Kartoffeln pflanzen - im Beet und im Topf

Stand: 25.03.2022 17:03 Uhr

Kartoffeln kann man problemlos selbst anbauen, auch im Kübel. Ab April können frühe Sorten in die Erde. Wie werden Kartoffeln gepflanzt und mit welchem Abstand? Wann ist die richtige Zeit für die Ernte?

Kartoffeln zählen zu den beliebtesten Nahrungsmitteln und sind sehr gesund. Aus eigenem Anbau schmecken sie besonders lecker. Wer keinen Garten oder nur wenig Platz hat, kann Kartoffeln statt im Beet auch auf dem Balkon in einem Topf pflanzen. Auch ein Hochbeet eignet sich sehr gut: Auf nur einem Quadratmeter Gartenfläche lassen sich gute Erträge erzielen.

Wann Kartoffeln pflanzen?

Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen ist gekommen, wenn die Bodentemperatur mindestens sieben Grad beträgt. Als Unterstützung kann das Beet mit Gartenvlies abgedeckt werden. So wird die Wärme im Boden besser gespeichert.

Für den Anbau werden spezielle im Fachhandel erhältliche Pflanzkartoffeln verwendet. Alternativ eignen sich Bio-Kartoffeln, sie werden im Gegensatz zu konventioneller Ware nicht mit einem Keimstopp-Mittel behandelt. Da Kartoffeln zu den Starkzehrern zählen und zum Wachsen viele Nährstoffe benötigen, sollte die Erde - am besten bereits im Herbst - mit Mist angereichert werden. Alternativ beim Pflanzen im Frühling Kompost oder anderen organischen Dünger in den Boden einarbeiten.

Für frühe Ernte Kartoffeln ab Ende Februar vortreiben

Bei Kartoffeln lohnt es sich, frühe Sorten wie "Glorietta" und "Paroli" ab Ende Februar vorzutreiben. Die Ernte erfolgt dann früher, die Anfälligkeit für Krankheiten sinkt und der Ertrag fällt höher aus.

Saatkartoffeln werden in eine Holzkiste mit Erde gelegt. © NDR Foto: Udo Tanske
Eine mit Erde gefüllte Kiste eignet sich ideal, um frühe Kartoffelsorten vorzutreiben.

Dafür zum Beispiel eine Eierpappe nehmen und in die Vertiefungen Pflanzerde füllen. Alternativ kann auch eine Holzkiste verwendet werden. Die Saatkartoffeln bis zur Hälfte in die Erde stecken. Anschließend die Kartoffeln für 10 bis 14 Tage an einen 10 bis 15 Grad warmen Platz stellen. Wichtig ist, dass die Frühkartoffeln viel Licht bekommen, beispielsweise auf der Fensterbank eines Kellerfensters oder im Gewächshaus. Sie benötigen einen sandigen und nährstoffreichen Boden.

Gekeimte Kartoffeln im April pflanzen

Je nach Bodentemperatur können die Kartoffeln etwa Anfang April ins Beet umgesetzt werden. Wenn das Wetter entsprechend ist, können frühe Sorten bereits im März in den Boden. Für die Frühkartoffeln empfiehlt sich eine kleine Anbaufläche, da die Knollen nicht besonders lagerfähig und eher für den täglichen Bedarf geeignet sind. Kartoffeln für den Wintervorrat können später gelegt werden - ob nun eine Rotschalige wie "Laura" oder die kleinen "Bamberger Hörnchen" - hier ist die Auswahl groß.

Kartoffeln pflanzen: Abstand und Tiefe

Keimende Kartoffeln. © fotolia Foto: Dmitriy Golbay
Die gekeimten Kartoffeln kommen etwa zehn Zentimter tief in die Erde.

Kartoffeln sollten nur alle vier Jahre an derselben Stelle im Beet wachsen. So wird die Gefahr von Krankheiten reduziert. Gepflanzt wird in einem Abstand von 30 bis 35 Zentimetern. Der Reihenabstand im von Unkraut befreiten Beet sollte etwa 70 bis 80 Zentimeter betragen. Mit den Augen beziehungsweise dem Austrieb nach oben gerichtet, kommen die Kartoffeln etwa zehn Zentimeter tief in die Erde. Tipp: Kartoffeln nie neben Tomaten pflanzen. Die Kraut- und Braunfäule, eine Pilzkrankheit, kann von den Kartoffeln auf die Tomaten übergehen.

Für reiche Ernte Kartoffeln regelmäßig anhäufeln

Ein Pflanzgraben ist nicht unbedingt üblich in der Kartoffelzucht. Bei den frühen Sorten ist er aber ratsam, da die Furche so noch mit Kompost aufgefüllt werden kann. Dadurch haben die Kartoffeln genug Nährstoffe. Wird die Erde schon nach dem Pflanzen angehäufelt, ergibt sich eine größere Oberfläche und es kann mehr Sonnenwärme gespeichert werden.

Spätestens wenn die ersten Triebe etwa 20 Zentimeter hoch sind, sollten Kartoffeln regelmäßig mit Erde angehäufelt werden. So wird auch vermieden, dass Tochterknollen aus der Erde herauswachsen und durch Fotosynthese grün und ungenießbar werden. Beim Anhäufeln - etwa im Abstand von zwei bis drei Wochen - unbedingt auch Unkraut entfernen.

Kartoffeln auf dem Balkon im Topf anbauen

Kartoffeln können auch auf dem Balkon oder auf der Terrasse angebaut werden, nämlich in großen Gartenkübeln, Eimern oder Pflanzsäcken. Hierzu einen möglichst hohen und großen Kunststoff-Kübel zehn Zentimeter hoch mit Kies oder Blähton befüllen. Wichtig sind Löcher im Boden, sodass überschüssiges Wasser abfließen kann. Dann folgt eine 15 Zentimeter hohe Schicht aus Blumenerde. Auf die vorbereitete Erdschicht vier Pflanzkartoffeln setzen. Wenn nach kurzer Zeit bei gleichmäßiger Wasserversorgung etwa zehn Zentimeter lange Triebe gewachsen sind, erneut Erde aufschichten, bis nur noch die Blattspitzen herausschauen.

Den Vorgang so oft wiederholen, bis das Pflanzgefäß komplett gefüllt ist. Nach etwa 100 Tagen kann die Ernte beginnen. Dasselbe Schichtprinzip kann auch in Hochbeeten angewendet werden. Gut geeignet sind Sorten wie "Rosa Tannenzapfen", die festkochende "La Ratte" oder die mehligkochende Sorte "Golden Wonder".

Den richtigen Zeitpunkt für die Ernte erkennen

Kartoffeln werden mit einer Grabegabel ausgegraben. © NDR Foto: Kathrin Weber
Eine Grabegabel ist ideal, um Kartoffeln zu ernten, ohne sie zu verletzten.

Rund drei Monate nach dem Pflanzen kann es mit der Ernte der Kartoffeln losgehen. Dann beginnt ihre Ruhephase, was sich an gelb-bräunlich und verdorrten oberirdischen Pflanzenteilen zeigt. Zum Testen am besten eine Kartoffelpflanze ausgraben. Lösen sich die Knollen problemlos und lässt sich die Schale mit den Fingern nicht abreiben, ist es Zeit für die Ernte, zum Beispiel mit einer Grabegabel. Wer mag, kann anschließend etwaige Überbleibsel der Kartoffelpflanzen entfernen und ein anderes Gemüse anbauen.

Weitere Informationen
Eine Kartoffelpflanze mit Wurzeln und Knollen wird aus der Erde gezogen. © colourbox

Kartoffeln im Hochbeet anbauen

Wer nur wenig Platz hat, kann Kartoffeln im Hochbeet anbauen: Auf einem Quadratmeter lassen sich gute Erträge erzielen. mehr

Alte Kartoffelsorten in Violett, Dunkelrot und Natur in einem Korb teilweise aufgeschnitten. © fotolia Foto: Karina Baumgart

Alte Kartoffelsorten: So vielfältig und lecker sind sie

Bamberger Hörnchen, La Ratte, Sieglinde: Alte Kartoffelsorten schmecken besonders gut. Wo sind sie erhältlich? mehr

Dieses Thema im Programm:

Rasch durch den Garten | 04.04.2022 | 21:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Balkon und Terrasse

Nutzgarten

Mischkultur aus Tomate, Tagetes und Basilikum © NDR Foto: Udo Tanske

Mischkultur beim Gemüseanbau: Welche Pflanzen passen zusammen?

Geschicktes Kombinieren bestimmter Sorten beim Gemüseanbau sorgt für gesunde Pflanzen und reiche Ernte. Welche passen zusammen? mehr

Mehr Gartentipps

Rosenblüte mit Echtem Mehltau befallen © fotolia Foto: 7monarda

Echten Mehltau bei Rosen mit Milch bekämpfen

Der Echte Mehltau ist eine typische Rosenkrankheit. Sind die Rosen befallen, hilft ein Hausmittel aus Milch. mehr

Gartenbank vor blühenden Rhododendron-Büschen © fotolia. Foto: Debu55y

Gartentipps für Mai

Im Mai sprießt das Unkraut und sollte gründlich entfernt werden. Die Blütezeit vieler Pflanzen beginnt, etwa von Päonien. mehr

Frühlingsblumen in einer Kiste und Übertöpfen © fotolia Foto: Jeanette Dietl

Gartenkalender: Tipps von Januar bis Dezember

Jeden Monat gibt es im Garten etwas zu erledigen. Ein Überblick mit den wichtigsten Tipps, nach Monaten sortiert. mehr