Stand: 06.02.2020 09:22 Uhr  - Nordtour

Kloster Lüne - Lüneburgs stille Oase

Der Innenhof des Klosters Lüne. © imago/McPHOTO
Eine Oase der Ruhe hinter dicken Backsteinmauern - der Innenhof des Klosters.

Kostbare Altartücher, farbenfrohe Bildteppiche und bemalte Prozessionsfahnen - seit dem Mittelalter ist das Kloster Lüne für seine edlen Textilien bekannt. Heute sind zahlreiche der wertvollen Stücke, die die Benediktinernonnen des Klosters und später die evangelischen Stiftsdamen anfertigten, in dem 1995 gegründeten Textilmuseum des Klosters ausgestellt. Die Ältesten stammen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.

VIDEO: Historischer Briefschatz aus dem Kloster Lüne (3 Min)

In dem 1172 gegründeten Kloster lebten ab 1272 Benediktinernonnen. Nach zwei Bränden Ende des 14. Jahrhunderts wurde das Kloster im Stil der Backsteingotik neu erbaut. In den darauffolgenden Jahrhunderten folgten zahlreiche Erweiterungs- und Nebengebäude. Wahrzeichen des Klosters ist der gotische Brunnen im Innenhof, der sogenannte Handstein. Seit mittlerweile rund 600 Jahren ergießt er sein Wasser in die bronzene Schale.

Gotische Glasfenster und Wandmalereien

Das Refektorium (Speisesaal) im Kloster Lüne. © picture-alliance/akg-images/Stefan Drechsel Foto: Stefan Drechsel
Blick in das Refektorium des Klosters. Dort versammelten sich die Nonnen, um gemeinsam zu speisen.

Sehr sehenswert sind auch die spätgotischen Wandmalereien im Refektorium, dem früheren Speisesaal, der schöne Kreuzgang mit seinen farbigen Glasfenstern und die bemalten ehemaligen Nonnenzellen in der "Uhlenflucht". Dort schliefen die Frauen auf Strohsäcken in einem Gang, in den nur schummriges Dämmerlicht durch das "Eulenloch" im Dach dringt. Heiter, hell und freundlich sind dagegen die schönen Klostergärten, zu denen auch eine Streuobstwiese gehört.

Seit der Reformation ist Kloster Lüne evangelisch und seit dem 18. Jahrhundert ein evangelisches Damenstift. Noch heute leben dort Stiftsdamen. Vom Zentrum der alten Salzstadt Lüneburg liegt das Kloster nur etwa eine Viertelstunde zu Fuß entfernt.

Konzerte, Meditationen und Kinderprogramm

Kreuzgang mit farbigen Fenstern im Kloster Lüne. © NDR
Ein geheimnisvoller Ort: der Kreuzgang. Wer eine Führung macht, kann dort Interessantes entdecken, etwa einen Wetterstein.

Neben täglichen Führungen bietet Kloster Lüne eine Vielzahl kultureller Aktivitäten wie Konzerte, Vorträge und Meditationen an. Interessant für Kinder und Erwachsene sind die Märchen-Wandelgänge, bei denen eine Erzählerin bei einem Rundgang durch das Kloster Geschichten erzählt. Zur Anlage gehört auch ein Klostercafé. Die Außenanlagen sind von 10 bis 18 Uhr frei zugänglich.

Textilien bewundern und selbst herstellen

Kloster Lüne

Am Domänenhof 
21337 Lüneburg 
Tel.: (04131) 523 18

Kloster und Museum sind in der Regel von Anfang April bis Mitte Oktober geöffnet. Genaue Öffnungszeiten, Termine für Führungen sowie weitere Informationen auf der Website des Kloster.

In dem 1995 eröffneten Museum für sakrale Textilkunst stammen die ältesten Ausstellungsstücke - Altardecken und Fastentücher - aus der Zeit zwischen 1250 und 1340. Zu sehen sind außerdem Bildteppiche, die um 1500 entstanden, sowie Abendmahlsdecken, die zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert gefertigt wurden. Textilinteressierte können einen Blick in die Weberei werfen und dort auch einen Webkurs besuchen. Auch Kinder können die Kunst des Webens in speziellen Kursen lernen.

Karte: Hier liegt Kloster Lüne
Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 15.02.2020 | 18:00 Uhr

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