Stand: 23.07.2020 14:30 Uhr  - Nordtour

Boxenstopp-Route durchs Oldenburger Münsterland

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Moor und Geest, Wald und Wiesen prägen die Landschaft an der Boxenstopp-Route.

Die Boxenstopp-Route ist eine etwa 300 Kilometer lange Radtour durch das Oldenburger Münsterland. Der Weg beginnt in Cloppenburg und führt über Friesoythe, Barßel, Saterland, Essen, Damme, Lohne und Vechta wieder zurück zum Ausgangspunkt. Den Namen verdankt die Tour den zahlreichen Raststationen, die mit Sehenswürdigkeiten, Produkten aus der Region, Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten sowie ländlichen Aktiv- und Kulturangeboten locken. Die Landschaft entlang der Strecke ist geprägt von flachen Mooren und sanften Geesthügeln. Eine Windrose kennzeichnet die Beschilderung. Einzelne Abschnitte eignen sich auch für Tagesausflüge.

Baudenkmäler im Cloppenburger Freilichtmuseum

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Das Freilichtmuseum zeigt unter anderem diesen Pflug, mit dem einst die Moore im Emsland trockengelegt wurden.

Cloppenburg, die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises, ist für ihr großes Freilichtmuseum bekannt, eines der ältesten in Deutschland. Seit 1934 bewahrt es ländliche Baudenkmäler aus Niedersachsen: Bauernhöfe, Scheunen, Ställe, Wohnhäuser mit Mobiliar, historische Handwerksbetriebe, Windmühlen, ein Brauhaus und eine Kirche - insgesamt mehr als 50 Originalgebäude. Bei einer Besichtigung können Besucher zudem traditionelle Handwerkskunst erleben.

Tier- und Freizeitpark an der Thülsfelder Talsperre

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Große Wasserflächen prägen die Talsperre, die auch ein Naturschutzgebiet ist.

Von Cloppenburg aus führt die Boxenstopp-Route zur Thülsfelder Talsperre. Am besten lässt sich das Naturschutzgebiet um die Talsperre auf einem Rundweg erkunden. Mitten im Erholungsgebiet liegt zudem der Tier- und Freizeitpark Thüle. Rund 600 einheimische und exotische Tiere aus etwa 120 Arten sind dort zu Hause. Außerdem gibt es verschiedene Fahrgeschäfte, etwa eine Familien-Achterbahn.

Alte Hansestadt Friesoythe mit Postmuseum

Nächste Etappe ist die ehemalige Hansestadt Friesoythe, die einst für ihre Schmiedeprodukte im Norden bekannt war. Den Krieg hat nur wenig alte Bausubstanz überstanden: Sehenswert sind neben der neugotischen St.-Marien-Kirche das "Alte Amtsgericht", das "Alte Amtshaus" sowie das "Neue Amtshaus". Das Postgeschichtliche Museum informiert über die deutsche und regionale Post- und Kommunikationsgeschichte von 1750 bis heute.

Barßel-Saterland: Bootsfahrt auf Fehnkanälen

Die Boxenstopp-Route führt nun in das Erholungsgebiet Barßel-Saterland nach Barßel. Mehr als 60 Kilometer Wasserläufe, Flüsse und Fehnkanäle (Fehn heißt auf Niederländisch Moor) kennzeichnen das Erholungsgebiet. Bei einer Bootsfahrt über das Barßeler Tief, Soeste, Leda, Jümme und weitere Gewässer, lässt sich die Region ebenfalls erkunden. Auch für Paddeltouren sind die vielen Kanäle geeignet.

Elisabethfehn: Moormuseum über den Torfabbau

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Eine der schönsten Schifffahrtsstrecken im Norden: der Elisabethfehnkanal.

Von Barßel aus geht es auf dem zweiten Streckenabschnitt zunächst nach Elisabethfehn mit dem Moor- und Fehnmuseum, das direkt am gleichnamigen historischen Kanal liegt. Interessierte können sich hier über die Geschichte des Torfabbaus in der Region informieren. Der Elisabethfehnkanal ist der einzige noch voll schiffbare Fehnkanal in Deutschland. Mit seinen sieben typischen Klappbrücken und vier handbetriebenen Schleusen ist er eine der reizvollsten Schifffahrtsstrecken im Norden.

Saterland: Die altfriesische Sprachinsel

In der Gemeinde Saterland, der nächsten Station der Route, ist noch für rund 2.000 Menschen Altfriesisch die Muttersprache. Zweisprachige Ortseingangsschilder machen die Besonderheit der Region deutlich. Vorbei am Oster- und Westermoor ändert sich die Landschaft auf dem Weg nach Lindern. Die Geest mit Waldgebieten bestimmt südlich des Saterlands das Bild. Mehrere große Hünengräber stammen stammen aus dem dritten Jahrtausend vor Christus.

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Pure Idylle: Das Hasetal mit dem Rad entdecken

Auf 160 Kilometern schlängelt sich der Hasetal-Radweg von Osnabrück nach Meppen meist am Wasser entlang. Die Strecke führt durch viel Grün und interessante Städte. mehr

Durchs Hasetal nach Essen

Von Lindern geht es ohne jegliche Steigungen durch Felder und Wiesen weiter nach Löningen. Dort verläuft die Strecke an der Hase entlang. Das Erholungsgebiet Hasetal hat sich überregional als Radfahrparadies einen Namen gemacht. Das Hasetal bietet vielen seltenen Pflanzen und Tieren wie Eisvogel oder Biber idealen Lebensraum. An ausgewählten Wochenenden verkehrt eine Museumseisenbahn und nimmt auch Radfahrer an den Haltestellen mit. Der Zielort Essen (Oldenburg) lädt mit einem idyllischen Zentrum ein: Um das Rathaus und die Kirche St. Bartholomäus gruppieren sich alte Fachwerkhäuser.

Artland, Kloster Burg Dinklage und Dammer Berge

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Älteste Wasserburg im Oldenburger Münsterland: Kloster Dinklage.

Von Essen (Oldenburg) verläuft die Boxenstopp-Route durch das Artland, eine einmalige Kulturlandschaft mit mehr als 600 Giebelbauernhöfen. Durch den Dinklager Burgwald geht es weiter vorbei am Kloster Burg Dinklage, der ältesten Wasserburg im Oldenburger Münsterland. Die Burganlage ist heute eine Benediktinnerinnenabtei, die zu Gottesdiensten und einer Kaffeepause einlädt. Es folgt ein Abschnitt mit schönen Fachwerkhäusern und Obstplantagen in das Erholungsgebiet Dammer Berge. Der Zielort Damme besticht durch die Pfarrkirche St. Viktor mit ihrem Turm aus dem 13. Jahrhundert sowie dem Stadtmuseum in der Lindenstraße.

Dümmer See und Industriemuseum in Löhne

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Die Radroute führt auch am Dümmer See vorbei.

Von Damme aus wendet sich die Route ostwärts zum Dümmer See. Das Westufer von Niedersachsens zweitgrößtem Binnensee ist ein Naturschutzgebiet. Bei Führungen haben Besucher die Möglichkeit, Rohrdommel, Fischreiher oder Sumpfhuhn zu beobachten.

Auf dem sogenannten Pickerweg geht es weiter Richtung Norden. Die ehemalige Handelsstraße verband im Mittelalter die Hansestädte Hamburg und Bremen mit dem Westen Deutschlands. Vorbei am Diepholzer Moor führt der Weg durch kleine Dörfer und Forststraßen nach Steinfeld. Entlang des Lohner Moores geht es nach Lohne. Das Industriemuseum Lohne bietet ein umfassendes Bild der Industriegeschichte der Region. Die Vorführung einer echten Dampfmaschine ist nur eine der Attraktionen.

Von Vechta zum Goldenstedter Moor

Die Route führt weiter in die bekannte Reiterstadt Vechta. Im Museum im Zeughaus gibt es nicht nur Interessantes über das Mittelalter zu erfahren, sondern auch eine Menge zu erleben. In der Museumsschmiede dürfen Kinder selbst schmieden sowie Schwerter und Helme anfassen und aufsetzen.

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Das Goldenstedter Moor können Besucher auf einem Lehrpfad erkunden.

Von Vechta geht es weiter in Richtung Goldenstedt. Das Goldenstedter Moor ist Teil der Diepholzer Moorniederung und gehört zu den wertvollsten Moorlandschaften in Deutschland. Neben seltenen Pflanzen wie Sonnentau oder Wollgras sind im Moorgebiet auch verschiedene Vögel wie Kranich oder Schnepfenarten anzutreffen. Das Naturschutz Informationszentrum Goldenstedter Moor informiert über die Flora und Fauna. Highlight sind der Moortunnel und die Moorbahn.

Visbek: Steindenkmäler und Hünengräber

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Der "Heidenopfertisch" gehört zu den bekanntesten Großsteingräbern in Norddeutschland.

Von Goldenstedt sind es gut zehn Kilometer nach Visbek. Die Gegend ist für die zahlreichen Steindenkmäler und historischen Funde bekannt. Sie weisen auf eine frühe Besiedlung hin und gelten als bedeutendste archäologische Stätten der norddeutschen Vorgeschichte. Imposant sind die Großsteingräber, auch Hünengräber genannt. 104 Meter lang und neun Meter breit ist zum Beispiel das sogenannte Bräutigamsgrab.

Mystische Großsteingräber bei Wildeshausen

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Eine Art Stonehenge: In der Wildeshauser Geest führt die sogenannte Straße der Megalithkultur zu einigen der beeindruckendsten Grabstätten, die es in Norddeutschland gibt.

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Abstecher in den Krattwald bei Emstek

Über die A 1 hinweg und durch die Emsteker Ortsteile Garthe, Halen und Höltinghausen geht es zurück nach Cloppenburg. Im Norden von Emstek, an der B 213, lohnt sich ein Abstecher in den Forst-Urwald Baumweg. Das große Waldgebiet wurde im Mittelalter intensiv genutzt. Weidetiere nagten an den Bäumen und sorgten so für eigenwillig gewachsene Bäume - einen sogenannten Krattwald.

Die Boxenstopp-Tour im Überblick

Länge: 306 Kilometer
Start und Ziel: Cloppenburg oder jeder andere Ort an der Rundstrecke
Orte an der Strecke: Barßel, Friesoythe, Saterland, Essen, Damme, Lohne, Vechta
Markierung: in beiden Richtungen mit grün-gelben Schildern gekennzeichnet

Weitere Informationen zur Boxenstopp-Route bietet die Website des Oldenburger Münsterlandes.

Karte: Radtour Boxenstopp-Route (grober Verlauf)
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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 23.05.2020 | 18:00 Uhr

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