Stand: 25.07.2019 16:19 Uhr  | Archiv

Zarrentin: Naturidyll am Schaalsee

Schilfkraut am Ufer des Schaalsees.  Foto: Kathrin Weber
Der Schaalsee ist sauber und sauerstoffreich. An den Ufern wächst teilweise dichtes Schilf, aber auch Erlen und Buchen.

Breite Schilfstreifen, glasklares Wasser, hier und da ein kleiner Holzsteg mit Bootshaus und auf einer Anhöhe thront ein Backsteinkloster: Solche Motive wie aus dem Bilderbuch sind in Zarrentin am Schaalsee keine Seltenheit und machen die Stadt in Westmecklenburg zu einem besonders attraktiven Ausflugsziel.

Dass die Natur noch so idyllisch ist, hat einen Grund. Zarrentin lag jahrzehntelang ganz dicht an der innerdeutschen Grenze, die direkt durch den See verlief. Wo Wachtürme und Stacheldraht den Menschen den Zugang verwehrten, konnten sich Flora und Fauna ungestört entwickeln. Heute gehören ein Großteil des Sees sowie viele angrenzende Gemeinden und weitere Gewässer zum UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Ein Viertel der Fläche ist Naturschutzgebiet.

Wandern mit Seeblick

Eine Aussichtsplattform am Schaalsee, dem UNESCO-Biosphärenreservat.  Foto: Kathrin Weber
Naturliebhaber können vom Hochstand aus Vögel wie Rohrdommel, Haubentaucher und verschiedene Entenarten beobachten.

Die schöne Natur rund um den See - eine Mischung aus Feuchtwiesen, Feldern und Wäldern - lässt sich am besten bei einer Wanderung oder einem Spaziergang erleben. In Zarrentin starten mehrere Touren. Empfehlenswert ist etwa der rund vier Kilometer lange Rundweg um den Kirchensee über die Halbinsel Strangen. Er beginnt hinter dem Kloster, führt zunächst über eine kleine Brücke am Wasser entlang, dann durch lichte Wälder und an einem Moor vorbei. Kurz vor der Brücke liegt an der Uferpromenade im Schilfgürtel ein Hochstand, der ideal zur Vogelbeobachtung oder für eine kleine Rast mit Seeblick ist.

Weitere ausgeschilderte Wanderwege, darunter auch ein Moorlehrpfad, beginnen am Pahlhuus, dem Informationszentrum des Biosphärenreservats. Dort informiert auch eine kostenlose Ausstellung über die Tier- und Pflanzenwelt der Region. Von April bis November findet am Pahlhuus an jedem ersten Sonntag im Monat der Biosphäre-Schaalsee-Markt statt, auf dem regionale Anbieter ökologische Lebensmittel sowie Kunsthandwerk verkaufen.

Boot fahren und baden

Wer den Schaalsee vom Wasser aus erkunden möchte, kann ein Ruder-, Tret- oder Segelboot mieten oder eine Rundfahrt mit einem Fahrgastschiff unternehmen. Eigene Boote dürfen nicht genutzt werden, da jedes Wasserfahrzeug eine Zulassung benötigt. An warmen Sommertagen ist der See ideal zum Schwimmen. Aus Naturschutzgründen ist das Baden nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt, in Zarrentin gibt es ein Strandbad.

Sehenswert: Kloster, Kirche und Heimatmuseum

Das restaurierte Kloster in Zarrentin am Schaalsee. © NDR Foto: Kathrin Weber
Im ehemaligen Nonnenkloster finden heute Ausstellungen, Konzerte und Lesungen statt.

Nur durch eine Treppe von der Uferpromenade getrennt, liegt auf einer Anhöhe das Kloster Zarrentin - ein schön restauriertes ehemaliges Zisterzienser-Nonnenkloster. Ein Besuch lohnt nicht nur für Kulturinteressierte. Die Anlage beeindruckt durch gotische Gewölbe und große Fenster mit Seeblick. Mit Audioguide ist der Rundgang besonders spannend, denn er lenkt den Blick auf viele interessante Details.

In der ehemaligen Scheune des Klosters ist das Heimatmuseum untergebracht, das neben Alltagsgegenständen auch spannende Dokumente der wechselvollen Geschichte Zarrentins zeigt - etwa ein Modell mit dem einstigen Grenzverlauf.

Die alte Kanzel in der Kirche St. Petrus und Paulus in Zarrentin am Schaalsee. © NDR Foto: Kathrin Weber
Die Kanzel stammt aus der Lübecker Marienkirche und kam 1699 gebraucht nach Zarrentin.

Die benachbarte Kirche wurde erstmals Ende des 12. Jahrhunderts erwähnt und 1251 zur Klosterkirche ernannt. Im 15. Jahrhundert war das romanische Gebäude so baufällig, dass es abgerissen werden musste. Doch der Neubau im gotischen Stil enthält noch immer zahlreiche Elemente der ursprünglichen Kirche. Außerdem steht dort eine der ältesten evangelischen Kanzeln Norddeutschlands.

Regionale Spezialität: die Maräne

Die Maränen mit Mehl bestäuben. © NDR Foto: Claudia Timmann
Ganz in Butter gebraten schmecken Maränen besonders gut.

Die gute Wasserqualität des Schaalsees sorgt dafür, dass dort Dutzende Fischarten leben. Eine Spezialität der Region ist die Maräne. Die lachsartigen Fische werden von den Seefischern mit Netzen gefangen und in vielen Restaurants rund um den See serviert. Ihr Fleisch ist fest und grätenarm.

Karte: Der Schaalsee auf einen Blick
Weitere Informationen
Ausflugsschiff auf dem Schaalsee. © Fotolia.com Foto: Biker

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Szene aus "die nordstory Spezial": Angler stehen auf einer Brücke.
88 Min

Fischers Fritz fischt frische Fische

Sie sind knorrig, oft einsilbig, aber meist haben sie ein großes Herz: die Fischer am Schaalsee, in Valluhn oder Wismar. Der Film zeigt Menschen mit der Leidenschaft für Fisch. 88 Min

Dieses Thema im Programm:

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