Stand: 13.01.2020 10:34 Uhr  | Archiv

Clausthal-Zellerfeld: Bergstadt im Harz

Blick aus der Vogelperspektive auf die Teichkaskade Hirschler Teich und Pfauenteiche bei Clausthal-Zellerfeld im Harz. © Harzwasserwerke GmbH
Die Teiche bei Clausthal-Zellerfeld wurden zum Teil bereits im Mittelalter angelegt und lieferten Energie für den Bergbau.

Clausthal-Zellerfeld gehört zu den sieben alten Bergstädten des Oberharzes. Heute ist der Luftkurort mit rund 15.000 Einwohnern, der aus den Ortsteilen Clausthal und Zellerfeld besteht, auch eine Hochschulstadt. An der Technischen Universität lernen gut 4.000 Studierende unter anderem in den Fachbereichen Energie und Wirtschaftswissenschafen, Natur- und Materialwissenschaften sowie Informatik und Maschinenbau.

Sport im Sommer und Winter

Clausthal-Zellerfeld liegt auf rund 500 Metern Höhe, umgeben von dichten Wäldern. Das lockt im Sommer Wanderer und Naturfreunde an, in der kalten Jahreszeit Wintersportler. Ob Mountainbiking oder Reiten, Skilanglauf oder Rodeln, für viele Sportarten im Freien finden sich gute Bedingungen. Spätestens seit Arnd Peiffer, der für den WSV Clausthal-Zellerfeld startet, zur Weltspitze im Biathlon gehört, wurden viele auf die Trainingsmöglichkeiten in der Region aufmerksam. Das Landesleistungszentrum Biathlon hat dort ebenso seinen Sitz wie ein Skiinternat.

Deutschlands größte Holzkirche

Kirche zum Heiligen Geist in Clausthal im Abendlicht © Kirchengemeinde Clausthal Foto: KD Urban
Seit 2013 strahlt die Kirche wieder in der historischen Originalfarbe blau.

Gegenüber des historischen Eingangs zur Universität, in der Ortsmitte von Clausthal, steht unübersehbar die hellblaue Marktkirche zum Heiligen Geist. Sie wurde in den Jahren 1637 bis 1642 erbaut. Mit einst 2.200 und heute rund 1.000 Sitzplätzen ist sie die größte Holzkirche Deutschlands. Fünf seitlich angebaute Treppentürme führen auf die Emporen. Die Fassade der Fachwerkkonstruktion ist komplett mit Holz verkleidet, Sprossenfenster lassen Licht in den Innenraum.

Historische Gebäude im Zentrum

Auch das stattliche Rathaus und das historische Gebäude des Oberbergamts gruppieren sich um den zentralen Platz von Clausthal. Mit seinen Fachwerkhäusern ist Clausthal-Zellerfeld zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Ausflugsziel. Sehenswert ist unter anderem die mit kunstvoll geschnitzten Gesichtern verzierte Berg-Apotheke, von Einheimischen auch "Fratzenapotheke" genannt. Ebenfalls im Ortsteil Zellerfeld befindet sich in unmittelbarer Nähe das Dietzelhaus von 1673. Das farbenfrohe Bürgerhaus steht für den einstigen Reichtum der Oberharzer. Heute hat dort die Tourist-Information ihren Sitz.

Silber sorgte für Wohlstand

Oberbergamt in Clausthal-Zellerfeld © Axel Franz Foto: Axel Franz
Das Oberbergamt regelte einst den Bergbau in der Region.

Um 1150 hatten sich die ersten Siedler am Benediktinerkloster Cella niedergelassen. Nur kurze Zeit später fanden sie Silberadern. Es war der Beginn des Bergbaus. Während seiner Blüte im 17. und 18. Jahrhundert waren die Clausthaler Gruben die bedeutendsten im Oberharz. Noch heute wird die Stadt von rund 70 Teichen umgeben. Sie sorgten einst für den Antrieb der Entwässerungspumpen und Wasserräder in den nahen Bergwerken. Seit 2010 gehören sie zum Weltkulturerbe "Oberharzer Wasserwirtschaft".

Ein Museum für den Bergbau

Bergwerksmuseum Clausthal-Zellerfeld © picture-alliance / dpa Foto: Rainer Jensen
Im ältesten Bergwerksmuseum Deutschlands erfahren Besucher alles über das Leben der Bergleute.

Bereits 1892 wurde das Oberharzer Bergwerksmuseum gegründet, das älteste Bergbaumuseum Deutschlands. Die Ausstellung im Hauptgebäude und die Anlagen im Freigelände veranschaulichen die harte Lebens- und Arbeitswelt der Kumpel. Im Schaubergwerk des Museums begeben sich Besucher auf eine Entdeckungsreise in die Zeit, als Maschinen noch aus Holz statt aus Eisen gebaut wurden. Alle Ausstellungsstücke sind Originale, die einst in Betrieb waren. Auch die berühmte Fahrkunst, ein Aufzug für Bergleute, die 1833 in Zellerfeld erfunden wurde, ist dort zu sehen.

Glas und Bier im Handwerkerhof

Die Kunst des Glasmachens, ein mehr als 2.000 Jahre altes Handwerk, fasziniert noch heute. Im Kunsthandwerkerhof können Besucher dabei zusehen, wie aus einer 1.200 Grad heißen Glasmasse Vasen, Schalen und Figuren manuell geformt werden. Zum Kunsthandwerkerhof gehört auch eine Brauakademie, in der nach traditionellem Rezept Bier hergestellt wird.

Der wohl berühmteste Clausthaler ist Robert Koch. Der Arzt, Bakteriologe und Nobelpreisträger von 1905 kam 1843 im Harz zur Welt und ist heute Ehrenbürger seiner Heimatstadt. Ein Stadtrundgang führt unter anderem zum Geburtshaus Kochs, dem Wohnhaus der Familie und dem Familiengrab.

Karte: Clausthal-Zellerfeld

Weitere Informationen
Kirche zum Heiligen Geist in Clausthal im Abendlicht © Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover Foto: Wiebke Ostermeier / lichtemomente.net

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