Stand: 25.07.2019 16:19 Uhr

Zarrentin: Naturidyll am Schaalsee

Bild vergrößern
Der Schaalsee ist sauber und sauerstoffreich. An den Ufern wächst teilweise dichtes Schilf, aber auch Erlen und Buchen.

Breite Schilfstreifen, glasklares Wasser, hier und da ein kleiner Holzsteg mit Bootshaus und auf einer Anhöhe thront ein Backsteinkloster: Solche Motive wie aus dem Bilderbuch sind in Zarrentin am Schaalsee keine Seltenheit und machen die Stadt in Westmecklenburg zu einem besonders attraktiven Ausflugsziel.

Dass die Natur noch so idyllisch ist, hat einen Grund. Zarrentin lag jahrzehntelang ganz dicht an der innerdeutschen Grenze, die direkt durch den See verlief. Wo Wachtürme und Stacheldraht den Menschen den Zugang verwehrten, konnten sich Flora und Fauna ungestört entwickeln. Heute gehören ein Großteil des Sees sowie viele angrenzende Gemeinden und weitere Gewässer zum UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Ein Viertel der Fläche ist Naturschutzgebiet.

Spaziergang durch Zarrentin

Wandern mit Seeblick

Bild vergrößern
Naturliebhaber können vom Hochstand aus Vögel wie Rohrdommel, Haubentaucher und verschiedene Entenarten beobachten.

Die schöne Natur rund um den See - eine Mischung aus Feuchtwiesen, Feldern und Wäldern - lässt sich am besten bei einer Wanderung oder einem Spaziergang erleben. In Zarrentin starten mehrere Touren. Empfehlenswert ist etwa der rund vier Kilometer lange Rundweg um den Kirchensee über die Halbinsel Strangen. Er beginnt hinter dem Kloster, führt zunächst über eine kleine Brücke am Wasser entlang, dann durch lichte Wälder und an einem Moor vorbei. Kurz vor der Brücke liegt an der Uferpromenade im Schilfgürtel ein Hochstand, der ideal zur Vogelbeobachtung oder für eine kleine Rast mit Seeblick ist.

Weitere ausgeschilderte Wanderwege, darunter auch ein Moorlehrpfad, beginnen am Pahlhuus, dem Informationszentrum des Biosphärenreservats. Dort informiert auch eine kostenlose Ausstellung über die Tier- und Pflanzenwelt der Region. Von April bis November findet am Pahlhuus an jedem ersten Sonntag im Monat der Biosphäre-Schaalsee-Markt statt, auf dem regionale Anbieter ökologische Lebensmittel sowie Kunsthandwerk verkaufen.

Blick auf den Schaalsee von einem Hochstand zur Vogelbeobachtung in Zarrentin. © NDR Foto: Kathrin Weber

Zarrentin am Schaalsee

Ausflugstipps – Entdecke den Norden -

Ein von Schilf gesäumtes Ufer, glasklares Wasser und ein altes Kloster: Zarrentin ist nicht nur für Naturliebhaber ein lohnendes Ziel.

5 bei 1 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Download

Boot fahren und baden

Wer den Schaalsee vom Wasser aus erkunden möchte, kann ein Ruder-, Tret- oder Segelboot mieten oder eine Rundfahrt mit einem Fahrgastschiff unternehmen. Eigene Boote dürfen nicht genutzt werden, da jedes Wasserfahrzeug eine Zulassung benötigt. An warmen Sommertagen ist der See ideal zum Schwimmen. Aus Naturschutzgründen ist das Baden nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt, in Zarrentin gibt es ein Strandbad.

Sehenswert: Kloster, Kirche und Heimatmuseum

Bild vergrößern
Im ehemaligen Nonnenkloster finden heute Ausstellungen, Konzerte und Lesungen statt.

Nur durch eine Treppe von der Uferpromenade getrennt, liegt auf einer Anhöhe das Kloster Zarrentin - ein schön restauriertes ehemaliges Zisterzienser-Nonnenkloster. Ein Besuch lohnt nicht nur für Kulturinteressierte. Die Anlage beeindruckt durch gotische Gewölbe und große Fenster mit Seeblick. Mit Audioguide ist der Rundgang besonders spannend, denn er lenkt den Blick auf viele interessante Details.

In der ehemaligen Scheune des Klosters ist das Heimatmuseum untergebracht, das neben Alltagsgegenständen auch spannende Dokumente der wechselvollen Geschichte Zarrentins zeigt - etwa ein Modell mit dem einstigen Grenzverlauf.

Bild vergrößern
Die Kanzel stammt aus der Lübecker Marienkirche und kam 1699 gebraucht nach Zarrentin.

Die benachbarte Kirche wurde erstmals Ende des 12. Jahrhunderts erwähnt und 1251 zur Klosterkirche ernannt. Im 15. Jahrhundert war das romanische Gebäude so baufällig, dass es abgerissen werden musste. Doch der Neubau im gotischen Stil enthält noch immer zahlreiche Elemente der ursprünglichen Kirche. Außerdem steht dort eine der ältesten evangelischen Kanzeln Norddeutschlands.

Regionale Spezialität: die Maräne

Bild vergrößern
Ganz in Butter gebraten schmecken Maränen besonders gut.

Die gute Wasserqualität des Schaalsees sorgt dafür, dass dort Dutzende Fischarten leben. Eine Spezialität der Region ist die Maräne. Die lachsartigen Fische werden von den Seefischern mit Netzen gefangen und in vielen Restaurants rund um den See serviert. Ihr Fleisch ist fest und grätenarm.

Karte: Der Schaalsee auf einen Blick
Weitere Informationen

Schaalsee: Grüne Oase zwischen zwei Ländern

Wander- und Radwege führen quer durch das artenreiche Biosphärenreservat Schaalsee, das in Holstein und Mecklenburg liegt. Im Fischerort Zarrentin steht ein sehenswertes Kloster. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Plus | Ausflugstipps – Entdecke den Norden | 26.07.2019 | 19:30 Uhr

Urlaubsregionen im Norden

Mehr Ratgeber

09:01
Mein Nachmittag
06:35
Mein Nachmittag
29:37
Sass: So isst der Norden

Das Beste vom Lachs

Sass: So isst der Norden