Stand: 12.02.2019 16:24 Uhr

Gemüse, Kräuter und Blumen vorziehen

Blumen, Kräuter und Gemüse: Viele Pflanzen lassen sich in kleinen Zimmergewächshäusern vorziehen, denn sie dürfen bei niedrigen Temperaturen noch nicht im Freien gepflanzt oder gesät werden. Sommerblumen oder Gemüse wie Paprika und Tomaten dürfen beispielsweise erst nach den Eisheiligen im Mai ins Beet. Vorgezogene Pflanzen haben dann schon einen "Wachstumsvorsprung".

Verschiedenes Gemüse auf einem Brett

Gemüse auf der Fensterbank aussäen

Mein Nachmittag -

Auf der warmen Fensterbank lassen sich Tomaten, Paprika, Gurken oder Zucchini vorziehen und ab Mai ins Freie setzen. Gärtner Matthias Schuh zeigt, wie es geht.

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Anzuchterde als Substrat verwenden

Generell sollte man für das Vorziehen frische Anzuchterde verwenden. Sie enthält kaum Dünger und sorgt dafür, dass die jungen Pflanzen nicht zu schnell, dafür aber sehr kräftig wachsen. Zum Vorziehen eignen sich Saatgut oder Stecklinge, die man am besten in spezielle kleine Töpfe aus Kunststoff oder Torf pflanzt. Damit die Anzucht gelingt, sollten die Töpfe hell, nicht zu warm und vor Zugluft geschützt stehen.

Bei Quelltöpfen kein Pikieren nötig

Eine luxuriöse Variante sind spezielle Quelltöpfe. Sie sind in gepresster Form im Fachgeschäft erhältlich. Werden sie mit Wasser übergossen, quellen sie in kurzer Zeit auf und sind dann optimale Grundlage für Stecklinge und Einzelaussaaten. Ein späteres Pikieren, also das Vereinzeln der Jungpflanzen, entfällt, denn jede Pflanze hat schon ihren eigenen Wurzelballen. Der gesamte Topf kann dann beispielsweise ins Beet gepflanzt werden.

Gemüse und Kräuter im Mini-Gewächshaus vorziehen

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Bis sich die ersten Paprikapflanzen zeigen, dauert es etwa zwei Wochen.

Ende Februar/Anfang März ist es Zeit, aus Saatgut Gemüse wie Paprika und Tomaten zu ziehen. Dafür eignet sich am besten ein Mini-Gewächshaus, das es aus Glas, Holz und Plastik gibt. Alternativ kann man Frischhaltefolie als Abdeckung benutzen. Auch eine Milchtüte lässt sich leicht zum Gewächshaus umwandeln.

Mehrjährige Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Oregano, Minze, Estragon, mehrjähriges Bohnenkraut oder Thymian können mit geringem Aufwand durch Stecklinge vermehrt werden. Alternativ können sie aus Samen selbst gezogen werden, zunächst auf der Fensterbank, später im Freiland. Wichtig: Saatgut ist nicht unendlich haltbar, die Keimfähigkeit kann nachlassen, deshalb ist vorab eine Keimprobe empfehlenswert.

Blumen vorziehen und durch Stecklinge vermehren

Dahlien dürfen ebenfalls erst im Mai wieder in den Garten gepflanzt werden. Allerdings können die Knollen bereits drinnen vorgetrieben werden. Die Pflanzen werden durch diese Methode besonders kräftig und blühfreudig. Wer seine Blumen vermehren möchte, kann das beispielsweise bei Pelargonien, auch als Geranien bekannt, und Fuchsien mit Stecklingen ausprobieren, die von überwinterten Pflanzen abgeschnitten werden.

Alternative: Im Frühbeet Pflanzen vorziehen

In Frühbeeten, die idealerweise schon im Herbst angelegt worden sind, können sowohl Sommerblumen als auch Gemüsearten mit langer Kulturdauer wie Kohl, Salat oder Tomaten vorgezogen werden. Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat von Gemüse im Freien ist, wenn die Forsythienblüte begonnen hat. Das Beet sollte zum Schutz vor Kälte mit einem sogenannten Frühbeetfenster abgedeckt werden.

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