Lila blühender Edelflieder © Colourbox Foto: Tatiana & Alexander

Flieder bringt Farbe und Duft in den Garten

Stand: 16.06.2021 16:35 Uhr

Flieder besticht mit schönen Blüten und herrlichem Duft. Er ist pflegeleicht und passt in fast jeden Garten. Wie wird die Pflanze geschnitten? Wie kann man sie vermehren? Tipps zu Standort und Pflege.

Über die jährliche Fliederblüte freuen sich nicht nur Gartenbesitzer, denn der Flieder ist mit seinem herrlichen Duft ein echter Frühlingsbote. Der Gemeine Flieder (Syringa vulgaris), so der botanische Name, ist ein sommergrüner Zierstrauch aus der Familie der Ölbaumgewächse. Er kam im 16. Jahrhundert aus dem Orient nach Europa und wurde hier schnell heimisch und beliebt. Je nach Sorte - es gibt eine Vielzahl an Züchtungen - kann Flieder bis zu sechs Meter hoch werden.

Der richtige Standort für Flieder

Lila blühender Edelflieder © Colourbox Foto: Victoria Kondysenko
Der klassische Flieder bildet ab Mai weiße oder violette Blüten. Es gibt auch Sorten mit rosafarbenen, blauen oder hellgelben Blüten.

Flieder bildet ab Mai große, kerzenförmige Blütenstände, die sich aus vielen kleinen Blüten zusammensetzen und intensiv duften. Die Pflanze ist recht pflegeleicht und anpassungsfähig, unempfindlich gegen Frost und weist kaum Krankheiten auf. Da sie tiefe, starke Wurzeln bildet, wächst sie am besten in lockerem Erdreich. Der Gartenboden sollte durchlässig und nicht zu nass sein. Flieder verträgt nämlich vorübergehende Trockenheit, mag aber keine Staunässe. Gut geeignet sind sonnige oder halbschattige und windgeschützte Standorte.

Für kleine Gärten und Töpfe: Zwergflieder

Wer nur einen kleinen oder gar keinen Garten hat, muss nicht auf Flieder verzichten. Der Handel bietet nämlich Zwergflieder an. Die Pflanzen werden je nach Sorte bis zu 150 Zentimeter hoch und eignen sich auch für Töpfe oder Kübel. Es gibt sie auch als Hochstamm-Gewächse.

Flieder pflanzen und düngen

Beim Einpflanzen von Flieder darauf achten, dass das Pflanzloch mindestens doppelt so groß wie der Ballen ist. So können sich die Wurzeln gut entwickeln. Damit die Pflanze gut anwächst, am besten eine Mischung aus Kompost und Gartenerde mit ins Pflanzloch geben. Dünger kann im Frühjahr verabreicht werden - er sollte viel Phosphor enthalten und wenig Stickstoff. In den ersten Jahren nach der Pflanzung und bei großer Hitze sollte Flieder gewässert werden.

Pflege: Flieder nach der Blüte schneiden

Verblühte Fliederrispe wird geschnitten © NDR
Die vertrockneten Rispen sollten vor dem Johannistag abgeschnitten werden.

Nach der Blüte, wenn die Rispen trocken und braun geworden sind, ist der ideale Zeitpunkt für einen Rückschnitt. Dies sollte möglichst vor dem Johannistag, das ist der 24. Juni, geschehen. Denn danach treibt Flieder - wie viele andere Pflanzen auch - neu aus und bildet die Blütenansätze fürs nächste Jahr. Geschnitten wird oberhalb eines Blattpaares. Schwache oder tote Äste können bei der Gelegenheit ebenfalls entfernt werden. Beginnt der Flieder von innen zu verkahlen, ist auch ein kräftigerer Rückschnitt möglich.

Flieder vermehren - am besten mit Ausläufern

Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen ist die Vermehrung von Flieder ein wenig kompliziert. Welche Methode funktioniert, ist abhängig von der Sorte beziehungsweise Art. Wer eine Wildart des Flieders besitzt, kann im Frühjahr oder Herbst Wurzelausläufer (Schösslinge) mit einem Spaten abstechen und neu einpflanzen. Dabei handelt es sich um junge Triebe, die aus dem Boden herauswachsen. Bei bestimmten Zuchtformen des Flieders kann es passieren, dass die Pflanze gar keine Wurzelausläufer bildet oder dass diese andere Eigenschaften als die ursprüngliche Pflanze haben.

Vermehrung durch Stecklinge schwierig

Pink blühender Edelflieder © Colourbox Foto: Tatiana & Alexander
Beim Flieder reihen sich viele kleine Blüten aneinander und bilden so eine üppige Dolde.

Die Vermehrung über Stecklinge ist noch weniger zuverlässig. Der Erfolg hängt auch hier von der jeweiligen Art oder Sorte ab, ist aber einen Versuch wert. Den Steckling am besten während der Blütezeit schneiden. Er sollte nicht verholzt sein und drei sogenannte Blattknoten haben, das sind Verdickungen an den Stengeln. Geschnitten wird direkt über oder unter den Blattknoten.

Die unteren Blätter entfernen, weitere Blätter halbieren und ein schmales, etwa zwei Zentimeter langes Stück der Rinde entfernen. Den Steckling in Anzuchterde pflanzen, angießen und in ein Mini-Gewächshaus stellen. Dieses steht am besten an einem hellen und warmen Standort. Die Erde sollte feucht, aber nicht nass sein und das Gewächshaus regelmäßig gelüftet werden, damit kein Schimmel entsteht. Bis der Steckling Wurzeln ausbildet, kann es viele Monate dauern - mit Pech gelingt es gar nicht.

Kein Verwandter - der Sommerflieder

Ein Schmetterling sitzt auf einer lilalfarbenen Dolde eines Schmetterlingsflieders © PantherMedia Foto: Kiefer
Sommerflieder hat weit ausladende, teils hängende Zweige mit vielen länglichen Blütenrispen.

Ebenfalls als Flieder wird eine Pflanze bezeichnet, die mit dem Gemeinen Flieder nicht verwandt ist - der Sommerflieder (Buddleja). Dabei handelt es sich um einen Strauch mit weit ausladenden Zweigen aus der Familie der Braunwurzgewächse. Sommerflieder blüht ab Juli und bildet üppige längliche Blütenrispen, die ebenfalls duften. Da diese sehr reich an Nektar sind, locken sie viele Falter an, der Sommerflieder wird deshalb auch Schmetterlingsstrauch genannt. Sommerflieder ist anspruchslos, bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und eignet sich auch für Kübel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Garten: Alles Möhre, oder was?! | 03.03.2021 | 19:05 Uhr

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