Tomatenpflanze © ndr.de Foto: Udo Tanske

Tomaten pflanzen: So klappt es mit Anbau und Ernte

Stand: 19.02.2021 13:57 Uhr

Ein sonniger und windgeschützter Standort ist ideal, um Tomaten zu pflanzen. Wer regelmäßig düngt und überflüssige Triebe entfernt, kann eine reiche Ernte einfahren.

Tomaten zählen zu den leckersten und beliebtesten Gemüsesorten. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Geschmacksrichtungen. Weltweit soll es mehr als 10.000 Kultursorten geben. Sie können klein wie eine Johannisbeere oder groß wie ein Kürbis sein.

Das Farbspektrum verläuft vom klassischen Rot über Gelb, Violett bis hin zu Schwarz. Es gibt sogar gestreifte, marmorierte und mehrfarbige Exemplare. Wer seine Lieblingstomate gefunden hat, kann sogenannte samenfeste Sorten vermehren und kultivieren.

Der optimale Standort für Tomaten: Ein überdachter Platz

Nahaufnahme von Tomaten. © NDR Foto: Oliver Gressieker
Schwarz statt rot: Tomaten gibt es in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Geschmacksrichtungen.

Tomaten benötigen einen nährstoffreichen und durchlässigen Gartenboden, Staunässe vertragen sie nicht. Der Standort sollte sonnig, windgeschützt und überdacht sein. Sogenannte Tomatenhäuser, das sind kleine Foliengewächshäuser, gibt es im Handel ab etwa 50 Euro. Mit etwas Geschick können sie aber auch aus Kanthölzern und einer stabilen Folie als Dach selbst gebaut werden. Solche Häuser bieten den Pflanzen optimale klimatische Bedingungen. Sie sollten seitlich offen sein, sodass für ausreichend Belüftung gesorgt ist.

Das Dach schützt die Pflanzen zudem indirekt vor einer typischen Pilzerkrankung, der Kraut- und Braunfäule. Oft befinden sich Sporen des Pilzes in der Erde. Durch starken Regen oder Begießen von oben gelangen die Erreger mit dem Spritzwasser an die Blätter der Tomatenpflanze und sie infiziert sich mit der Krankheit.

Tomaten auf dem Balkon anbauen

Wer keinen Garten hat, kann Tomaten problemlos auf dem Balkon anbauen. Viele Sorten gedeihen im Kübel oder ganz einfach in einem Pflanzbeutel. Besonders empfehlenswert sind Buschtomaten, sie wachsen niedrig und kompakt und sind sehr ertragreich.

Tomaten im Frühling auf der Fensterbank säen und pikieren

Junge Tomatenpflanzen werden ins Beet gesetzt © imago/Panthermedia
Nach den Eisheiligen Mitte Mai können Tomaten ins Beet gepflanzt werden.

Bereits Ende März können Hobbygärtner Tomaten vorziehen, etwa in einem Mini-Gewächshaus. Dann wird das Saatgut in nährstoffarme Anzuchterde gesetzt. Bei Temperaturen von etwa 20 Grad zeigen sich nach acht bis zehn Tagen die ersten Keimlinge. Damit diese nicht eingehen und sich nicht gegenseitig im Wachstum behindern, ist es wichtig, sie nach etwa drei weiteren Wochen zu pikieren, also zu vereinzeln. Ein andere Möglichkeit ist es, im Mai Stecklinge aus Geiztrieben zu schneiden und die Tomaten so zu vermehren.

Nach den Eisheiligen nach draußen pflanzen

Nach draußen dürfen die jungen Pflanzen aber erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, sie sind sehr kälteempfindlich. Wem das zu aufwendig ist, der kann auch vorgezogene Pflanzen im Gartencenter kaufen. Ungewöhnliche und samenfeste Sorten werden dort jedoch eher selten angeboten. Gepflanzt werden sollten sie mit einem Abstand von mindestens 50 Zentimetern, der Reihenabstand sollte einen Meter betragen.

Darauf kommt es beim Düngen von Tomaten an

Sobald die Tomaten im Freiland wachsen, sollten sie unbedingt gedüngt werden. Tomaten sind sogenannte Starkzehrer, das heißt, sie entziehen dem Boden viele Nährstoffe. Diese müssen ihm regelmäßig neu zugeführt werden. Am besten ist es, schon im Herbst das Beet mit reifem Kompost anzureichern, so ist die Basis für das kommende Frühjahr bereits gelegt.

Darüber hinaus ist organischer Dünger wie Hornmehl, Pferdemist oder Brennnesseljauche empfehlenswert. Alternativ kann natürlich auch spezieller Fertigdünger für Tomaten verwendet werden - hier sollte man unbedingt sehr genau mit der Dosierung sein und die Bodenbeschaffenheit berücksichtigen. Ein Lehmboden benötigt beispielsweise weniger Dünger als ein Sandboden.

Rankhilfen desinfizieren

Tomatenpflanzen sollten nicht zu groß wachsen. Lediglich fünf, maximal sieben Blütenstände können optimal ausreifen. Deshalb die Pflanzen einfach kappen, wenn sie zu viele Blütenstände entwickeln. Bis auf die kompakt wachsenden Buschtomaten benötigen alle Tomatensorten eine Rankhilfe, die zur Vermeidung von Pilzkrankheiten vor der Verwendung mit Brennspiritus oder einem Gasbrenner desinfiziert werden sollten.

Tomaten "ausgeizen": Überflüssige Blätter und Blütenstände entfernen

Peter Rasch schneidet einen Geiztrieb von einer Tomatenpflanze ab. © NDR Foto: Udo Tanske
Das Herausbrechen überflüssiger Triebe stärkt das Wachstum der Tomate.

Damit die Tomatenpflanze die ganze Kraft in die Früchte steckt, müssen überflüssige Triebe herausgebrochen werden. Der Gärtner nennt das ausgeizen. So gelangen ausreichend Wasser und Nährstoffe in die Früchte. Besonders unterhalb des ersten Fruchtstandes können alle Blätter entfernt werden. Die Pflanze entwickelt sich besser und die unteren Früchte bekommen mehr Licht, reifen schneller und auch Krankheiten breiten sich nicht so schnell aus. Wer mag, kann die im Frühsommer herausgebrochenen Triebe als Steckling verwenden und so weitere Pflanzen ziehen.

Mischkultur für gesunde Pflanzen

Wer mehrere Gemüsesorten anbauen möchte, etwa im Gemüsebeet oder in einem Hochbeet, sollte sich für eine sogenannte Mischkultur entscheiden. Werden die richtigen Pflanzen im Beet miteinander kombiniert, profitieren sie gegenseitig hinsichtlich Wachstum und Gesundheit.

Tomaten wachsen unter anderem ausgezeichnet neben folgenden Pflanzen: Basilikum, Buschbohnen, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Lauch, Möhren, Petersilie, Pflücksalat, Radieschen, Rettich, Rote Bete, Sellerie und Spinat. Ungeeignete Pflanznachbarn sind dagegen Erbsen, Fenchel und Kartoffeln.

Verschiedene Sorten von Tomaten. © NDR Foto: Oliver Gressieker

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartentipps | 20.02.2021 | 06:50 Uhr

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