VIDEO: Nutzpflanzen im Kübel anbauen (4 Min)

Rhabarber pflanzen, ernten und pflegen

Stand: 17.04.2024 14:53 Uhr

Er ist pflegeleicht, wächst schnell und schmeckt lecker: Rhabarber. Beim Pflanzen des Gemüses sind der richtige Standort und eine ausreichende Menge an Nährstoffen entscheidend.

Rhabarber wird in der Küche überwiegend wie Obst verwendet und ist beliebt als Kompott oder Kuchen. Dabei zählt Rhabarber zum Stangengemüse. Als Nutzpflanze im Garten ist Rhabarber sehr beliebt - auch, weil der Anbau unkompliziert und die Pflanze pflegeleicht ist.

Rhabarber in Frühjahr oder Herbst pflanzen

Peter Rasch gießt frisch gepflanzten Rhabarber © NDR
Das Pflanzloch sollte großzügig bemessen sein. Es wird mit einer Mischung aus Gartenerde und Dünger aufgefüllt.

Ein guter Zeitpunkt zum Pflanzen von Rhabarber ist das zeitige Frühjahr, eine Herbstpflanzung ist ebenfalls möglich. Rhabarber benötigt einen halbsonnigen bis sonnigen Standort und tiefgründigen Gartenboden. Vor dem Pflanzen den Boden etwa 70 Zentimeter tief umgraben und in das Pflanzloch eine Mischung aus ausgehobener Gartenerde, Kompost und Hornspänen geben. Bedenken sollte man, dass Rhabarber relativ viel Platz benötigt: Mindestens ein Quadratmeter Fläche sollte eingeplant werden. Das Gemüse muss regelmäßig gegossen werden, es darf aber keine Staunässe entstehen. Rhabarber ist sehr winterhart und benötigt keinen Schutz vor Frost.

Anbau auch im Topf möglich

Wer keinen Garten hat, kann Rhabarber auch im Topf auf dem Balkon pflanzen. Das Pflanzgefäß sollte möglichst groß sein (etwa 50 Liter Fassungsvermögen) und ein Loch haben, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann und keine Staunässe entsteht. Die Pflanze alle drei Wochen düngen, am besten mit Gemüsedünger, der direkt ins Gießwasser gegeben wird.

Rhabarber erst nach drei Jahren ernten

Theoretisch können die ersten knackigen Stangen im Jahr nach der Pflanzung geerntet werden. Allerdings ist es ratsam, die Rhabarber-Pflanzen die ersten beiden Jahre in Ruhe wachsen zu lassen, damit sie kräftig werden. Empfehlenswert ist es, im dritten Jahr etwa sechs bis sieben Stangen pro Pflanze zu ernten.

Stangen für die Ernte herausdrehen

Ein Mann dreht eine Rhabarberstange heraus. © NDR Foto: Udo Tanske
Die Stangen sollten beim Ernten immer herausgedreht und nicht mit einem Messer abgeschnitten werden.

Während der Ernte niemals alle Stangen entfernen: Die verbleibenden Triebe braucht der Rhabarber, um weiter Photosynthese zu betreiben und im Folgejahr wieder dicke Stangen zu bilden. Rhabarberstangen dürfen nur herausgedreht und niemals abgeschnitten werden, nur zum Entfernen der Blätter ein Messer verwenden. An den Schnittstellen könnten sonst Krankheitserreger oder Pilze eintreten und die Pflanze schädigen.

Erntezeit von Rhabarber endet am 24. Juni

Blühender Rhabarber im Beet © imago/blickwinkel
Blüht Rhabarber im Juni, sollten die Triebe entfernt werden, weil sie der Pflanze viel Energie rauben.

Ernten kann man die säuerlichen Stangen bis zum Johannistag am 24. Juni. Danach bildet Rhabarber vermehrt Oxalsäure, die in hohen Dosen Nierenschäden verursachen kann. Die Blätter des Rhabarbers eignen sich hervorragend als Mulch im Gemüsebeet. Im Herbst können sie dann kompostiert werden. Wenn die Pflanze im Juni schon Blüten bildet, sollten diese Triebe herausgedreht werden, da sie die Pflanze unnötig Kraft kosten. In der Floristik werden die abstrakten Blüten aber immer beliebter - als Highlight in sommerlichen Sträußen.

Bewährte Rhabarber-Sorten

Es gibt mehrere Rhabarber-Sorten, die sehr zu empfehlen sind. Bewährt haben sich seit Jahren die Sorten "Vierländer Blut", "Holsteiner Blut" oder auch "Goliath". Bei "Goliath" lässt der Name schon vermuten, dass dieser Rhabarber besonders lange Stiele bildet: 90 Zentimeter sind keine Ausnahme.

Rhabarber im Herbst teilen und umpflanzen

Peter Rasch hält Rhabarberwurzeln in den Händen © NDR Foto: Udo Tanske
Nach dem Ausgraben und Teilen sollten verletzte Wurzeln mit einem Messer sauber beschnitten werden.

Spätestens alle zehn Jahre sollte Rhabarber umgesetzt und bei der Gelegenheit geteilt werden. So wird die Pflanze verjüngt und bleibt kräftig. Im September beziehungsweise Oktober befindet sie sich bereits in der Ruhephase und ist im Beet kaum noch zu entdecken. Dies ist ein idealer Zeitpunkt, um das Stangengemüse umzupflanzen.

Dazu wird die Pflanze ausgegraben und der Wurzelballen mit einem sauberen Spaten in Stücke von etwa einem Kilo Gewicht geteilt. Diese sollten jeweils noch mindestens eine Knospe haben. Die Schnittflächen vor dem erneuten Einpflanzen gut abtrocknen lassen.

Wachstum im Frühling durch Dunkelheit beschleunigen

Wer das Wachstum seines Rhabarbers im Frühling beschleunigen möchte, kann einen einfachen Trick anwenden: Sobald die ersten Triebe zu sehen sind, zeitweise einen Eimer oder lichtundurchlässigen Kasten über die Pflanze stülpen. Das fördert das Wachstum der Rhabarberpflanze und sie bildet besonders lange und schöne Stiele. Zudem erhält der Rhabarber auf diese Weise ein besonders mildes Aroma und ist nicht so sauer. Das Vortreiben der Triebe bedeutet für die Pflanze allerdings eine ziemliche Kraftanstrengung, deshalb sollte diese Methode nicht jedes Jahr angewendet werden.

Weitere Informationen
Frischer Rhabarber mit Blättern liegt auf einem Stück Holz. © fotolia.com Foto: Diana Taliun

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Dieses Thema im Programm:

Rasch durch den Garten | 17.04.2023 | 21:00 Uhr

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