Stand: 04.03.2019 13:28 Uhr

Im Einklang mit der Natur gärtnern

Viele Gärtner wissen: Wenn die Forsythie blüht, ist es Zeit, die Rosen zu schneiden. Sie orientieren sich am sogenannten phänologischen Kalender. Dieser unterteilt das Jahr nicht in vier, sondern in zehn Jahreszeiten. Dabei gelten unter anderem bestimmte Wild-, Nutz- und Zierpflanzen als Hinweisgeber darauf, dass eine bestimmte Vegetationsperiode begonnen hat. Wer auf diese sogenannten Zeigerpflanzen achtet, kann im Einklang mit der Natur gärtnern und den richtigen Zeitpunkt für die Aussaat von Gemüse oder den Rückschnitt bestimmter Pflanzen finden.   

Vorfrühling: Schneeglöckchenblüte

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Schneeglöckchen künden vom Ende des Winters.

Die zarten, weißen Blüten der Schneeglöckchen kündigen das Ende des Winters an. Das ist der richtige Zeitraum, um Gemüse wie Tomaten, Kohlrabi, Sellerie und Paprika im Haus vorzuziehen. Im Garten können jetzt die Beete vorbereitet und Kompost ausgebracht werden. Bei frostfreiem, trockenem Wetter können Hecken und Obstbäume geschnitten werden.

Erstfrühling: Forsythienblüte

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Die blühende Forsythie läutet das Nutzgartenjahr ein.

Wenn ab etwa Ende März die Forsythie blüht, kann das Gärtnerjahr richtig beginnen. Jetzt können Radieschen, Erbsen und Möhren ins Freiland ausgesät werden. Erste Zwiebeln können gesteckt werden. Im Haus oder im Frühbeet beginnt die Aussaat von Blumenkohl, Brokkoli, Kopfsalat, Gurken und Zucchini. Im Garten steht für Rosen und Beerensträucher jetzt ein Schnitt an.

Vollfrühling: Apfelblüte

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Mit der Apfelblüte können die meisten Gemüsesorten ausgesät werden.

Die Apfelblüte ab Mitte April bis Ende Mai ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass der Frühling im vollen Gange ist. Ob Mais, Salate oder weitere Möhren und Radieschen: Jetzt kann fast alles in die Erde. Mit Bohnen und Gurken sollte man allerdings bis zu den Eisheiligen Mitte Mai warten. Auch die vorgezogenen Tomaten-, Zucchini- und Paprikapflanzen können nach diesem Termin ins Freiland.

Frühsommer: Holunderblüte

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Die Holunderblüte zeigt an, dass das Wintergemüse in die Erde kann.

Wenn ab Anfang Juni Holunder und Pfingstrose blühen, hat der Frühsommer begonnen. Die richtige Zeit, um Wintergemüse wie Grünkohl und Rosenkohl zu pflanzen. Außerdem können Bohnen, Sommerradieschen und Sommersalate gesät werden - sowohl als Erst- als auch als Folgesaat. Jetzt ist auch die richtige Zeit für den Heckenschnitt. Aber Vorsicht: Die Gehölze zuvor immer gründlich auf nistende Vögel untersuchen.

Hochsommer: Johannisbeere, Lavendel und Linde

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Zusammen mit der Lavendel- und der Lindenblüte zeigen die ersten reifen Johannisbeeren an, dass der Hochsommer da ist.

Blühender Lavendel, erste reife Stachel- und Johannisbeeren sowie die Lindenblüte sind sichere Anzeichen dafür, dass der Hochsommer beginnt. Das ist meist zwischen Ende Juni und Ende Juli der Fall. Späte Gemüse wie Fenchel, Chinakohl, Porree und Rote Bete können jetzt gesät und gepflanzt werden. Die Erdbeerernte neigt sich dem Ende zu - ein guter Zeitpunkt, um mit den Ablegern neue Beete anzulegen.

Spätsommer: Heidekrautblüte und reife Frühäpfel

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Laut Faustregel blüht das Heidekraut ungefähr vom 8. August bis zum 9. September.

Wenn das Heidekraut blüht und die ersten Äpfel reif sind, ist der Spätsommer da. Noch ist es nicht zu spät, um Gemüse wie Spitzkohl, Feldsalat oder Rettich auszusäen. Auch Radieschen können noch einmal ins Beet. Hecken können jetzt einen zweiten Schnitt bekommen. Die Jahreszeit ist auch ideal, um den Kompost umzusetzen.

Frühherbst: Holunderbeeren- und Zwetschgenreife

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Wenn die Holunderbeeren reif sind, können Zwiebeln von Tulpen und anderen Frühblühern gesetzt werden.

Wenn die Holunderbeeren und die Zwetschgen reif sind, ist das Gartenjahr im September und damit im Frühherbst angekommen. Wer mag, sät noch einmal Feldsalat, Spinat und Radieschen aus. Auch der Rhabarber für das nächste Jahr sollte jetzt in die Erde. Der Rasen kann jetzt eine Herbstdüngung vertragen und Blumenzwiebeln für die Frühblüher gesetzt werden.

Vollherbst: Kastanienreife

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Die Rosskastanie zeigt an, dass der Herbst Einzug gehalten hat.

Reife Rosskastanien und erste Laubfärbungen zeigen ab Ende September den Vollherbst an. Im Nutzgarten gibt es jetzt noch einiges zu tun. Denn der Zeitraum ist ideal, um Kompost auf die Beete auszubringen und neue Obstbäume und Beerengehölze zu pflanzen. Knollen von Dahlien und Gladiolen sollten jetzt ausgegraben und zum Überwintern eingelagert werden. Wer noch keine Zwiebeln für Tulpen oder Narzissen gesetzt hat, kann diese jetzt noch pflanzen.

Spätherbst: Laubfärbung und -fall

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Wenn die Blätter fallen, stehen die letzten Arbeiten des Gartenjahres an.

Auch Ende Oktober und im November stehen noch einige Gartenarbeiten an. Kaltkeimer wie Pfingstrosen und Schlüsselblumen brauchen den Kältereiz, um aufzugehen und kommen jetzt in die Erde. Außerdem ist jetzt die Zeit, um die Beete zu lockern, zu mulchen und so für den Winter vorzubereiten. Die Gartengeräte werden jetzt winterfest gemacht, kälteempfindliche Kübelpflanzen kommen spätestens jetzt ins Winterquartier.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Wiswedel & Mahrhold - Der NDR 2 Nachmittag | 17.01.2019 | 14.05 Uhr

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