Stand: 14.09.2016 13:46 Uhr  | Archiv

Buchsbäume in Form schneiden und pflegen

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Buchsbäume sind stark giftig. Bei Hautverletzungen nie ohne Handschuhe mit den Pflanzen arbeiten.

Ob als schmucke Hecke, einzelner Strauch oder in Form geschnitten: Bei guter Pflege hat man jahrelange Freude am Buchsbaum. Der Gewöhnliche Buchsbaum (Buxus sempervirens) ist meist sehr teuer, da er jährlich nur etwa zehn Zentimeter wächst und daher lange vorgezogen und gepflegt werden muss. Achtung: Buchsbäume sind stark giftig. Vor allem das in Rinde und die Blättern enthaltene Alkaloid Buxin kann bei empfindlichen Menschen und Tieren zu Erbrechen, Durchfall und Lähmungserscheinungen führen. Wer Verletzungen an den Händen hat, sollte beim Umgehen mit Buchspflanzen Handschuhe tragen, da sich Entzündungen durch das Buxin noch verschlimmern können.

Standort und Pflege

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Regelmäßiges Düngen mit organischem Material wie Hornspänen sorgt für gesundes Wachstum.

Der robuste Baum wächst am liebsten in humosem, lockerem Boden, aber auch in anderen Böden gedeiht er gut. Regelmäßiges Düngen mit organischem Material wie Hornspänen, Blutmehl oder Kompost verbessert den Boden, gibt dem Buchs ausreichend Nährstoffe und sorgt für gesundes Wachstum. Im Handel gibt es außerdem speziellen Buchsbaumdünger für das Gießwasser. Praktisch ist Depotdünger: Die Kügelchen sorgen für eine gleichmäßige Nährstoffabgabe über sechs Monate. Dann muss nur zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Spätsommer, gedüngt werden. Bilden sich weiße Ränder oder eine fahle Farbe, bedeutet dies immer Kalk- oder Nährstoffmangel. Ist der Buchs einmal angewachsen, ist er pflegeleicht und muss nur an sehr trockenen Sommertagen zusätzlich gegossen werden. Im Halbschatten fühlt sich die Pflanze am wohlsten.

Der richtige Schnitt bei Buchsbäumen

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Buchsbaum kann zwischen März und September beschnitten werden.

Geschnitten werden kann von März bis September, wobei es zwei wesentliche Schnittphasen gibt: den Feinschnitt und den Grobschnitt. Grob geschnitten werden sollte im Frühjahr, wenn der Buchs noch keine neuen Triebe bildet, also im März und April. So bekommt er die Form, die er im Sommer haben soll. Der Feinschnitt findet von Mai bis September statt. Wenn der Buchsbaum austreibt, etwa zwei Drittel der frischen Triebe abschneiden, damit die Pflanze ihre Form behält.

Wer sich beim Formschnitt nicht allein auf sein Augenmaß verlassen will, dem bietet der Fachhandel Gitterformen-Sets in unterschiedlichen Größen an. Diese Formen sind aus wetterfestem Drahtgeflecht und umschließen den Buchsbaum. Sie lassen sich fixieren und alle Triebe, die aus dem Gitter ragen, können einfach abgeschnitten werden.

Scharfes Werkzeug verwenden

Buchs nur mit scharfem Werkzeug schneiden. Sobald die Blätter durch stumpfe Klingen gequetscht oder aufgerissen werden, haben Pilze leichtes Spiel. Aus diesem Grund sollte die Pflanze auch nicht im Regen beschnitten werden, in der prallen Sonne kann er einen Sonnenbrand bekommen.

Triebsterben am Buchsbaum: Was tun gegen den Pilz?

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Über- und Unterdüngung, Verbrennungen durch die Sonne oder zu saurer Boden machen den Buchs anfällig für Krankheiten und Schädlinge, insbesondere für Pilze. Hat der Buchsbaum trockene, braune bis schwarze Stellen und verliert innerhalb kürzester Zeit viele Blätter, hat er sich vermutlich mit dem aggressiven Pilz Cylindrocladium buxicola infiziert. Diese Krankheit ist unter dem Begriff Buchsbaum-Triebsterben bekannt.

Ist ein Buchsbaum befallen, müssen die gesamte Pflanze und das herabgefallene Laub vernichtet werden - und zwar im Restmüll, durch Verbrennung oder professionelle Kompostierung.

Befall durch den Buchsbaumzünsler

Seit einigen Jahren breitet sich der Buchsbaumzünsler in unseren Breitengraden aus. Die Schmetterlingsraupe stammt ursprünglich aus Asien. Abgefressene Blätter und Gespinste sind ein Zeichen für den Befall. Besonders tückisch: Die Raupen sitzen im Inneren der Pflanze und fressen sich von innen nach außen, sodass der Befall oft erst spät bemerkt wird.

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Der Buchsbaumzünsler wurde aus Asien eingeschleppt.

Wer den Buchsbaumzünsler rechtzeitig entdeckt, kann versuchen ihn abzusammeln. Ist der Baum bereits stärker befallen, können Fadenwürmer, sogenannte Nematoden, helfen. Diese in einen mit Wasser gefüllten Verstäuber geben und direkt auf die Blätter sprühen. Alternativ gibt es im Handel auch entsprechende Insektizide. Wenn der Buchsbaum bereits massiv befallen ist, muss er - ohne Anwendung eine Insektizids - kräftig zurückgeschnitten werden. Abgeschnittene Zweige verbrennen oder in den Hausmüll geben.

Buchsbäume aus dem Garten in einen Topf pflanzen

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Nach dem Umpflanzen benötigt der Buchs reichlich Wasser.

Buchs lässt sich gut teilen. Wer einen Buchs aus dem Garten in einen Topf umpflanzen will, muss beachten: Je größer und älter der Baum ist, desto geringer sind die Chancen, dass er gut wieder anwächst. In jedem Fall sollte er sehr weiträumig ausgegraben und genauso großzügig in den Topf eingesetzt werden. Die vielen unzähligen kleinen Wurzeln, die ein Buchsbaum hat, sind für die Wasseraufnahme des Baumes zuständig und sollten möglichst vollständig erhalten bleiben. Zum Umsetzen am besten einen kühlen und feuchten Tag wählen und den Buchsbaum in den ersten Tagen im Kübel ausreichend wässern, damit er gut wachsen kann.

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