Stand: 22.06.2020 11:08 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Im Wendland durch Wald und Heide wandern

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Die typische Vegetation mit Heidekraut und Birken entstand in der Nemitzer Heide erst in den letzten Jahrzehnten.

Das Wendland ist vor allem für schattige Wälder und die grünen, feuchten Elbauen, in denen Störche und Biber heimisch sind, bekannt. Von einer ganz anderen, aber ähnlich idyllischen Seite zeigt sich die Region dagegen östlich von Lüchow: Dort liegt die Nemitzer Heide - eine sandige, von Heidekraut bewachsene Dünenlandschaft mit vereinzelten Birken und Wacholdersträuchern. Eine Heidschnuckenherde weidet dort täglich und hält die Vegetation kurz.

Nemitzer Heide entstand erst 1975

Anders als die Lüneburger Heide, die sich bereits vor Jahrhunderten durch menschliche Einflüsse herausbildete, ist die Nemitzer Heide eine sehr junge Heidelandschaft. Sie entstand erst 1975 als Folge des verheerenden Waldbrandes in der Lüneburger Heide, der auch den Gartower Forst im östlichen Wendland erfasste. Auf den sandigen Böden siedelten sich nach dem Brand Heidekraut und Birken an, schon bald eroberten auch seltene Tiere wie Ziegenmelker, Zauneidechse oder Heidelerche die neu entstandene Landschaft. Heute steht das Gebiet unter Naturschutz.

Rundlingsdorf und Feldsteinkirche

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Auf einem Spaziergang treffen Besucher meist auch auf die Schnuckenherde, die täglich in der Heide unterwegs ist.

Die Landschaft lässt sich auf einem knapp 15 Kilometer langen Rundweg erkunden. Er führt nicht nur durch die sandige Heide, sondern auch durch Teile des Gartower Forstes. Außerdem geht es durch den kleinen Ort Trebel mit seiner schönen alten Feldsteinkirche sowie durch das Rundlingsdorf Marleben. Bei dieser historischen Siedlungsform, die charakteristisch für das Wendland ist, gruppieren sich alle Häuser kreisförmig um den Dorfplatz. Besonders empfehlenswert für einen Ausflug sind die Monate August und September: Dann blüht die Besenheide und taucht die Landschaft in das typische Violett ihrer kleinen Blüten. Ein guter Startpunkt für eine Wanderung ist das Nemitzer Heidehaus. Dort informiert eine kleine Ausstellung über die Entstehung der Heide, ein Café bietet Kuchen sowie regionale Spezialitäten an.

Mit Esel oder Kutsche durch die Heide

Wer mag, kann die Heide auch auf einer Kutschfahrt entdecken. Die Touren starten ebenfalls am Heidehaus. Beliebt sind die Mondscheinfahrten zur Hirschbrunft im September. Eine reizvolle Art, als Familie mit Kindern die Heide zu entdecken, ist eine Eselwanderung. Ein Hof in Trebel bietet diese täglich nach Vereinbarung an. Auch Besuche auf dem Hof sind nach Absprache möglich.

Karte: Nemitzer Heide im Wendland

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 24.06.2020 | 07:10 Uhr

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