Kartoffeln pflanzen - im Beet und im Topf

Stand: 21.12.2020 15:36 Uhr

Kartoffeln kann man problemlos selbst pflanzen. Etwa ab April können frühe Sorten in die Erde. Wie werden Kartoffeln gepflanzt und mit welchem Abstand? Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Ernte?

Kartoffeln zählen zu den beliebtesten Nahrungsmitteln und sind sehr gesund. Aus eigenem Anbau schmecken sie besonders lecker. Wer keinen Garten oder nur wenig Platz hat, kann Kartoffeln statt im Beet auch auf dem Balkon in einem Topf pflanzen. Auch ein Hochbeet eignet sich sehr gut: Auf nur einem Quadratmeter Gartenfläche lassen sich gute Erträge erzielen.

Wann Kartoffeln pflanzen?

Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen ist gekommen, wenn die Bodentemperatur mindestens sieben Grad beträgt. Für den Anbau werden spezielle im Fachhandel erhältliche Pflanzkartoffeln verwendet. Alternativ eignen sich Bio-Kartoffeln, sie werden im Gegensatz zu konventioneller Ware nicht mit einem Keimstopp-Mittel behandelt. Da Kartoffeln zum Wachsen viele Nährstoffe benötigen, sollte die Erde - am besten bereits im Herbst - mit Mist angereichert werden. Alternativ beim Pflanzen im Frühling Kompost oder anderen organischen Dünger in den Boden einarbeiten.

Für frühe Ernte Kartoffeln ab Ende Februar vortreiben

Bei Kartoffeln lohnt es sich, frühe Sorten wie "Glorietta" und "Paroli" ab Ende Februar vorzutreiben. Die Ernte erfolgt dann früher, die Anfälligkeit für Krankheiten sinkt und der Ertrag fällt höher aus.

Dafür eine Eierpappe nehmen und in die Vertiefungen Pflanzerde füllen. Alternativ kann auch eine Holzkiste verwendet werden. Die Saatkartoffeln werden bis zur Hälfte in die Erde gesteckt. Anschließend die Kartoffeln für 10 bis 14 Tage an einen 10 bis 15 Grad warmen Platz stellen. Wichtig ist, dass die Frühkartoffeln viel Licht bekommen, beispielsweise auf der Fensterbank eines Kellerfensters oder im Gewächshaus. Sie benötigen einen sandigen und nährstoffreichen Boden, da sie zu den sogenannten Starkzehrern zählen.

Gekeimte Kartoffeln im April pflanzen

Je nach Bodentemperatur können die Kartoffeln etwa Anfang April ins Beet umgesetzt werden. Wenn das Wetter entsprechend ist, können frühe Sorten bereits im März in den Boden. Für die Frühkartoffeln empfiehlt sich eine kleine Anbaufläche, da die Knollen nicht besonders lagerfähig und eher für den täglichen Bedarf geeignet sind. Kartoffeln für den Wintervorrat können später gelegt werden - ob nun eine Rotschalige wie "Laura" oder die kleinen "Bamberger Hörnchen" - hier ist die Auswahl groß.

Kartoffeln pflanzen: Abstand und Tiefe

Keimende Kartoffeln. © fotolia Foto: Dmitriy Golbay
Die gekeimten Kartoffeln kommen etwa zehn Zentimter tief in die Erde.

Kartoffeln sollten nur alle vier Jahre an derselben Stelle im Beet wachsen. So wird die Gefahr von Krankheiten reduziert. Gepflanzt wird in einem Abstand von circa 35 Zentimetern. Der Reihenabstand im von Unkraut befreiten Beet sollte etwa 70 bis 80 Zentimeter betragen. Mit den Augen beziehungsweise dem Austrieb nach oben gerichtet, kommen die Kartoffeln etwa zehn Zentimeter tief in die Erde. Tipp: Kartoffeln nie neben Tomaten pflanzen. Die Kraut- und Braunfäule, eine Pilzkrankheit, kann von den Kartoffeln auf die Tomaten übergehen.

Für reiche Ernte Kartoffeln regelmäßig anhäufeln

Der Pflanzgraben ist nicht unbedingt üblich in der Kartoffelzucht. Bei den frühen Sorten ist er aber ratsam, da die Furche so noch mit Kompost aufgefüllt werden kann. Dadurch haben die Kartoffeln genug Nährstoffe und der Boden eine größere Oberfläche, um mehr Sonnenwärme zu tanken. Am Ende kann das Beet noch mit einem Gartenvlies abgedeckt werden, welches für höhere Temperaturen sorgt und somit das Wachstum verbessert. Wenn die ersten Triebe etwa 20 Zentimeter hoch sind, sollten Kartoffeln regelmäßig mit Erde angehäufelt werden. So wird auch vermieden, dass Tochterknollen aus der Erde herauswachsen und durch Fotosynthese grün und ungenießbar werden. Beim Anhäufeln - etwa im Abstand von zwei bis drei Wochen - unbedingt auch Unkraut entfernen.

Den richtigen Zeitpunkt für die Ernte erkennen

Rund drei Monate nach dem Pflanzen kann es mit der Ernte der Kartoffeln losgehen. Dann beginnt ihre Ruhephase, was sich an gelb-bräunlich und verdorrten oberirdischen Pflanzenteilen zeigt. Zum Testen am besten eine Kartoffelpflanze ausgraben. Lösen sich die Knollen problemlos und lässt sich die Schale mit den Fingern nicht abreiben, ist es Zeit für die Ernte, zum Beispiel mit einer Grabegabel. Wer mag, kann anschließend etwaige Überbleibsel der Kartoffelpflanzen entfernen und ein anderes Gemüse anbauen.

Kartoffeln auf dem Balkon im Topf anbauen

Kartoffeln können auch auf dem Balkon oder auf der Terrasse angebaut werden, nämlich in großen Gartenkübeln und Eimern. Hierzu einen möglichst hohen und großen Kunststoff-Kübel zehn Zentimeter hoch mit Kies oder Blähton befüllen. Wichtig sind Löcher im Boden, sodass überschüssiges Wasser abfließen kann. Dann folgt eine 15 Zentimeter hohe Schicht aus Blumenerde. Auf die vorbereitete Erdschicht vier Pflanzkartoffeln setzen. Wenn nach kurzer Zeit bei gleichmäßiger Wasserversorgung etwa zehn Zentimeter lange Triebe gewachsen sind, erneut Erde aufschichten, bis nur noch die Blattspitzen herausschauen.

Den Vorgang so oft wiederholen, bis das Pflanzgefäß komplett gefüllt ist. Nach etwa 100 Tagen kann die Ernte beginnen. Dasselbe Schichtprinzip kann auch in Hochbeeten angewendet werden. Gut geeignet sind Sorten wie "Rosa Tannenzapfen", die festkochende "La Ratte" oder die mehligkochende Sorte "Golden Wonder".

Weitere Informationen
Alte Kartoffelsorten in kleinen Körben. © imago/Reiner Zensen

Traditionelle Kartoffelsorten im Überblick

Ackersegen, La Ratte oder Shetland Black: Weltweit wachsen mehrere Tausend Kartoffelsorten. Viele alte Arten kommen nur noch selten vor und geraten in Vergessenheit. mehr

Eine Kartoffelpflanze mit Wurzeln und Knollen wird aus der Erde gezogen. © colourbox

Kartoffeln im Hochbeet anbauen

Wer nur einen kleinen Garten hat, kann Platz sparen und Kartoffeln im Hochbeet anbauen: Auf nur einem Quadratmeter Gartenfläche lassen sich gute Erträge erzielen. mehr

Ein Mann hält in der einen Hand eine Kartoffel und in der anderen eine Tomate. © NDR Foto: Udo Tanske

Kartoffeltomaten selbst züchten

Wer nicht viel Platz im Garten hat, muss sich beim Gemüseanbau beschränken. Die Lösung: Kartoffeltomaten. Aus beiden Sorten entsteht durch Veredelung eine neue Pflanze. mehr

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 28.03.2019 | 19:30 Uhr

Eine Zucchini wächst in einem Gemüsebeet. © NDR Foto: Anja Deuble

Mischkultur beim Gemüseanbau: Welche Pflanzen passen zusammen?

Geschicktes Kombinieren bestimmter Sorten beim Gemüseanbau sorgt für gesunde Pflanzen und reiche Ernte. Welche passen zusammen? mehr

Mehr Gartentipps

Ein blühender Winterjasmin. © imago images Foto: Karina Hessland

Winterjasmin bringt Farbe in den Garten

Viele leuchtend gelbe Blüten während der Wintermonate: Winterjasmin sorgt für farbige Akzente im tristen Garten. mehr

Eine Gelbfalle steckt im Blumentopf  Foto: Udo Tanske

Trauermücken bekämpfen: Das hilft gegen Fliegen in Blumenerde

Die lästigen Insekten im Blumentopf sind für den Menschen vollkommen ungefährlich, dafür aber sehr lästig. mehr

Rosa blühendes Alpenveilchen © fotolia Foto: Irra

Alpenveilchen: Schön für Haus und Garten

Es gibt zahlreiche Sorten mit attraktiven Blüten. Manche eignen sich für drinnen, andere können im Garten wachsen. mehr

Rote Blüte einer Chrysantheme © picture alliance / Zoonar | Artush Foto

Staudenbeet anlegen: Die besten Tipps fürs Pflanzen

Auch wenn es draußen winterlich kalt ist: Die Zeit bis zum Frühling lässt sich wunderbar mit der Beetplanung überbrücken. mehr

Mit Raureif überzogene Gartenpflanze © imago/Photocase

Gartentipps für Januar

In diesem Monat können Gehölze wie Haselnuss und Holunder beschnitten werden. Im Mittelpunkt stehen aber Zimmerpflanzen. mehr

Frühlingsblumen in einer Kiste und Übertöpfen © fotolia Foto: Jeanette Dietl

Gartenkalender: Tipps von Januar bis Dezember

Jeden Monat gibt es im Garten etwas zu erledigen. Ein Überblick mit den wichtigsten Tipps, nach Monaten sortiert. mehr