanter Blickfang ist das spitz zulaufende, östliche Ende des Klinkerbaus, das an einen riesigen Schiffsbug erinnert.

Weltkulturerbe Speicherstadt

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Blick auf die Speicherstadt in Hamburg. © HHLA

Hamburgs Speicherstadt erkunden

Hinter den Backsteinfassaden des Lagerhauskomplexes locken zahlreiche Angebote - vom Kaffeemuseum bis zur Modelleisenbahn. mehr

Südlich vom Chilehaus führt eine Fußgängerbrücke über den Zollkanal zum östlichen Ende der Speicherstadt mit ihrer beeindruckenden Backsteinarchitektur. Der weltgrößte zusammenhängende Lagerhauskomplex entstand Ende des 19. Jahrhunderts. In den Speichern lagerten einst Waren wie Kaffee, Tabak und Tee, heute sind dort viele Cafés und Museen zu finden, etwa das Speicherstadtmuseum, das Gewürz-Museum oder das Deutsche Zollmuseum. Publikumsmagneten sind das Gruselkabinett "Dungeon" und das benachbarte "Miniatur Wunderland".

Hafen und Hafencity

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Ein Paar steht an den Landungsbrücken im Hamburger Hafen und blickt auf die Elbe mit dem Schwimmdock und den stimmungsvollen Abendhimmel. © dpa Foto: Bodo Marks

Den Hamburger Hafen entdecken

Zu Fuß, per Schiff, Rad oder zu Fuß: Tipps für Touren auch abseits bekannter Routen. mehr

Größte touristische Attraktion Hamburgs und zugleich Wirtschaftsmotor der Stadt ist der Hafen. Zentraler Anlaufpunkt für Besucher sind die Landungsbrücken. Von dort legen zahlreiche Schiffe und Fähren ab. Eine Hafenrundfahrt - vorbei an großen "Pötten" und alten Speichern - ist ein Muss für jeden Besucher. Wer Geld sparen möchte, nimmt die HADAG-Fähre Nummer 62, die zum öffentlichen Nahverkehr gehört. Sie fährt von den Landungsbrücken nach Finkenwerder und zurück und hält an mehreren touristisch interessanten Punkten - zum Beispiel an der Fischauktionshalle am Fischmarkt oder am Museumshafen Övelgönne, wo auch der Elbstrand beginnt.

Direkt an den Landungsbrücken liegt auch der Eingang zum Alten Elbtunnel. Eine Tunnelbesichtigung sollte man sich nicht entgehen lassen, denn der Bau ist ein Meisterwerk der Ingenieursbaukunst und schön verziert. Außerdem bietet sich von der Aussichtsplattform auf der anderen Elbseite ein toller Blick auf die Stadt, den Hafen und Hamburgs neues Wahrzeichen, die Elbphilharmonie.

Hafencity: Heimat der Elbphilharmonie

Hamburger Elphilharmonie mit Menschen auf der Aussichtsplattform.  Foto: Anja Deuble
Die markante Glasfassade der Elbphilharmonie ist von vielen Orten in Hamburg zu sehen.

Das markante Konzerthaus ist eines der bekanntesten Gebäude der Hansestadt. Von der öffentlich zugänglichen Plaza bietet sich ein toller Blick über Elbe und Hafen. Die Elbphilharmonie markiert zugleich das westliche Ende der Hafencity. Das Quartier, das auf einstigem Hafengelände entstand, liegt zu großen Teilen am Wasser und bietet einen Mix aus Wohn- und Geschäftshäusern, Promenaden mit Restaurants und Cafés sowie einen Museumshafen.

In und auf dem Michel

Blick auf die Hauptkirche St. Michaelis, von der "Bei den Mühren"-Straße. © NDR / AD Foto: Anja Deuble
Der Michel: Wahrzeichen und eine der wichtigsten norddeutschen Barockkirchen.

Hamburgs traditionelles Wahrzeichen - die Kirche St. Michaelis, wird kurz Michel genannt. Von der Aussichtsplattform auf dem Turm bietet sich ein großartiger Blick über Hafen und Stadt - auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten. Der sogenannte Nachtmichel lädt an vielen Abenden des Jahres zum Turmbesuch ein - im Sommer bis 23 Uhr. Sehenswert sind auch das Innere der Kirche, das sich im Stil des "Norddeutschen Barock" präsentiert, sowie die Krypta.

St. Pauli: Ausgehviertel rund um die Reeperbahn

Große Freiheit in Hamburg bei Nacht  Foto: Carolin Fromm
In den Seitenstraßen der Reeperbahn gibt es viele Clubs und Erotikangebote.

"Auf der Reeperbahn nachts um halb eins": Von der Seefahrerromantik, die Hans Albers einst besang, ist heute nicht mehr viel übrig. Auch die Erotikbranche ist auf dem Hamburger Kult-Kiez nicht mehr so präsent wie noch in den 80er-Jahren. Aber auf St. Pauli ist noch immer viel los. Cafés, Clubs, Bars, Restaurants, Discos, Erotikshops und Theater ziehen sowohl Einheimische als auch Touristen an.

Auf den Spuren der Beatles

Beatles-Fans können auf St. Pauli auf den Spuren der legendären Liverpooler wandeln, deren Karriere in Hamburg begann. Am Beatles-Platz direkt an der Ecke Reeperbahn/Große Freiheit erinnern Metallskulpturen an alle Musiker, die seit 1960 in der Band gespielt haben. Da sie lebensgroß, aber nur in Umrissen dargestellt werden, eignen sich die Figuren gut für ein Erinnerungsfoto.

Komponistenquartier, Theater, Oper und Musicals

Catherine Dumont, Carsten Jung, Peter Dingle, Thiago Bordin (v.l.) in der Inszenierung "Verklungene Feste" von John Neumeier. © Hamburg Ballett / Holger Badekow Foto: Holger Badekow
Konzerte, Ballett, Theater: Die Kulturszene der Stadt bietet Hamburg eine große Bandbreite.

Zahlreiche bedeutende Komponisten lebten und arbeiteten in der Hansestadt, darunter Johannes Brahms, Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach, Gustav Mahler sowie die Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn. Das Komponistenquartier in der Peterstraße versammelt sechs Museen, die sich dem Leben und Werk der einzelnen Musiker widmen. Mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und den Philharmonikern Hamburg hat die Hansestadt zudem zwei Orchester von Weltruf.

Auch die Hamburger Theater sind bundesweit bekannt. Als Intendant des Schauspielhauses schrieb Gustaf Gründgens 1957 mit einer legendären Faust-Inszenierung Theatergeschichte. Mit dem Thalia Theater und der Staatsoper bietet die Stadt zwei weitere staatliche Häuser. Letzteres genießt unter anderem für die Ballett-Inszenierungen John Neumeiers internationales Ansehen. Daneben gibt es in der Stadt zahlreiche Privatbühnen sowie Musiktheater und Varietés. Von der plattdeutschen Komödie am Ohnsorg-Theater bis zum politischen Kabarett - das Angebot ist vielfältig. Außerdem ist Hamburg eine erfolgreiche Musical-Stadt.

Museen: Breites Angebot zu vielen Themen

Der Neubau der Hamburger Kunsthalle © picture-alliance / akg-images / Schuetze / Rodemann Foto: Rodemann
Die Galerie der Gegenwart zeigt Kunst von 1960 bis heute.

Rund 40 Museen widmen sich unter anderem der Stadtgeschichte und der Speicherstadt oder dokumentieren Interessantes zu den Themen Auswanderung, Schifffahrt und Völkerkunde. Auf der Kunstmeile zwischen Rathaus und Hauptbahnhof liegen gleich mehrere wichtige Museen fußläufig erreichbar beieinander: das Bucerius Kunst Forum, die Kunsthalle mit der Galerie der Gegenwart, der Kunstverein, das Museum für Kunst und Gewerbe sowie die Deichtorhallen. Sie beherbergen in ehemaligen Großmarkthallen das Haus der Photographie, das wechselnde Ausstellungen zeigt. Für die fünf Museen gibt es ein Kombi-Ticket mit vergünstigtem Eintritt.

Highlight im Sommer: die Wasserlichtkonzerte

Wasserlichtorgel in Planten un Blomen in Hamburg. © Tobias Banaszak Foto: Tobias Banaszak
Gratis-Konzert mit besonderer Atmosphäre: die Wasserlichtspiele in Planten un Blomen.

In den Sommermonaten lohnt sich abends ein Abstecher in die Parkanlage Planten un Blomen im Stadtzentrum. Dort finden vom Mai bis September am Parksee allabendlich Wasserlichtkonzerte mit wechselndem Musikprogramm statt. Farbig beleuchtete Wasserfontänen werden dabei passend zur Musik gesteuert. Ein Klassiker ist der Bolero von Ravel. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Karte: Sehenswertes (grün=Kirchen, rot=Museen, blau=Sonstiges)

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Blick von Plaza der Elbphilharmonie auf die Überseebrücke. © NDR Foto: Christine Raczka

Hamburgs beste Aussichten

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Dieses Thema im Programm:

Die Nordreportage | 08.09.2020 | 18:15 Uhr

Die Große Freiheit auf St. Pauli © picture-alliance/chromorange

St. Pauli - Hamburgs Kultviertel

Reeperbahn und Rotlichtmilieu, Fußball und Musikclubs prägen den Hamburger Stadtteil. Doch der Kiez verändert sich. Alte Häuser werden abgerissen, Luxusbauten entstehen. mehr

Besucher auf den Magellanterrassen am Sandtorhafen in der Hamburger Hafencity © ELBE&FLUT Foto: Thomas Hampel

Was man in der Hafencity unternehmen kann

Bummeln, eine Ausstellung besuchen, einkaufen oder essen: Nicht nur die Lage am Wasser macht Hamburgs neuen Stadtteil attraktiv, sondern auch die vielen Freizeitangebote. mehr

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