Stand: 05.06.2020 09:00 Uhr

Leckere Beeren aus dem eigenen Garten

Ob Himbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren oder Johannisbeeren - leckere Beerenfrüchte sind beliebt, auch bei vielen Hobbygärtnern. Damit die Ernte reichhaltig ausfällt, müssen Beerensträucher regelmäßig gepflegt und geschnitten werden. Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen ist der Herbst, da die Pflanzen bis zum nächsten Frühling gut eingewurzelt sind. Sofern kein Frost herrscht, kann sogenannte Containerware, also Pflanzen im Topf, auch über das Jahr hinweg gepflanzt werden.

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Beerensträucher pflanzen und düngen

Die meisten Beerensorten sind Flachwurzler, ihre Wurzeln sterben bei Sauerstoffmangel schnell ab. Deshalb sollten die Wurzelballen nicht tiefer in die Erde gesetzt werden, als sie im Container standen. Gibt es eine Veredlungsstelle, darf diese nicht mit eingepflanzt werden. Nach der Pflanzung den Boden nicht hacken oder anderweitig tiefgründig bearbeiten. Als Dünger eignet sich Kompost. Wer zusätzlich einen speziellen Beerendünger einsetzt, stärkt die Pflanzen und fördert den Fruchtansatz. Allerdings dürfen Beerensträucher nur sparsam gedüngt werden, da zu viel Stickstoff das Auftreten von Pilzkrankheiten begünstigt.

Sonniger Standort und durchlässiger Gartenboden

Verschiedene Beerensorten im Topf © NDR Foto: Verena Künstner
Wer Beerensträucher im Herbst pflanzt, kann mit einer reichen Ernte im Folgejahr rechnen.

Beeren mögen es warm und sonnig. Wer sein Beerenobst an der Hauswand am Spalier ziehen will, wählt eine West- oder Südwand. Der Gartenboden sollte gut durchlässig, humos und nährstoffreich sein. Staunässe und schwere Lehmböden mögen Beerensträucher nicht. Wer einen lehmigen Boden im Garten hat, kann diesen mit Kompost, Laub oder Sand anreichern. Kompost und zusätzlich Steinmehl verbessern auch sandige Böden. Auf diese Weise verbleiben Nährstoffe und Wasser länger im Boden. Der pH-Wert des Bodens liegt idealerweise im leicht sauren Bereich zwischen 5,5 bis 6,0. Um Unkraut in Schach zu halten und die Erde feucht zu halten, sollte man die Pflanzen regelmäßig mulchen.

Der richtige Schnitt

Schnitt einer Johannisbeere © fotolia Foto: rodimovpavel
Ein regelmäßiger Rückschnitt sorgt dafür, dass die Sträucher über viele Jahre hinweg Früchte tragen.

Beerensträucher werden - bis auf wenige Ausnahmen - am besten direkt nach der Ernte beschnitten. Die meisten tragen an jungem Holz die größten und leckersten Früchte, deshalb sollten diese tragenden Triebe nicht älter als drei oder vier Jahre sein. Entfernt werden also insbesondere ältere Triebe. Diese erkennt man an der dunkleren Holzfarbe, junge Triebe besitzen eine helle Farbe. Ein gut aufgebauter Strauch besitzt nicht mehr als acht bis zehn gleichmäßig verteilte Haupttriebe. Wichtig: Nie nur die Spitzen, sondern die sogenannten Ruten tief in Bodennähe abschneiden.

Himbeeren benötigen Rankhilfen

Himbeeren © picture-alliance / Photoshot Foto: Michael Warren
Bei Himbeeren unterscheidet man zwischen Sommer- und Herbstsorten.

Himbeeren gedeihen am besten in einem tiefgründigen, humosen Boden. Staunässe vertragen sie nicht. Um diese zu verhindern, ist es sinnvoll, die Sträucher in ein etwa 20 Zentimeter hohes Hügelbeet zu setzen. Der Abstand in der Reihe sollte etwa 40 bis 60 Zentimeter betragen. Beliebte Sorten für den Garten sind Herbst-Himbeeren wie "Autumn Bliss", denn sie werden wegen der späteren Blüte nicht von Himbeerkäfern befallen. Nach der Ernte sollten Himbeeren beschnitten werden: Bei früh tragenden Sorten nur die Ruten abschneiden, die Früchte getragen haben, junge Triebe stehen lassen. Bei Spätsorten die Ruten komplett bodentief abschneiden.

Damit die Ruten genügend Halt haben, benötigen Himbeeren ein Spalier. Geeignete Rank- und Kletterhilfen bietet der Fachhandel in vielen Formen und Materialien an. Man kann sie aber auch ganz leicht selbst bauen. Einfach Holzpfähle in die Erde setzen und dazwischen drei Spanndrähte befestigen.

Johannisbeeren sind unkompliziert

Rote Johannisbeeren an einem Strauch © fotolia Foto: RRF
Die Früchte von in der Sonne wachsenden Johannisbeeren sind besonders süß.

Johannisbeeren sind pflegeleicht und auch für kleine Gärten geeignet. Im Gegensatz zu anderen Beerenfrüchten werden sie tief gepflanzt, der Ballen sollte ganz unter der Erde verschwinden. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte etwa 1 bis 1,5 Meter betragen. Rote Johannisbeeren tragen auch gut, wenn sie allein stehen. Bei schwarzen Sorten sollte man mindestens zwei Pflanzen setzen, sonst ist die Ernte sehr überschaubar. Empfehlenswerte Sorten sind die roten "Jonkheer van Tets" und die aromatische "Rovada", bei den schwarzen die "Titania"  und "Dr. Bauers Ometa".

Der Standort hat Einfluss auf den Geschmack: Im Schatten wachsende Beeren sind säuerlicher als die, die in der Sonne groß werden. Beim Schnitt kommt es auf die Sorte an: Bei roten Johannisbeeren nur zwei bis drei ältere, verholzte Zweige bodentief entfernen, bei schwarzen auch einige jüngere Triebe abschneiden, sodass etwa acht bis zehn Haupttriebe stehen bleiben.

Stachelbeere ist anfällig für Mehltau

Stachelbeeren an einem Strauch © fotolia Foto: kostik2photo
Wer bei Stachelbeeren auf Nummer sicher gehen will, pflanzt mehltauresistente Sorten. Ihre Namen beginnen oft mit "Re".

Stachelbeeren sind ziemlich anspruchslos, allerdings werden viele Sorten von Mehltau befallen. Zuerst zeigt sich ein weißer Belag an den Triebspitzen und jungen Blättern, später greift der Pilz auch auf die Früchte über. Einzige Hilfe: der komplette Rückschnitt des befallenen Holzes. Wer dieses Problem vermeiden möchte, kauft mehltauresistente Sorten. Sehr schön für den Hausgarten sind die weitgehend mehltaufreie, gelb-grüne "Invicta" oder die grüne "Mucurines". Stachelbeeren können als Büsche in 1,50 Meter Abstand oder als Stämmchen mit 1 Meter Abstand in Reihe gepflanzt werden. Beim Rückschnitt zwei bis drei ältere, verholzte Zweige bodentief entfernen.

Heidelbeeren lieben sauren Boden

Ein Schild mit der Aufschrift "Bluecrop Heidelbeeren" hängt an einem Zweig © ndr.de Foto: Udo Tanske
Die Sorte "Bluecrop" ist besonders ertragreich.

Heidelbeeren sind grundsätzlich anspruchslos, benötigen aber einen möglichst sauren Boden. Deshalb pflanzt man sie in Spezialerde für Moorbeete, die auch Rhododendren bevorzugen. Auch bei der Düngung ist Rhododendron-Dünger, sparsam im Frühjahr verabreicht, die richtige Wahl. Beim Gießen nur Regenwasser oder kalkarmes Wasser verwenden.

Heidelbeeren sind zwar selbstbestäubend, damit sie viele Früchte tragen, benötigen sie aber mindestens eine zweite Pflanze einer anderen Sorte an ihrer Seite. Die besten Gartensorten sind die frühen "Duke", "Patriot" und "Reka", die darauffolgende Hauptsorte "Bluecrop" und die späteren "Elisabeth", "Berkeley" sowie die Liebhaber-Sorte "Darrow". Ein Schnitt muss erst einige Jahre nach der Pflanzung erfolgen, es sollten dann jährlich bodennah ein bis zwei Triebe entfernt werden.

Weitere Informationen
Ein Auflaufform mit Beeren-Tiramisu steht auf einem Tisch. © NDR Foto: Claudia Timmann

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 08.06.2020 | 20:15 Uhr

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