Stand: 26.06.2019 09:48 Uhr

Hecken im Sommer in Form schneiden

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Von März bis September ist gesetzlich nur ein Formschnitt von Hecken erlaubt.

Hecken sind ein natürlicher Sichtschutz, dienen als Zaunersatz oder setzen - besonders in Form geschnitten - optische Highlights im Garten. Damit sie nicht verkahlen, sollten sie regelmäßig geschnitten werden. Der Hauptschnitt erfolgt bei den meisten Pflanzen im Winter, er sorgt dafür, dass sie im Frühling kräftig neu austreiben. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist ein radikaler Rückschnitt oder das Entfernen der Hecke nur in der Zeit von Oktober bis Februar erlaubt, damit Vögel nicht beim Brüten gestört werden. In der Zeit von 1. März bis 30. September ist jedoch ein "schonender Form- und Pflegeschnitt" erlaubt. Dennoch: Bevor man in dieser Zeit die Heckenschere ansetzt, sollte das Gehölz genau nach brütenden Vögeln und Nestern abgesucht werden.

Formschnitt und Pflegeschnitt rund um den 24. Juni

Ein schonender Pflegeschnitt vieler Heckenpflanzen ist im Sommer rund um den 24. Juni, dem Johannistag, empfehlenswert. Dies ist der Zeitpunkt, ab dem bei einigen Heckenpflanzen wie Buche und Ahorn der zweite Blattaustrieb beginnt. Wird die Hecke zu diesem Zeitpunkt geschnitten, wächst sie nicht mehr stark nach und behält die gewünschte Form. Dabei sollte etwa ein Drittel des Neuaustriebs stehen bleiben. Wann und wie oft eine Hecke geschnitten werden sollte, ist abhängig vom jeweiligen Gehölz. Hainbuchenhecken werden beispielsweise am besten Ende Juli/Anfang August geschnitten. Im Frühjahr blühende Pflanzen wie zum Beispiel Deutzien, Forsythien oder Gartenjasmin sollten nicht im Winter, sondern nach der Blüte geschnitten werden.

Wird zu spät im Sommer geschnitten, ist die Wundheilung meist schlecht. Das ist insbesondere bei Buchsbäumen ein Problem, sie bekommen braune Blattränder. Und: Manche Pflanzen treiben bei spätem Schnitt selbst im August/September nochmals aus, die jungen Triebe sind dann aber stark frostgefährdet.

Trapezförmiger Aufbau der Hecke wichtig

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Nach oben hin sollte die Hecke schmaler werden.

Das Wichtigste beim Heckenschnitt ist die richtige Form. Eine Hecke sollte einen trapezförmigen Aufbau haben: Sie sollte nach oben hin schmal zulaufen, an der Basis also breiter als an der Krone sein. Dies wird auch als konischer oder pyramidaler Schnitt bezeichnet. Auf diese Weise gelangt ausreichend Licht an die unteren Pflanzenteile und das Gehölz verkahlt nicht von unten. Das ist besonders wichtig bei Hecken aus Nadelgehölzen (Koniferen), Thuja und Scheinzypresse beispielsweise treiben gar nicht oder erst nach Jahren wieder aus. Sie dürfen aus diesem Grund auch nicht bis ins alte Holz zurückgeschnitten werden. Insbesondere immergrüne Heckenpflanzen sollten nicht an heißen, sonnigen Tagen geschnitten werden.

Damit der Schnitt möglichst gerade ausfällt, kann zur Orientierung eine Schnur zwischen zwei Pfosten gespannt werden. Als Erstes werden die Seitenflächen (zum Beispiel mit einem längeren Scheren-Schwert) von unten nach oben geschnitten, erst dann folgt der Schnitt der Krone. Zwischendurch immer wieder den Gesamteindruck überprüfen und kleine Fehler ausgleichen. Der Heckenschnitt kann beispielsweise im Komposter entsorgt oder zum Mulchen verwendet werden.

Scharfe Heckenschere genügt für viele Hecken

Die Sicherheit steht an vorderster Stelle bei der Gartenarbeit. Empfehlenswert sind auf jeden Fall Handschuhe und bei elektrischen Heckenscheren eine Schutzbrille. Das Werkzeug selbst sollte vor allem scharf sein. Für einen besonders sauberen, schonenden Schnitt genügt meist eine klassische Heckenschere, insbesondere bei immergrünen Laubhecken aus Kirschlorbeer. Mit einer scharfen Gartenschere kann man zudem den einen oder anderen dickeren oder ausgefransten Ast sauber wegschneiden.

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Motorheckenscheren sind eher etwas für Profis und wiegen außerdem oft mehr als fünf Kilo und sind somit nicht sehr handlich. Akku-Heckenscheren wiegen etwa drei Kilogramm, manche Akkus haben aber Laufzeiten von nur 50 Minuten. Man sollte also schon vor dem Kauf eines solchen Geräts den Zeitaufwand fürs Schneiden abschätzen. Die Art der Hecke ist auch für die Qualität des Werkzeugs entscheidend: Einfache Qualitäten können für Hecken, die leicht zu schneiden sind, ausreichend sein. Bei stärkerem Holz versagen billige Geräte oft schnell, etwa wenn die Klingen eine schlechte Qualität haben und nicht gut verarbeitet sind, oft ist die Motorleistung gering oder es kommt schnell zu Materialermüdung. In vielen Tests schnitten "günstige" Geräte entsprechend schlecht ab.

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Dieses Thema im Programm:

Lust auf Norden | 29.06.2018 | 18:15 Uhr

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