Stand: 03.05.2019 11:38 Uhr

Lauenburg: Malerische Schifferstadt an der Elbe

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Die Maria-Magdalenen-Kirche prägt Lauenburgs Altstadt.

Seit Jahrhunderten ist die Elbe die Lebensader Lauenburgs. Sie machte den Ort zur reichen Schifferstadt und zum wichtigen Anlaufpunkt für Reisende jeder Couleur - von Pilgern über Soldaten bis zu Kaufleuten. Mit der deutschen Teilung geriet Lauenburg wegen seiner Lage an der innerdeutschen Grenze ein wenig ins Abseits. Heute ist die schöne Altstadt mit dem malerischen Elbpanorama wieder ein beliebtes Ausflugsziel.

Luftaufnahme von Lauenburg an der Elbe

Schifferstadt an der Elbe: Tietzer in Lauenburg

Mein Nachmittag -

Das Elbpanorama macht Lauenburg zu einem beliebten Ausflugsziel. Reporter Sven Tietzer besucht die malerische Altstadt, hilft in der Hitzler Werft und erkundet die Kunstszene.

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Die Elbschifffahrt - Wurzel des Wohlstands

Die verkehrsgünstige Lage an der Elbe und an einer der ältesten Handelsstraßen Norddeutschlands, der Alten Salzstraße, brachte Lauenburg großen Wohlstand. Bereits 1417 erhielten die Lauenburger das Elbschifffahrts-Privileg. Damit wurde ihnen erlaubt, Waren nach Hamburg zu transportieren und sie dort zu verkaufen. Auch der Herzog profitierte von dem Warenfluss auf der Elbe: In Lauenburg mussten Schiffer für Weg und Güter Zoll zahlen. Heute feiert Lauenburg gemeinsam mit umliegenden Gemeinden jeweils Ende April den Auftakt der maritimen Tourismus-Saison mit einem Fest der Elbschifffahrt. Höhepunkt am "Kurs Elbe.Tag" ist ein Schiffskorso auf dem Fluss.

Malerische Altstadt mit reich verzierten Fachwerkhäusern

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Typisch für die Fachwerkhäuser in der Altstadt ist die kleine Treppe vor der Eingangstür.

Die Gilde der Schiffsherren war eine der reichsten und angesehensten in Lauenburg. Noch heute zeugen viele alte Bürgerhäuser von einstigen Wohlstand. Typisch sind die reich verzierten Fassaden und die vielen Fenster - ein architektonischer Ausdruck des Reichtums. Farbenprächtige Fachwerkhäuser aus vier Jahrhunderte stehen entlang der Elbstraße, der ältesten Straße Lauenburgs. Zu den schönsten gehört das mit üppigen Rosetten geschmückte "Mensingsche Haus" aus dem Jahr 1573.

Eine Besonderheit der Lauenburger Häuser sind die kleinen Treppen von der Straße zur Haustür. Schon im 17. Jahrhundert litt die Stadt häufig unter Hochwasser. So begannen die Lauenburger schließlich, das Erdgeschoss ihrer Häuser etwas erhöht anzulegen - eine einfache und wirkungsvolle Methode, um trockene Füße zu behalten. Bei starkem Hochwasser helfen allerdings auch die Stufen nicht mehr weiter.

Aufstieg zum Schlossturm

An die Vergangenheit als Herzogssitz erinnert in Lauenburg nur noch ein ehemaliger Schlossflügel, der heute die Stadtverwaltung beherbergt. Die Residenz auf einem rund 50 Meter hohen Hügel brannte 1616 nieder. Daraufhin wurde der Regierungssitz nach Ratzeburg verlegt. Noch erhalten ist der Schlossturm von 1477. Wer den Aufstieg meistert, dem bietet sich ein schöner Blick auf die Elbe und die Landschaft rund um die Stadt.

Der "Rufer" mahnte in Zeiten der Teilung

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Direkt am Elbufer scheint eine bronzene Schifferfigur über den Fluss zu rufen.

Ein Wahrzeichen Lauenburgs aus jüngerer Zeit steht ebenfalls zentral an der Elbstraße: der bronzene "Rufer" des Bildhauers Karlheinz Goedtke. Bei der Enthüllung der Skulptur im Jahr 1959 legte der damalige Bürgermeister Richard Reuter dem "Rufer" die Forderung nach Öffnung der innerdeutschen Grenze in den Mund: "Macht den Strom wieder frei!" So mahnte er bis 1990 zur deutschen Wiedervereinigung.

Schifffahrtsmuseum und Hitzler-Werft

Alles über die Geschichte der Lauenburger Schifffahrt können Besucher im Elbschifffahrtsmuseum im alten Rathaus erfahren. Dort steht auch die zweitälteste noch erhaltene Dampfmaschine der Elbschifffahrt. 1861 schipperte erstmals ein Lauenburger Dampfer mit Passagieren an Bord über die Elbe. Für den Reiseverkehr kam dies einer Revolution gleich: Plötzlich war es möglich, an einem Tag nach Hamburg zu reisen, dort seinen Geschäften nachzugehen und noch am selben Tag nach Lauenburg zurückzukehren. Vorher dauerte eine solche Reise mehrere Tage.

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2015 wurde der historische Raddampfer "Kaiser Wilhelm" in der Hitzler-Werft überholt.

Technisch Interessierten empfiehlt sich zudem ein Besuch der Hitzler-Werft. Sie wurde 1885 gegründet und ist als einzige von ehemals drei Lauenburger Werften noch immer in Betrieb. Ein weiteres technisches Denkmal ist das historische E-Werk aus den 20er-Jahren. Bis in die 80er-Jahre produzierte es Strom mithilfe einer Wasserturbine sowie dreier Dieselmotoren. Sowohl Hitzler-Werft als auch das E-Werk können im Rahmen von Führungen besichtigt werden, die die Tourist-Information vermittelt.

Mit dem "Kaiser" unterwegs auf der Elbe

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Eine Fahrt mit der "Kaiser Wilhelm" erinnert an vergangene Zeiten der Schifffahrt.

Wer in den Sommermonaten nach Lauenburg kommt, hat die Gelegenheit, zu einer besonderen Schiffstour auf der Elbe. Die "Kaiser Wilhelm" ist einer der letzten mit Kohle befeuerten Fahrgast-Raddampfer der Welt. Von Ende April bis Ende September fährt das im Jahr 1900 erbaute Schiff an vielen Wochenenden von Lauenburg nach Bleckede, Hitzacker oder Hamburg.

Schöne Touren per Rad und zu Fuß

Statt vom Wasser aus lassen sich Lauenburg und sein Umland auch ideal zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Die Stadt liegt unter anderem am Elberadweg sowie am Fernradweg Alte Salzstraße. Mehrere Wanderwege bieten Möglichkeiten für ausgedehnte Spaziergänge am Elbufer und durch den Naturpark Lauenburgische Seen oder entlang des Naturschutzgebietes Lauenburger Elbvorland.

Karte: Lauenburgs Sehenswürdigkeiten
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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 03.05.2019 | 16:20 Uhr

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