Kaffeebohnen auf Kaffeesatz © PantherMedia Foto: aengza001

Kaffeesatz als Dünger verwenden und den Boden verbessern

Stand: 26.01.2021 11:09 Uhr

Kaffeesatz ist ein idealer Dünger im Garten und verbessert zudem ausgelaugte Blumenerde und den Kompost. Auch gegen Schnecken kann das Allroundtalent helfen.

Kaffeesatz fällt regelmäßig an, landet aber meist im Müll. Dabei kann er im Garten vor allem als Dünger eingesetzt werden, denn er enthält jede Menge wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalium, Stickstoff, Phosphor, Gerbsäure und Antioxidantien. Das sind Nährstoffe, die man auch in handelsüblichen Düngeprodukten findet.

Vor Gebrauch trocknen lassen

Grundvoraussetzung für die Anwendung ist, dass er immer gut abgekühlt und trocken ist, da feuchter Kaffeesatz leicht schimmelt. Dazu den Kaffeesatz in ein offenes, weites Gefäß geben und an der Luft trocknen lassen.

Mit Kaffeesatz düngen

Pinkfarbener Rhododendron auf dem Friedhof Ohlsdorf. © NDR Foto: Anja Deuble
Rhododendron freut sich über die Gabe von Kaffeesatz.

Kaffeesatz hat einen niedrigen pH-Wert und eignet sich deshalb besonders zum Düngen von Pflanzen, die einen sauren Gartenboden benötigen. Zu den Zierpflanzen zählen beispielsweise Hortensien, Rhododendren und Kamelien. Kaffeesatz-Dünger eignet sich auch für Nutzpflanzen wie Gurke, Tomate, Zucchini oder Heidelbeeren und Erdbeeren.

Der im Kaffeesatz enthaltene Stickstoff sorgt für starkes Blattwachstum, Phosphor regt Blütenbildung und Fruchtreife an. Kalium ist für den Zellaufbau und die Stabilität der Pflanze wichtig. Nur Setzlinge vertragen Koffein nicht gut. Zum Düngen den Kaffeesatz einfach, etwa mit einer Harke, in den Boden einarbeiten.

Im Gießwasser verwenden

Eine Hand gibt Kaffeesatz in eine blaue Gießkanne. © ndr.de Foto: Udo Tanske
Kaffeesatz neutralisiert kalkhaltiges Gießwasser.

Bei sehr basischen Böden und kalkhaltigem Wasser können ein, zwei Löffel Kaffeesatz im Gießwasser Wunder wirken. Er neutralisiert den pH-Wert und düngt gleichzeitig den Boden. Zum Gießen von Zimmerpflanzen ist Kaffeesatz dagegen nicht gut geeignet, da sich mit der Zeti Schimmel bilden kann. Im Verhältnis 1:1 mit Wasser gemischt, kann aber kalter Kaffee einmal die Woche zum Gießen von Zimmer-und Balkonpflanzen genutzt werden.

Kaffeesatz verbessert Kompost und Blumenerde

Auch auf dem Kompost findet Kaffeesatz eine gute Verwendung. Er beschleunigt die Verrottung, reichert den Boden mit Nährstoffen an und bietet Regenwürmern Nahrung. Damit sich kein Schimmel bildet, den Kaffeesatz auf der Oberfläche ausstreuen, den Filter separat hineingeben.

Ausgelaugte Blumenerde kann mit Kaffeesatz ebenfalls verbessert und anschließend wiederverwendet werden. Dazu die alte Erde zu gleichen Teilen mit Kompost mischen und den Kaffeesatz in kleinen Mengen unterheben. Bei zu viel Kaffee in der Erde kann sich jedoch leicht Schimmel bilden.

Kaffeesatz kann vor Schnecken schützen

Schnecken mögen kein Koffein. Der Kaffeesatz eignet sich deswegen als Sperrschicht, die einfach um das Gemüsebeet gestreut werden kann. Allerdings trifft dies nicht auf alle Arten zu. Je nachdem, welche Schneckenart den Salat bedroht, ist es aber auf jeden Fall einen Versuch wert.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 19.10.2017 | 19:30 Uhr

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