Stand: 27.09.2019 09:03 Uhr  | Archiv

Technische Denkmäler rund ums Wasser erleben

Ein Maschinentelegraf im Schifffahrtsmuseum Kiel. © NDR Foto: Pavel Stoyan
Historische Schiffe beeindrucken mit vielen technischen Details.

Ob Dampfschiff oder Schleuse, Mühle oder Brücke: Wasser spielt bei vielen technischen Anlagen eine entscheidende Rolle. Besonders in Norddeutschland zeugen zahlreiche Industriedenkmäler von der Bedeutung, die Wasser für die industrielle Entwicklung hatte und noch hat. Bei den "Tagen der Industriekultur am Wasser" können Interessierte etliche der Denkmäler genauer kennenlernen. Rund 120 technische Anlagen an fast 60 Orten öffnen am 28. und 29. September für Besucher. Viele Veranstaltungen sind kostenfrei, bei anderen müssen Besucher Eintritt bezahlen.

Rundgänge, Führungen, Besichtigungen

Zu besichtigen sind unter anderem Hafenanlagen, Werften und Leuchttürme. Außerdem sind mehrere historische Wassermühlen geöffnet, darunter die Stadtwassermühlen an der Wakenitz in Lübeck, die Wassermühlen in Klein Rönnau und Lübz sowie die Schleifmühle in Schwerin. In Schwerin gibt es zusätzlich einen Stadtrundgang zur Industriekultur und die Drehbrücke von 1897 hinter dem Schloss wird um 15 Uhr geöffnet.

Auf dem Programm stehen außerdem viele Führungen, etwa durch die Alten Häfen von Cuxhaven, Wismar, Lüneburg und Stade sowie durch den Hafen von Freiburg/Elbe. In Geesthacht können sich Interessierte die Eisbrecher-Flotte ansehen: zehn Schiffe der Baujahre 1949 bis 2011.

Schwerpunkt Hamburg

Die Einlaufparade beim 830. Hamburger Hafengeburtstag. © NDR Foto: Axel Herzig
Der Dampfeisbrecher "Stettin" von 1933 liegt im Museumshafen Oevelgönne.

Ein Schwerpunkt des Programms liegt in Hamburg. Mehrere Schiffe können dort besichtigt werden, darunter die Segler "Frieda" und "Johanna", das Feuerlöschboot "Repsold", der Dampfeisbrecher "Stettin" und der Peildampfer "Schaarhörn" von 1908. Im Harburger Binnenhafen stehen zwei historische Kräne im Mittelpunkt. Das Wasserwerk auf der Elbinsel Kaltehofe versorgte die Hansstadt einst mit Trinkwasser, im Getreidesilo Hammerbrook lagerte Korn und die Veringschleuse war wichtig für die Industrie in Wilhelmsburg.

Unterwegs am und auf dem Wasser

Historische Schiffe sind auch in anderen Orten beliebte Attraktionen der Industriekulturtage. In Glückstadt etwa ist der alte Ewer "Frieda" zu besichtigen, im Binnenhafen findet ein maritimer Flohmarkt mit historischen Schiffen statt. In Kiel öffnet das alte Dampfschiff "Bussard", ein Tonnenleger. Das Schifffahrtsmuseum zeigt die Ausstellung "Die Stunde der Matrosen. Kiel und die deutsche Revolution 1918". In Siebeneichen bei Büchen können sich Besucher mit der Seilfähre über den Elbe-Lübeck-Kanal setzen lassen. Brunsbüttel lädt zu Führungen der riesigen Schleusenanlagen am Nord-Ostsee-Kanal ein.

Kraftwerke und Leuchttürme

Leuchtturm in Warnemünde in der Abendsonne © NDR Foto: Antje Wendland
Der repräsentative Leuchtturm in Warnemünde steht an der Strandpromenade.

Faszinierend sind auch das Pumpspeicher-Kraftwerk am steilen Elbhang in Geesthacht und das Wasserkraftwerk aus dem Jahr 1924 im mecklenburgischen Zülow. Liebhaber von Leuchtürmen können zur "Dicken Berta" nach Cuxhaven-Altenbruch kommen, zum kleinen Unterfeuer Twielenfleth bei Stade oder zum Leuchtturm Warnemünde an der Ostsee.

Mit dem Rad zu den Denkmälern

Viele Veranstalter bieten Rundgänge und Spaziergänge, einige auch Radtouren an, wie etwa in Lauenburg/Elbe. Zu den genannten Veranstaltungen kommen viele weitere hinzu, das Programm ist sehr umfangreich. Auf der Website der Industrietage finden Interessenten alle Termine und Veranstaltungen. Die Tage der Industriekultur am Wasser finden seit 2011 jedes zweite Jahr statt. Organisator ist die Regionalpartnerschaft "Metropolregion Hamburg".

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