Lilafarbene Bauernhortensie © NDR Foto: Udo Tanske

Hortensien-Pflege leicht gemacht

Stand: 26.05.2021 16:09 Uhr

Mit ihren hübschen Dolden verschönern Hortensien den Garten. Wachsen sie am richtigen Standort, ist der Aufwand für die Pflege nicht sonderlich hoch. Allerdings benötigen die Pflanzen viel Wasser.

Lange galten sie als altmodisch, heute blühen sie wieder in vielen Gärten: Hortensien (Hydrangea). Am bekanntesten ist die Gartenhortensie, die unter anderem auch als Bauernhortensie bekannt ist. Natürlicherweise sind ihre Blüten violett, rosa oder weiß. Blütezeit ist je nach Sorte von Juni bis September. Der Standort sollte am besten im Halbschatten liegen und der Boden nährstoffreich und nicht verdichtet sein.

Pflege: Hortensien kräftig gießen

Lilafarbene Bauernhortensie © imago images / AFLO
Hortensien benötigen viel Wasser.

Generell gilt: Hortensien lieben Wasser, die Erde muss daher vor allem bei trockenem und warmem Wetter feucht gehalten werden. Das gilt auch für Hortensien im Kübel - wobei immer darauf geachtet werden muss, dass keine Staunässe entsteht. Bei anhaltender großer Hitze sollten sie morgens und abends gegossen werden, denn die Pflanzen verdunsten über ihre vielen Blätter jede Menge Wasser.

Gießtrick für Hortensien im Beet

Wenn man ein oder zwei Tage mal nicht gießen kann, lohnt sich der Kauf eines einfachen Maurerkübels aus Kunststoff, es gibt ihn in Baumärkten in verschiedenen Größen für wenig Geld. In so einen Kübel einfach in den Boden ein Loch bohren. Den Kübel mit Wasser befüllen und neben die Hortensie ins Beet stellen. Das Wasser tropft dann langsam durch das kleine Loch in den Wurzelbereich der Pflanze und hilft ihr so über den heißen Tag.

Trick zur Bewässerung im Topf

Eine Rispenhortensie wächst in einem Kübel © NDR
Hortensien im Kübel sind ein Hingucker auf jeder Terrasse.

Wer eine Bewässerungshilfe für seine Balkonpflanze benötigt, kann zu einer Plastikflasche greifen. In den Deckel der leeren Flasche ein oder zwei kleine Löcher piksen oder bohren und die Flasche mit Wasser befüllen. Den Deckel aufschrauben und kopfüber in die Erde des Blumenkübels stecken. Das Wasser tropft langsam aus dem Deckel heraus und versorgt die Hortensie für einige Zeit. Zur Sicherheit sollte man vorher ausprobieren, ob ausreichend Wasser entweicht oder ob ein weiteres Loch im Deckel notwendig ist.

Hortensien pflanzen - am besten im Spätsommer

Weiß blühende Dolden einer Rispenhortensie © picture alliance / dpa Themendienst Foto: Andrea Warnecke
Rispenhortensien bilden üppige, besonders attraktive Blüten.

Ein tiefgründiger, lockerer und humoser Gartenboden ist ideal, der Standort sollte windgeschützt sein. Vor dem Pflanzen Hortensien für etwa zehn Minuten in einen mit Wasser gefüllten Eimer stellen, damit sich der Wurzelballen vollsaugen kann. Die beste Pflanzzeit ist der Spätsommer. In dieser Phase haben die Pflanzen noch viele Wochen Zeit, um Wurzeln zu bilden. Außerdem lassen sich beim Kauf Formen und Farben der Blüten am besten beurteilen. Hortensien lassen sich zudem im Sommer ganz einfach mit Stecklingen vermehren.

Hortensien richtig schneiden

Wann und wie stark eine Hortensie beschnitten wird, hängt von der jeweiligen Art ab. Bei der beliebten Bauernhortensie sollten etwa im zeitigen Frühling nur erfrorene oder abgestorbene Triebe entfernt werden. Schneidet man zu viel, blüht die Pflanze im folgenden Sommer nicht mehr so üppig oder gar nicht. Soll eine ältere Hortensie verjüngt werden, lohnt sich ein radikaler Rückschnitt bis zu einer Handbreit über dem Boden. Die Rispenhortensie verträgt dagegen einen starken Rückschnitt und belohnt dies mit buschigem Wuchs und vielen Blüten.

Dünger gibt Kraft

Im Fachhandel ist spezieller Hortensien-Dünger erhältlich, geeignet ist aber auch Azaleen- oder Rhododendron-Dünger. Die Düngerzugabe sollte zwischen Mai und Juli erfolgen. Der Dünger ist stickstoffbetont und enthält wenig Phosphor.

Hortensien überwintern

Hortensien sind prinzipiell winterhart. Zur Sicherheit sollte man sie mit einem leichten Winterschutz aus Reisig vor strengem Frost schützen. Bei Kübelpflanzen sollte das Gefäß mindestens einen Durchmesser von 30 bis 40 Zentimetern haben. Pflanzen in kleineren Töpfen sollten an einem weitestgehend frostfreien, aber kalten Ort bei circa 3 bis 5 Grad überwintern.

Welche Hortensien lassen sich blau färben?

Bauernhortensie mit blau gefärbten Blüten © imago images / Imaginechina-Tuchong
Von Natur aus gibt es keine blauen Hortensienblüten.

Blaue Hortensien gibt es von Natur aus nicht - erst die Zusammensetzung des Bodens bewirkt, dass die Blüten blau werden. Das funktioniert allerdings nur bei bestimmten Sorten der Bauern- und Tellerhortensien mit rosafarbenen Blüten. Rein weiße oder rote Blüten lassen sich nicht umfärben. Die farbliche Veränderung dauert einige Zeit, meist ist sie erst im zweiten Jahr vollständig.

Saurer Boden und Alaun für Blaufärbung benötigt

Wichtig für blaue Blüten ist ein saurer Boden (pH-Wert 4,0 bis 4,5), wie er beispielsweise für Rhododendren wichtig ist. Zum Einpflanzen ist deshalb in den meisten Gärten Spezialerde für Rhododendren empfehlenswert. Für die Blaufärbung wird außerdem Alaun (Aluminiumsalz) benötigt, das es beispielsweise im Gartenhandel als kombiniertes Düngepräparat gibt.

In der sauren Umgebung kann die Pflanze das Alaun aufnehmen und die Farbstoffe in den Blüten einlagern. Um den sauren Boden zu erhalten, insbesondere bei einer Pflanzung in Kübeln darauf achten, nur Regenwasser beziehungsweise sehr weiches Wasser zu verwenden.

Standort und Blütezeit für verschiedene Hortensien-Arten

Neben dem Klassiker Bauernhortensie gibt es weitere attraktive Hortensien-Arten, die durch besondere Blattformen oder Blüten auffallen.

  • Rispenhortensie: Sie blüht etwa von August bis Oktober. Ihre meist weißen Blüten verfärben sich im Herbst je nach Sorte grün oder rosa. Der Standort kann sonnig oder halbschattig sein.
  • Waldhortensie: Sie eignet sich sowohl für sonnige als auch für schattige Plätze, die am besten windgeschützt sein sollten. Die eher unauffälligen Blüten erscheinen zwischen Juni und September.
  • Eichenblättrige Hortensie: Sie hat besonders auffällige Blätter. Sie sind tief geschlitzt und haben eine schöne Herbstfärbung. Die weißen Blüten zeigen sich im Juli und August, der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein.
  • Samthortensie: Sie hat auffällig samtige, behaarte Blätter. Die violetten Blüten zeigen sich im Juli und August und bieten Insekten Nahrung. Besonders markant ist der weiße Kranz der Scheinblüte. Der Standort sollte möglichst im Halbschatten liegen.
  • Tellerhortensie: Sie hat ebenfalls Scheinblüten, die mit ihrer Farbe Insekten anlocken. Blütezeit ist von Juli bis Oktober. Der Standort kann sonnig bis halbschattig sein
  • Kletterhortensie: Sie ist die einzige ihrer Gattung, die an Wänden, Bäumen oder Spalieren emporwachsen kann. Auch diese Hortensien-Art ist als Nahrungsquelle bei Insekten beliebt. Selbst im Winter besticht sie durch ihre besondere Rindenstrukur- und Farbe. Kletterhortensien wachsen an sonnigen und an schattigen Standorten. Blütezeit ist von Juni bis Juli.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Garten: Alles Möhre, oder was?! | 30.05.2020 | 19:05 Uhr

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