Stand: 04.08.2016 17:48 Uhr  | Archiv

Hamburgs Welterbe entdecken

Speicherstadt und Kontorhausviertel - beide besitzen laut UNESCO einen "außergewöhnlichen universellen Wert", weil sie "auf einzigartige Weise die Folgen des rasanten internationalen Handelswachstums im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert" veranschaulichen. So urteilte das Welterbe-Komitee der UNESCO im Juli 2015 und verlieh den beiden Gebäudekomplexen den Titel Weltkulturerbe. Wer sie erkundet, erfährt viel über Hamburgs Geschichte als Hafen- und Handelsstadt. Zugleich liegen Speicherstadt und Kontorhausviertel in zentraler Lage und nah beieinander. Zu Fuß dauert ein Rundgang auch mit Pausen nicht länger als einen halben Tag.

Mit der Speicherstadt entstand zwischen 1885 und 1927 ein riesiger und damals hochmoderner Lagerhauskomplex, um die Waren, die per Schiff nach Hamburg kamen, zwischenzulagern. Nördlich des Hafengebiets wuchs ab den 1920er-Jahren mit dem Kontorhausviertel eines der ersten reinen Büroviertel Europas. Seine wichtigsten Bauten - darunter der Sprinkenhof, der Mohlenhof und das Chilehaus - gruppieren sich rund um den Burchardplatz. Die Ansammlung hafenbezogener Bürohäuser in einem Viertel ist kein Zufall, sondern entsprach den damaligen Idealvorstellungen einer modernen Stadt: Demnach hatten unterschiedlichen Zonen jeweils spezielle Funktionen zu erfüllen, Zonen des Wohnens wollte man von denen des Arbeitens möglichst trennen.

Backstein prägt beide Gebäudekomplexe

Auch die Speicherstadt als reiner Lagerhauskomplex entsprach diesem Ideal. Zugleich ergänzen sich die Gebäudeensemble auch architektonisch. Beide sind herausragende Beispiele des Backsteinbaus des 19. und 20. Jahrhunderts: die Speicherstadt als Ensemble neogotischer Industriearchitektur, das Kontorhausviertel mit seinen expressionistischen Bürobauten.

Mit Ausnahme von Teppichen lagern heute in der Speicherstadt kaum noch Waren. Stattdessen sind Agenturen, Büros, Restaurants und Ausstellungen wie das Miniatur Wunderland oder das Speicherstadtmuseum in die alten Speicher eingezogen. Im Kontorhausviertel sind dagegen neben Restaurants, Galerien und Anwaltskanzleien noch mehrere Unternehmen der Hafenindustrie ansässig, wie etwa Reedereien.

VIDEO: Hamburgs Welterbe (59 Min)

Weitere Informationen
Blick auf die Speicherstadt in Hamburg. © HHLA

Hamburgs Speicherstadt entdecken

Der Lagerhauskomplex in der Hamburger Speicherstadt gehört zum UNESCO-Welterbe. Hinter den Backsteinfassaden locken zahlreiche Angebote - vom Kaffeemuseum bis zur Modelleisenbahn. mehr

Spitze des Chilehauses und Teil der Sprinkenhof-Fassade © NDR Foto: Kathrin Weber

Wo sich Hamburgs Handel ein Denkmal setzte

Mächtige Backsteinfronten, expressive Ornamente: In den 1920er-Jahren entstand mit dem Kontorhausviertel ein einzigartiges Architekturdenkmal, das zum Weltkulturerbe zählt. mehr

Sandtorhafen, etwa 1889: Seeschiffe liegen umringt von kleineren Schuten an der Kaimauer, dahinter die gerade errichtete Speicherstadt. © Hamburger Hafen und Logistik AG

Speicherstadt: Ein Wohnviertel wird Warenlager

Ein bautechnisches Meisterwerk auf Eichenpfählen: Am 29. Oktober 1888 weiht Wilhelm II. die Hamburger Speicherstadt ein. Tausende Wohnungen mussten den Lagerhäusern weichen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | die nordreportage | 01.10.2018 | 18:15 Uhr

Blick von Plaza der Elbphilharmonie auf die Überseebrücke. © NDR Foto: Christine Raczka

Hamburgs beste Aussichten

Welche Aussichtspunkte bieten den besten Blick über Hamburg? Wir haben die schönsten Plätze mit Panorama-Sicht und aufregenden Perspektiven zusammengestellt. mehr

Urlaubsregionen im Norden