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Tieren im Garten beim Überwintern helfen: Darauf kommt es an

Stand: 29.10.2022 16:00 Uhr

Wildtiere wie Igel, Insekten oder Fledermäuse haben immer mehr Probleme, ein Winterquartier zu finden. Mit einem geeigneten Unterschlupf können Gartenbesitzer ihnen helfen.

Viele Tiere erfüllen in der Natur wichtige Aufgaben - etwa, indem sie Obstbäume und Beerengehölze befruchten oder Schädlinge vertilgen. Diesen sogenannten Nützlingen fehlen oft Lebensraum und Nahrungsquellen. Auch in Privatgärten finden sie zwischen penibel geharkten Rasenflächen und exotischen Pflanzen keinen geeigneten Unterschlupf. Wer Wildtieren Schutz und Nahrung bieten möchte, sollte seinen Garten naturnah gestalten und an einigen Stellen Laub, Äste und Steine liegen lassen. Für einige Tiere kann man zusätzlich spezielle "Häuser" kaufen oder selbst bauen. Eichhörnchen, Siebenschläfer und Haselmaus freuen sich über geeignete Futterkästen.

Igeln ein Winterquartier im Garten schaffen

Igel ziehen sich je nach Witterung ab Oktober in ein Winterquartier zurück. Das können Laub- oder Steinhaufen, alte Baumstümpfe, Hecken oder Holzstapel sein. Auch ein mit Laub bedeckter umgedrehter Karton oder eine Holzkiste bieten den Tieren Schutz. Wichtig: Igel sollten dort überwintern, wo sie zu Hause sind - nämlich draußen in der Natur. Das Hamburger Tierheim Süderstraße warnt davor, die Tiere zu umsorgen, denn das schadet ihnen. "Wurden die Igel vom Menschen den ganzen Winter versorgt und gepflegt, haben sie es im kommenden Frühjahr schwer, sich in einem neuen fremden Revier zurechtzufinden und sich gegen Artgenossen durchzusetzen", erklärt Diplom-Biologe Sven Fraaß.

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Vor einem großen Laubhaufen steht ein Schild mit der Aufschrift "Igelhotel". © NDR Foto: Kay und Anja Stromeyer

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Fledermäusen mit einem Kasten Unterschlupf gewähren

Alle in Deutschland lebenden Fledermausarten sind gefährdet. Wer den Tieren helfen möchte, kann am Haus oder im Garten einen Fledermauskasten anbringen. Die Kästen aus Holz oder Beton eignen sich als Unterschlupf zum Schlafen oder als Überwinterungsquartier. Eine weitere Hilfe für Fledermäuse sind spezielle Dachziegel. Sie werden einfach anstelle eines herkömmlichen Ziegels am Dach befestigt und ermöglichen den Ein-und Ausflug in ungenutzte Dachböden.

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Nahansicht einer Brillenblattnasen-Fledermaus © Noctalis Bildarchiv

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Insektenhotels sind auch ein gutes Winterquartier

Für Nützlinge wie Hummeln, Marienkäfer, Ohrenkneifer oder Florfliegen gibt es sogenannte Insektenhotels. Sie sind nicht nur praktische Nisthilfen im Frühjahr und Sommer, sondern auch als Winterquartiere gut geeignet und sollten deshalb unbedingt auch über die kalte Jahreszeit im Garten bleiben. Wichtig ist, das Insektenhotel nach Süden hin auszurichten und darauf zu achten, dass Regenwasser ablaufen kann. Laut NABU sind allerdings viele im Handel erhältliche Insektenhotels nicht zu empfehlen. Häufig ist das verbaute Material ungeeignet oder die Bauweise entspricht nicht den Erfordernissen. Am besten ist es deshalb, selbst ein Insektenhotel zu bauen. Bauanleitungen gibt es beispielsweise auf der Website des NABU.

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Futterstellen für Eichhörnchen und Vögel

Einige einheimische Tiere wie beispielsweise Eichhörnchen und Vögel, die im Winter nicht nach Süden ziehen, benötigen keine Hilfe beim Bau eines Unterschlupfes. Sie können jedoch in der kalten Jahreszeit durch geeignete Futterstellen bei der Nahrungssuche unterstützt werden.

Keine falsch verstandene Tierliebe

Tieren zu helfen, indem man ihnen Futterquellen und Unterschlupf bietet, ist eine gute und wichtige Sache. Allerdings sollte man sich stets darüber im Klaren sein, dass es sich um Wildtiere handelt. Sie sollten in Ruhe gelassen und möglichst nicht angefasst werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Tier Hilfe braucht, etwa weil es verletzt ist, kontaktieren Sie ein Tierheim oder Experten von Naturschutzverbänden und lassen sich von ihnen beraten.

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Dieses Thema im Programm:

Nordtour: Den Norden erleben | 29.10.2022 | 18:00 Uhr

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