Erdbeeren im Garten anbauen

Stand: 03.05.2021 08:12 Uhr

Die Erdbeere gehört zu den beliebtesten Gartenfrüchten. Damit die Pflanzen gut wachsen und viele Früchte tragen, kommt es beim Pflanzen auf den richtigen Standort sowie die richtige Pflege an.

Es gibt mehr als 20 Erdbeerarten sowie zahlreiche Sorten, die durch Züchtung entstanden sind. Voraussetzung für einen guten Ernteerfolg sind die richtige Pflege und der richtige Standort. Je sonniger der Platz im Garten ist, desto süßer werden die Früchte. Zudem sollten Erdbeeren an einem eher windgeschützten Platz wachsen.

Welchen Boden benötigen Erdbeeren?

Optimale Bedingungen bietet ein tiefgründiger und gut durchlässiger Boden. Er sollte humus- und nährstoffreich sein. Besonders förderlich ist ein leicht saures Milieu mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Das Wurzelwerk der Erdbeere ist sehr anfällig für Pilzkrankheiten. Die rote Wurzelfäule taucht zum Beispiel dann auf, wenn der Boden durch Regen über längere Zeit zu nass ist.

Pilzbefall droht auch bei nassen Blättern, die Pflanze kann dadurch recht schnell krank werden. Damit die Erdbeeren durchs Gießen nicht unnötig mit Wasser in Berührung kommen, sind sogenannte Tropfschläuchen empfehlenswert: Aus ihnen perlt das Wasser Tröpfchen für Tröpfchen gezielt nur auf den unteren Teil der Pflanzen.

Wann sollten Erdbeeren gepflanzt werden?

Für die meisten Sorten beginnt die beste Pflanzzeit im Juli und dauert etwa bis September. Schon im folgenden Jahr können die ersten Früchte geerntet werden. Dauertragende Sorten wie "Evita", "Fresca", "Rapella" und "Tribute" fruchten meist bis in den Oktober hinein. Bodendeckende Sorten wie "Florika" und "Spadeka" bilden mittelgroße Früchte aus und gelten als besonders süß.

Pflanztipp
Erdbeerpflanzen und Gartenwerkzeug. © fotolia Foto: PhotographyByMK

Erdbeeren im Sommer pflanzen

Bis September ist die perfekte Zeit, um neue Erdbeeren für das kommende Jahr zu pflanzen. mehr

Wer den Zeitpunkt zum Pflanzen im Spätsommer versäumt hat, kann die leckeren Beeren im Frühling pflanzen. Dann fällt die Ernte jedoch meist eher gering aus. Generell gilt: Alle Erdbeeren brauchen bei einer Neupflanzung vor allem ausreichend Wasser.

Standort regelmäßig wechseln und Erdbeeren beschneiden

Erdbeertriebe werden mit einer Schere geschnitten. © fotolia Foto: rodimovpavel
Wer seine Erdbeeren regelmäßig beschneidet, kann mit guten Erträgen rechnen.

Den größten Ertrag liefern Erdbeeren im zweiten und dritten Jahr nach der Pflanzung. Danach sollte das Beet gewechselt und darin neue Jungpflanzen oder Ableger eingesetzt werden. Gut geeignet ist zum Beispiel ein ehemaliges Bohnenbeet. Die Bohnenwurzeln reichern den Boden mit Stickstoff an, das ist gut für die jungen Erdbeeren.

Ältere Erdbeerpflanzen sollten nach der Ernte beschnitten werden. Bleibt Laub stehen, entzieht es der Pflanze Ballaststoffe und die Blütenbildung im Folgejahr ist gehemmt. Auch nicht benötigte Ableger sollten abgeschnitten werden. Den äußeren Blattkranz sowie kränkelnde oder faule Blätter großzügig entfernen, dabei nicht zu tief schneiden, das Herz sollte auf keinen Fall beschädigt werden.

Erdbeeren lassen sich ganz einfach vermehren

Erdbeeren lassen sich ganz leicht durch Ableger vermehren: Dafür werden die sogenannten Junior-Pflanzen, die sich an den Ausläufern der Mutterpflanze gebildet haben, mit einem scharfen Messer vorsichtig abgeschnitten. Damit sie Kraft sammeln und starke Wurzeln ausbilden können, zwei bis drei Nachwuchs-Erdbeeren in einen Topf mit Kompost pflanzen und für ein bis zwei Wochen an einen sonnigen und windgeschützten Ort stellen. Anschließend können sie in den Garten gepflanzt werden.

Alternativ kommt die Jungpflanze in einen Topf - ohne die "Nabelschnur" abzutrennen. So wird die Pflanze optimal versorgt. Nach zwei bis drei Wochen hat sich der Wurzelballen gut entwickelt. Das erkennt man an den schönen, frischen weißen Wurzeln. Dann ist Zeit die "Nabelschnur" zu trennen und die Pflanze ins Bett zu setzen.

Mulchen gegen Unkraut und Schnecken

Erdbeerstrauch mit Stroh daneben. © NDR Foto: Udo Tanske
Mulch im Beet hält den Boden feucht und schützt vor Unkraut.

Durch das Einbetten der Erdbeerpflanzen in Stroh ("helles Mulchen") bleibt die Feuchtigkeit länger im Boden. Außerdem liegen die Beeren nicht direkt auf der Erde und versanden nicht. Das Mulchen verhindert außerdem stärkeres Unkrautwachstum und hält ungeliebte Schnecken fern. Vor dem Ausbringen des Strohs denn Boden auflockern und Unkraut entfernen. Bei der Düngung auf einen speziellen Beeren-Dünger zurückgreifen. Er enthält viel Kalium und fördert besonders die Fruchtbildung.

Erdbeerbeet für die Ernte im kommenden Jahr vorbereiten

Spätestens wenn das Laub der Erdbeerpflanzen anfängt sich zu verfärben, sollte es abgeschnitten werden. Bleibt das Laub stehen, entzieht es der Pflanze Ballaststoffe. Das hemmt die nächste Blütenbildung. Wer ein großes Erdbeerbeet hat, kann das Schneiden mit dem Rasenmäher erledigen. Wichtig ist nur, dass man nicht zu tief mäht. Die Herzblätter der Pflanzen müssen erhalten bleiben. Ein weiterer Vorteil des Mähens ist, dass das alte Laub im Fangkorb landet. Denn in den Blättern können Krankheiten schlummern.

Um die Vorbereitung abzuschließen, die Ausläufer oder Seitentriebe abstechen, die nicht gebraucht werden. Anschließend den Mittelweg neu aufgraben und fertig ist das Erdbeerbeet. Im September können die Erdbeeren auch noch einmal Dünger vertragen. Am besten einen pflanzlichen Biodünger und verdünnte Brennnesseljauche.

Erdbeeren im Topf pflanzen

Wer keinen Garten hat, kann trotzdem eigene Erdbeeren anbauen: In Töpfen oder Kübeln gedeihen sie prächtig. Voraussetzung ist auch hier lockere, humose und nur leicht gedüngte Erde.

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Dieses Thema im Programm:

Rasch durch den Garten | 03.05.2021 | 21:00 Uhr

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