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Wendland: Fachwerk, Elbtalauen und runde Dörfer

Stand: 29.10.2021 11:26 Uhr

Hübsche Fachwerkstädtchen mit langer Geschichte, die fast unberührte Natur der Elbtalauen und Dörfer, die Kunsthandwerkern und Kreativen zur Heimat geworden sind - das Wendland hat viele Facetten.

Jahrzehntelang lag die Region im östlichen Niedersachsen rund um die Städte Lüchow und Dannenberg als "Zonenrandgebiet" ein wenig im Abseits. Für die Natur ein Glücksfall: Sie konnte sich fast ungestört entwickeln. Die Elbe mit ihren zahlreichen Bögen, Überschwemmungsgebieten und dem Auwald bei Gartow ist heute Lebensraum zahlreicher bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Biber, Kraniche und Störche leben in den Uferzonen. Als Teil des länderübergreifenden Biosphärenreservats "Flusslandschaft Elbe" steht die niedersächsische Elbtalaue unter dem besonderen Schutz der UNESCO.

Fische und Biber im Biosphaerium

Wolken über der Elbe bei Hitzacker. © NDR Foto: Irene Altenmüller
Die Elbtalauen sind ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche bedrohte Arten.

Über die vielfältige Natur der Flusslandschaft können Besucher im Biosphaerium Elbtalaue, das im Elbschloss in Bleckede untergebracht ist, mehr erfahren. Dort ist es auch möglich, einen Blick in die meist verborgene Tierwelt der Region zu werfen. In Aquarien leben rund 25 verschiedene Elbfischarten wie Aal, Barsch und Wels, in einer Biber-Anlage lassen sich die scheuen Tiere durch eine Glasscheibe in ihrem Wohnkessel beobachten.

Fachwerkstädtchen und Rundlinge

Neben dem Schlossstädtchen Bleckede bietet das Wendland mit Dannenberg und Hitzacker zwei weitere hübsche Fachwerkstädtchen. In Hitzacker lohnt zudem ein Besuch im Archäologischen Zentrum, das Einblicke in den Alltag der Menschen in der Bronzezeit ermöglicht. Am Standort des Freilichtmuseums, das regelmäßig verschiedene Mitmach-Aktionen anbietet, wurden Reste einer 3.000 Jahre alten Siedlung freigelegt.

Zwei Radfahrer betrachten ein Haus im Rundlingsdorf Satemin. © dpa - Bildarchiv Foto: Hans-Jürgen Wege
Per Rad lassen sich die hübschen Rundlingsdörfer gut erkunden.

Einzigartig sind im Wendland die Rundlingsdörfer. Bei mehr als 100 Dörfern der Region ist diese mittelalterliche Siedlungsform, bei der mehrere Bauernhöfe kreisförmig um den gemeinsamen Dorfplatz gebaut wurden, noch erhalten oder zumindest gut erkennbar.

Typische Rundlingsdörfer im Wendland sind unter anderem Satemin, Jameln oder Marlin. Die meisten der Höfe stammen aus der Zeit zwischen 1770 und 1870.

Zu Fuß und per Fahrrad durch das Wendland

Das Wendland lässt sich hervorragend mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß erkunden. Radfahrer können zwischen etlichen, gut ausgeschilderten Wegen wählen, darunter etwa der Elberadweg, die Storchenstraße und die Biber-Burgen-Tour. Für Wanderer bietet die Region zahlreiche Wege unterschiedlichster Streckenlängen.

Eine schöne, auch für Familien mit Kindern gut zu bewältigende Wanderung führt auf den Höhbeck, einer aus der Eiszeit stammenden Erhebung an der Elbe bei Vietze. Oben bietet ein Aussichtsturm einen tollen Blick über die Landschaft.

Eine Frau blickt vom Aussichtsturm auf dem Höhbeck im Wendland über die Elbtalauen. © NDR Foto: Irene Altenmüller
Vom Höhbeck aus bietet sich ein toller Ausblick auf die Elbe und das Wendland .

Wer zehn Tage Zeit hat, kann die Region auf dem 188 Kilometer langen Wendland-Rundweg entdecken. Er führt zunächst über den Elb-Höhenweg von Hitzacker bis nach Schnackenburg. Dort lohnt ein Besuch im Grenzlandmuseum. Der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen wurde dort zu einem Grenz- und Naturlehrpfad ausgebaut. Von Schnackenburg aus geht es auf dem Wendland-Querweg über Lüchow und mehrere Rundlingsdörfer bis nach Clenze und schließlich zurück nach Hitzacker.

Das Wendland vom Wasser aus erkunden

Mit der Elbe, den Flüssen Dumme und Jeetzel, die sich malerisch durch die Landschaft mit ihren Wiesen und Wäldern schlängeln, sowie dem Gartower See im Osten ist das Wendland von großen und kleinen Wasserwegen geprägt. Und die locken nicht nur seltene Tiere und Pflanzen an, sondern auch Paddler, die hier ein ideales Tourenrevier finden. So ist etwa die Alte Jeetzel zwischen Lüchow und Hitzacker für Kanuten und Kajakfahrer freigegeben. Wer nicht selber paddeln möchte, kann eine Schiffsfahrt auf der Elbe unternehmen. Und wer einfach nur ein erfrischendes Bad nehmen möchte, findet bei Gartow, Tosterglope oder Bleckede natürliche Badeseen. Bei Seglern und Surfern ist der Gartower See besonders beliebt.

Mit seiner weitläufigen Landschaft, zahlreichen Reitwegen und einem dichten Netz an Reiterhöfen ist das Wendland auch für Pferdefreunde ideal. Neben Wanderreiten und Kutschfahrten sind auch Eselswanderungen möglich.

Kunstereignis "Kulturelle Landpartie"

Bis heute verbinden viele das Wendland mit dem Widerstand gegen das atomare Endlager in Gorleben. Die seit Jahrzehnten gepflegte Protestkultur machte sie zur Heimat vieler Künstler und Querdenker. Einmal im Jahr, immer zwischen Himmelfahrt und Pfingsten, öffnen etliche Künstler und Kulturschaffende in der Region ihre Ateliers und Scheunen. Dann finden anlässlich der "Kulturellen Landpartie" in rund 70 Dörfern Hunderte von Veranstaltungen statt - von Kunstausstellungen über Lesungen und Konzerte bis hin zu Theateraufführungen.

Karte: Ausflugsziele im Wendland

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 30.10.2021 | 18:00 Uhr

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