Stand: 31.08.2020 10:54 Uhr

Radeln auf der Straße des "weißen Goldes"

Radfahrer auf dem Radfernweg Alte Salzstraße am Elbe-Lübeck-Kanal © HLMS GmbH / Markus Tiemann
Der Radfernweg Alte Salzstraße führt über weite Strecken am Elbe-Lübeck-Kanal entlang.

Salz galt im Mittelalter als das "weiße Gold". Es war nicht nur als Würzmittel begehrt, sondern vor allem, um Lebensmittel haltbar zu machen. Der Stadt Lüneburg, die seit dem 10. Jahrhundert eine Saline betrieb, bescherte das kostbare Gut, das auch ein geläufiges Tauschmittel war, großen Reichtum. Händler brachten es auf der Alten Salzstraße von Lüneburg nach Lübeck. Von dort wurde es in den gesamten Ostseeraum verschifft.

VIDEO: Unterwegs auf der Salzstraße (4 Min)

Heute können Radfahrer die einstigen Wege der Salzhändler auf einem Radfernweg nachfahren. Er führt auf 116 Kilometern von Lüneburg über Lauenburg und Mölln bis Lübeck. Die weitgehend ebene Strecke ist auch für Anfänger und Familien mit Kindern geeignet. Sie lässt sich bequem in drei bis vier Tagen bewältigen.

Auf den Spuren mittelalterlicher Salzhändler

Im Mittelalter waren die Salztransporte für die Händler gefährlich und beschwerlich. Die Handelskarren brauchten etwa drei Wochen für die Strecke vom Salzstock bis nach Lübeck. Allein die Elbüberfahrt bei Lauenburg konnte bis zu zwei Tage dauern. Zudem führte die Strecke meist über sandige Wege, die nach Regenfällen kaum befahrbar waren.

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Von Lüneburg entlang des Elbe-Lübeck-Kanals

Heute ist der historische Handelsweg in seiner ursprünglichen Form nur noch an wenigen Abschnitten erhalten. Der Radweg führt größtenteils entlang des Elbe-Lübeck-Kanals über befestigte Sandwege und verkehrsarme Straßen.

Auf ihrer Tour sollten Radfahrer in Lüneburg einen Besuch der Altstadt mit ihren sehenswerten Giebel- und Fachwerkhäusern sowie des Salzmuseums einplanen. Außerdem lohnt ein Besuch des Klosters Lüne und des Schiffshebewerks in Scharnebeck.

Lauenburg und historischer Wasserturm in Mölln

Radfahrer fahren auf dem Radfernweg Alte Salzstraße durch Lauenburg. © HLMS GmbH / Jürgen Klemme
Das Schifferstädtchen Lauenburg zeigt sich Besuchern mit steilen Elbhängen und schönen Fachwerkhäusern.

Für einen längeren Aufenthalt oder eine Übernachtung eignet sich die Schifferstadt Lauenburg an der Elbe. Von dort führt der Weg weiter nach Norden zum Fachwerkstädtchen Mölln, der Stadt des legendären Narren Till Eulenspiegel. Vom historischen Wasserturm sind sogar noch Reste der Alten Salzstraße zu sehen. Der Handelsweg brachte Mölln einigen Wohlstand: Viele Händler nutzten die Stadt vor der Weiterreise nach Lübeck für eine Ruhepause oder um ihre Wagen reparieren zu lassen.

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Naturschutzgebiet Pantener Moorweiher und Lübeck

Nördlich von Mölln verläuft der Radweg am Naturschutzgebiet Pantener Moorweiher entlang. In der von Feuchtwiesen, kleinen Mooren und Bruchwäldern geprägten Landschaft nisten seltene Vogelarten wie Seeadler, Kranich oder Weißstorch. Am Endpunkt des Radfernwegs lockt die altehrwürdige Hansestadt Lübeck mit ihren vielen mittelalterlichen Backsteinbauten und weiteren Sehenswürdigkeiten. Von dort wurde im Mittelalter das Salz weiter verschifft bis nach Skandinavien und ins Baltikum.

Die Tour im Überblick

Länge: 116 Kilometer
Start: Lüneburg
Ziel: Lübeck
Orte an der Strecke: Lauenburg, Mölln, Ratzeburg
Markierung: blau-grün-rotes Logo mit der Aufschrift "Alte Salzstraße"

Weitere Informationen und Tipps zur Alten Salzstraße bietet die Website der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein.

Karte: Radweg Alte Salzstraße (grober Verlauf)
Weitere Informationen
Mehrere Säcke mit Speisesalz
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