Die Elbinsel Kaltehofe aus der Luft. © Stiftung Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe

Zur Wasserkunst auf die Elbinsel

Stand: 05.08.2021 15:07 Uhr

Nicht weit von der Hamburger City entfernt liegt die Elbinsel Kaltehofe. Einst versorgte sie die Stadt mit gefiltertem Wasser, heute ist die Insel ein Naherholungsgebiet mit Park, Naturpfad und Museum.

Aus der Luft sieht Kaltehofe aus wie ein längliches Schachbrett - große, rechteckige Wasserbecken reihen sich aneinander. Entstanden sind sie 1890, als der Senat aufgrund massiver Probleme bei der Wasserversorgung - in den Leitungen lebten Fische und Würmer - entschied, dort ein Wasserwerk zu bauen. Große Filterbecken wurden ausgehoben und Wasser aus der Elbe hineingepumpt.

Schieberhäuschen für die Wasserfiltration

Blick auf das Industriedenkmal Kaltehofe. © Stiftung Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe
Zu der Anlage zählt neben den Wasserbecken eine historische Villa und ein Neubau, in denen sich das Museum befindet.

An den Becken stehen heute insgesamt 40 kunstvoll gestaltete Häuschen aus Backstein. Sie dienten früher als Schieberhäuschen für die Wasserfiltration: Durch jeweils ein Häuschen floss das verschmutzte Wasser in das Becken, wurde dort sandgefiltert und später über das zweite Häuschen weiter zum nächsten Becken geleitet. Entworfen wurden sie von dem Speicherstadt-Architekten Franz Andreas Meyer.

Vom Wasserwerk zum Museum

Fast 100 Jahre war das Wasserwerk in Betrieb, bis es 1990 stillgelegt wurde. Danach wurde die Insel viele Jahre sich selbst überlassen, bis der Senat schließlich den Naturpark und ein Museum einrichten ließ. Entstanden ist ein vielfältiges Angebot für Ausflügler, Naturliebhaber und Kulturinteressierte. Das Museum, das sich in einer historischen Villa und einem modernen Anbau befindet, dokumentiert die Geschichte des Wasserwerks sowie der Brunnen und Wasserspiele in Hamburg und deren Funktionsweise. Ein angeschlossenes Café mit großer Terrasse bietet Getränke, Kuchen und warme Gerichte an.

Große Artenvielfalt auf Kaltehofe

Schieberhäuschen auf der  Elbinsel Kaltehofe. © Stiftung Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe
Die Schieberhäuschen dienten der Kontrolle und Regelung des Wasserstandes und der Filterung.

Besonders interessant ist der Außenbereich mit den Schieberhäuschen und Filterbecken. Ein Naturerlebnispfad führt an ihnen vorbei. Drei der Becken sind inzwischen Biotope. Die Artenvielfalt auf der Insel ist beeindruckend. Mehr als 280 Pflanzenarten wachsen dort, 44 Vogelarten nutzen die Flächen als Rast- und Brutgebiet. Sogar ein Biber hat sich in Kaltehofe angesiedelt. Tafeln informieren über Flora und Fauna, eine Plattform am Naturerlebnispfad lädt zur Vogelbeobachtung ein.

Naturkundliche und thematische Führungen

Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe

Kaltehofe Hauptdeich 6-7
20539 Hamburg
Tel. (040) 78 88 49 99-0

Anfahrt: S-Bahn Rothenburgsort oder Tiefstack oder Buslinie 530 (hält direkt an der Wasserkunst)

Eintritt: Naturpark und Erlebnispfad kostenlos, Museum kostenpflichtig

weitere Infos auf der Website der Wasserkunst

Wer mehr wissen möchte, kann an speziellen Führungen teilnehmen, etwa zum Thema Vogelkunde oder auf den Spuren von Fledermäusen. An ein dunkles Kapitel der Geschichte erinnert seit 2016 ein Mahnmal an einem der Becken. Es wurde zum Gedenken an die Zwangsarbeiter bei den Hamburger Wasserwerken und der Stadtentwässerung im Zweiten Weltkrieg errichtet. Die Stiftung Wasserkunst bietet neben den naturkundlichen auch zahlreiche weitere thematische Führungen sowohl durch den Innen- als auch Außenbereich an.

Mit dem Rad zur Elbinsel

Entdecken lässt sich die Insel am besten mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Autos und Motorräder dürfen Kaltehofe nicht durchqueren, können aber bis zum Parkplatz am ehemaligen Wasserwerk fahren (Zufahrt über Ausschläger Elbdeich).

Karte: Hier liegt die Insel Kaltehofe

Weitere Informationen
Kinder sitzen auf Plumsklos in einem Hamburger Hinterhof © Staatsarchiv

Als Hamburg stank und Alsterwasser trank

"Auf der einen Seite wurde geschietert, auf der anderen Wasser geholt": Dank eines britischen Ingenieurs hat sich dieser Zustand in Hamburg geändert. Eine Geschichte der Wasserver- und entsorgung. mehr

Dieses Thema im Programm:

die nordstory | 06.03.2020 | 14:15 Uhr

Blick von der Elbe auf die Hamburger Landungsbrücken © NDR Foto: Kathrin Weber

Hamburg: Vielseitige Metropole am Wasser

Elbphilharmonie, Alster, Hafen und viel Grün: Hamburg hat viele Facetten. Wasser spielt dabei eine wichtige Rolle. Tipps für Besucher. mehr

Urlaubsregionen im Norden