Schwarze Johannisbeeren am Strauch © imago/blickwinkel

Johannisbeeren pflanzen, pflegen und schneiden

Stand: 30.03.2022 10:24 Uhr

Johannisbeeren sind absolut pflegeleicht. An einem sonnigen Standort gepflanzt, gedeihen die Sträucher problemlos. Der richtige Schnitt sorgt für eine reiche Ernte.

Es gibt sie in Rot, Schwarz und sogar Weiß: Johannisbeeren gehören zu den Nutzpflanzen im Garten, bei denen selbst Anfänger wenig falsch machen können. Wer zwei Quadratmeter Boden in sonniger Lage übrig hat, sollte auf die schmackhaften Beeren nicht verzichten.

Die Qualität des Gartenbodens spielt fast keine Rolle, nur Staunässe vertragen die Wurzeln nicht. Da die meisten Johannisbeer-Sorten selbstfruchtend sind, benötigen sie keinen Befruchter und es genügt ein Strauch im Garten. Eine zweite Sorte sorgt allerdings für mehr Ertrag und kann die Erntezeit verlängern.

Rot, Schwarz, Weiß: Mit der Farbe wechselt der Geschmack

Für welche Sorte man sich entscheidet, hängt vom persönlichen Geschmack ab. Rote haben eine kräftige Säure, die vielen zu intensiv ist, um die Beeren roh zu genießen. Eine typische frühe rote Sorte ist "Johnkheer van Tets", für eine Ernte später im Jahr eignen sich "Heinemanns Rote Spätlese" und "Rovada".

Weiße - oder besser gelbliche - Beeren wie die der Sorte "Weiße Versailler" schmecken deutlich milder. Sie wurden aus roten Sorten gezüchtet und sind botanisch gesehen keine eigene Art. Schwarze Früchte haben ein spezielles, herbes Aroma, das an dunkle Weintrauben erinnert. Zu empfehlen sind zum Beispiel Sorten wie "Silvergieters Schwarze" sowie "Titania", die sehr große Früchte hat.

Johannisbeeren im Herbst pflanzen

Johannisbeeren werden am besten im Herbst gepflanzt. Dann können sie noch ausreichend Wurzeln bilden und tragen bereits im kommenden Sommer die ersten Früchte. Auch der richtige Schnitt trägt zu einer reichen Ernte bei. Mehr als fünf bis sieben kräftige Triebe sollte ein junger Strauch nicht haben. Alle anderen also nach dem Pflanzen bodennah herausschneiden und die verbleibenden Zweige bei roten und weißen Sorten auf die Hälfte einkürzen.

Richtiger Schnitt vergrößert den Ertrag

Steht die Pflanze schon einige Jahre im Garten, sollte sie etwa zehn kräftige Triebe haben. Zweige, die älter als vier Jahre sind, direkt nach der Ernte oder spätestens im zeitigen Frühjahr bis auf circa 20 Zentimeter herunterschneiden. Man erkennt sie an der dunkleren Rinde. Ebenso abgestorbene Teile und zu dicht stehende Triebe entfernen. Sonst kommt im nächsten Sommer zu wenig Sonne und Luft an die Früchte.

Rote und schwarze Johannisbeer-Sorten schneiden

Schnitt einer Johannisbeere © fotolia Foto: rodimovpavel
Ein regelmäßiger Rückschnitt sorgt dafür, dass die Sträucher über viele Jahre hinweg Früchte tragen.

Der richtige Schnitt hängt auch von der Farbe der Früchte ab: Schwarze Sorten tragen am besten am einjährigen Holz, rote am zwei- bis dreijährigen. Die Schwarzen daher beherzter auslichten und nur Zweige stehen lassen, die die Form des Busches prägen. Bei roten Sorten auf eine gute Mischung von ein- bis dreijährigen Zweigen achten. Die Seitenzweige älterer Leitäste nach oder direkt bei der Ernte bis auf einen Zentimeter abschneiden. Daraus wachsen neue Triebe, die gut tragen.

Johannisbeeren ausgewogen düngen

Für ein kräftiges Wachstum und eine reiche Ernte benötigen Johannisbeeren zweimal im Jahr eine Portion Dünger. Im Frühjahr vor dem Austrieb und im Herbst vor der Winterruhe sind gute Zeitpunkte dafür - egal ob mit Kompost oder speziellem Beerendünger aus dem Handel. Chloridhaltige Dünger sind ungeeignet.

Vermehrung mit Steckhölzern

Johannisbeeren lassen sich einfach als Steckhölzer vermehren. Dazu im Spätherbst einen kräftigen, einjährigen Trieb abschneiden, die Spitze entfernen und den Trieb in etwa bleistiftlange Teile mit je einer Knospe oben und unten schneiden. Ein Ende gerade, das andere angeschrägt abschneiden. Die Hölzer mit dem geraden Ende leicht schräg zu drei Viertel in lockere Erde stecken und über den Winter leicht feucht halten. Im Frühjahr haben sie bereits gewurzelt und treiben aus.

Johannisbeeren mit Schere und Gabel ernten

Rote Johannisbeeren an einem Strauch © fotolia Foto: RRF
Die Beeren hängen an dünnen Rispen.

Die zahlreichen Johannisbeer-Sorten unterscheiden sich neben dem Säuregehalt auch in der Erntezeit. Sie beginnt Ende Juni (Johannistag am 24.) und kann bis Ende Juli dauern. Die Ernte fällt leichter als etwa bei Stachelbeeren oder Himbeeren, denn die Sträucher haben weder Stacheln noch Dornen. Die Früchte hängen an kleinen Rispen, die sich mit einer Gartenschere einfach von Strauch in eine Schüssel schneiden lassen. Eine Gabel hilft dabei, die kleinen Beeren von den Rispen lösen: den Stil oben festhalten und die Gabel langsam nach unten durchziehen.

Vielfältige Zubereitung

Ein Markenzeichen von Johannisbeeren sind viele kleine Kerne in den Früchten. Wen das stört, der kann die Beeren pürieren und durch ein feines Sieb streichen - dann bleiben die Kerne hängen. Ohnehin werden Johannisbeeren seltener roh gegessen, als vielmehr für Marmelade, Gelee, Süßspeisen, Quark, Saft oder Kuchen verwendet.

Zwei Himbeeren am Busch © Colourbox
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Garten: Alles Möhre, oder was?! | 30.03.2022 | 19:05 Uhr

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Nutzgarten

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