Stand: 02.08.2019 16:01 Uhr

Artland: Prächtige Höfe per Rad entdecken

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Die mächtigen historischen Bauernhäuser sind typisch für das Artland.

Ein wenig erinnert es an einen Besuch im Freilandmuseum. Wer das Artland bereist, trifft immer wieder auf mächtige historische Bauernhäuser, meist außerhalb der Dörfer, umgeben von alten Eichen. Die großen Hofanlagen in der Region nördlich von Osnabrück stammen überwiegend aus der Zeit um 1750, der Blütezeit der Landwirtschaft im Artland. Viele weisen noch die typische Form mit den rechtwinklig um den Innenhof angeordneten Gebäuden auf und stehen inzwischen unter Denkmalschutz.

Charakteristisch für die Fachwerkhäuser sind ihre Giebelseiten, die mehrfach über die Grundmauern vorspringen. Neben den Bauernhöfen sind auch in den Orten des Artlands viele Fachwerkhäuser denkmalgeschützt - insgesamt rund 1.000 Gebäude.

Eine Reisegruppe unterhält sich über den Ackerschnacker.

Mit dem "Ackerschnacker" durch das Artland

Nordtour -

Der "Ackerschnacker" ist ein typischer Artländer und heißt eigentlich Kalle. Er begleitet Radfahrer auf einer Tour durch die Region um Quakenbrück. An festen Hörstationen informiert Kalle die Radler.

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Landschaft erinnert an einen großen Park

Die Bauernhof-Kultur mit Herrensitzen, historischen Dorfkernen und alten Dorfkirchen prägt die flache Geestregion. Besonders um Quakenbrück, der größten Stadt im Artland, wirkt die Landschaft häufig wie ein riesiger Park. Ihren Wohlstand verdankten die Bauern dem kleinen Fluss Hase. Er überflutete die Gegend früher regelmäßig und ließ Mineralien und fruchtbare Erde zurück. Inzwischen zähmen Dämme die Hase und schützen das Artland vor Überschwemmungen, doch auf den Äckern wächst noch immer viel Getreide.

Rundtouren auf dem Rad durchs Artland

Das Artland

Die Samtgemeinde Artland mit 189 Quadratkilometern Fläche liegt im Norden des Landkreises Osnabrück. Mitgliedsgemeinden sind Quakenbrück, Badbergen, Menslage und Nortrup. Der Begriff Artland stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sein Ursprung ist nicht eindeutig geklärt. Die kulturellen Grenzen des Artlandes ragen teilweise in die heutigen Nachbarkreise.

Die Artländer Parklandschaft ist mit ihren vielen Radwegen ein ideales Gebiet für Radwanderer. Mehrere Touren sind ausgeschildert: Die Giebeltour stellt die Bauernhöfe und Fachwerkgiebel südlich von Quakenbrück in den Mittelpunkt. Ohne nennenswerte Steigungen führt die Rundtour 64 Kilometer von Quakenbrück zunächst in südöstliche Richtung, dann nach Westen über Badbergen und Nortrup zurück nach Quakenbrück.

Auch die Ackerschnackertour beginnt in Quakenbrück, wendet sich aber nach Westen bis nach Menslage. Südlich geht es weiter über Nortrup auf insgesamt 54 Kilometern wieder nach Quakenbrück. An sieben Hörstationen an der flachen Route erfahren Besucher Wissenswertes über die Region - erzählt vom sogenannten Ackerschnacker.

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Steigungen gibt es auf den Radtouren durchs Artland kaum.

Einen umfassenden Überblick bietet die Artland-Rad-Tour. Mit 145 Kilometern eignet sich die Rundstrecke allerdings eher für einen mehrtägigen Ausflug. Auf der Gartentour der Gemeinde Nortrup können Radler schöne Cáfehäuser, Bauern- und Siedlungsgärten besuchen. Die 40 Kilometer lange Kunsttour führt zu Künstlern und Kunsthandwerkern im malerischen Menslage. Zahlreiche Hofcáfes an den Strecken laden zu einer Rast ein.

Von der Hase an die Ems

265 Kilometer lang ist die Hase-Ems-Tour, die entlang des Flusses durch das Osnabrücker Land und das Hasetal ins Emsland führt. Auch Wassersportlern bietet die Region viele Möglichkeiten. Die 170 Kilometer lange Hase, die im Teutoburger Wald entspringt und in Meppen in die Ems mündet, eignet sich bestens zum Kanufahren oder Paddeln.

Quakenbrück - das "Rothenburg des Nordens"

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Das Rathaus im klassizistischen Stil stammt aus dem Jahr 1818.

Historisch interessant ist die ehemalige Burgmann- und Hansestadt Quakenbrück, sie diente dem Bistum Osnabrück einst als Sicherung nach Norden. Burgmänner schützten die Stadt, die im Jahre 1235 erstmalig urkundlich erwähnt wurde. Reste der bischöflichen Burg sind heute in der St.-Marien-Kirche zu finden. Auch in Quakenbrück prägt Fachwerk-Architektur das Straßenbild. So wird die Stadt oft als "Rothenburg des Nordens" bezeichnet. Sehenswert ist etwa der historische Marktplatz mit zahlreichen denkmalgeschützten Fachwerkbauten und dem klassizistischen Rathaus. Die alten Burgmannshöfe von Quakenbrück sind ebenfalls gut erhalten.

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Die Hohe Pforte aus dem Jahr 1485 ist das letzte erhaltene Stadttor in Quakenbrück.

Ein Rest der ehemaligen Stadtbefestigung, die Hohe Pforte, bildet heute den Eingang zur Fußgängerzone. Einen lohnenden Einblick in die Geschichte Quakenbrücks bietet das Stadtmuseum am Marktplatz. Dort erfahren Besucher auch, dass die Stadt 1554 dem westfälischen Hansebund beigetreten ist und sich als Handelsplatz einen Namen gemacht hat. In Quakenbrück befindet sich auch der größte Weinkeller Niedersachsens. Dort finden regelmäßig Weinproben statt, gefüllte Fässer lagern in dem Keller allerdings nicht mehr.

Einen Abstecher lohnt die Everdings Mühle aus dem Jahr 1785. Sie liegt etwas außerhalb von Quakenbrück und ist von einem liebevoll gepflegten Rosengarten umgeben. Das historische Bauwerk kann nach Anmeldung besichtigt werden.

Karte: Die Region Artland
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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 03.08.2019 | 18:00 Uhr

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