Stand: 26.04.2019 11:31 Uhr

Bei Hirschen und Rehen im Tiergarten Hannover

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Am Futterplatz bekommen die Tiere im Winter zusätzliche Nahrung.

Wildschweinen und Hirschen in einer Großstadt begegnen? In Hannover ist das möglich, denn dort leben im traditionsreichen Tiergarten einheimische Wildtiere in einem ausgedehnten Wald- und Wiesengebiet. Der gesamte, gut 1,1 Quadratkilometer große Tiergarten ist umzäunt, damit sich die rund 120 bis 150 Dammhirsche im Inneren frei bewegen können. An Besucher sind sie gewöhnt und lassen sich von Menschen nicht stören, die ihnen auf angelegten Wegen ohne trennenden Zaun erstaunlich nahekommen.

Damwild bei der Fütterung. © NDR/Antje Grünig

Der wilde Tiergarten

NaturNah -

Der Tiergarten Hannover ist eines der ältesten Wildgehege Deutschlands. Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen und beobachtet die Pflanzen- und Tierwelt.

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Mit Wildschweinen auf Tuchfühlung

Neben Damhirschen gehören Rehe und in zwei Gehegen Wildschweine sowie einige mächtige Rothirsche zu den Bewohnern des Tiergartens. Die schweren Wildschweine wühlen sich auf der Suche nach Futter immer wieder durch den erdigen Morast des Geheges. Dabei kommen sie ohne Scheu auch unmittelbar zu den Besuchern am Drahtzaun.

Spazieren unter jahrhundertealten Bäumen

Der Tiergarten lädt außerdem zu Spaziergängen unter teils uralten Bäumen wie Kastanien und Hainbuchen ein. Gleich am Haupteingang steht ein Naturdenkmal: eine mächtige, fast 700 Jahre alte Eiche. Junge Bäume benötigen als Schutz ein Metallgitter, denn die zarte Rinde wäre ein willkommener Leckerbissen für das Wild. Das Wegenetz führt auch zum Futterplatz mit einer historischen Fachwerk-Scheune von 1751, vorbei an einer Schutzhütte und zu einer Vogel-Voliere.

Rund ums Jahr gilt für den Tiergarten "Eintritt frei". Eine Ausnahme ist nur das beliebte Tiergarten-Fest am zweiten Oktober-Wochenende, das viele Familien anlockt.

Mehr als 300 Jahre Geschichte des Tiergartens

Tiergarten Hannover

Tiergartenstr. 149
30559 Hannover
Tel.: (0511) 52 66 53

Öffnungszeiten: täglich ab 7 Uhr bis zum Beginn der Dunkelheit,
November bis Mitte Dezember montags bis donnerstags erst ab 12 Uhr
Eintritt frei

Ursprünglich diente die Anlage als Jagdrevier für den hannoverschen Adel. Herzog Johann Friedrich ließ den Wald bereits um 1678 einzäunen, 1799 wurde er für die Bevölkerung geöffnet. Damit gehört er zu den ältesten Tiergärten bundesweit und entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugsziel in Hannover. Um das Gleichgewicht zwischen Tierbestand und Bewuchs zu erhalten, dürfen nicht mehr als etwa 150 Damhirsche auf dem Gelände leben. Da pro Jahr 35 bis 40 Tiere geboren werden, erlegen Jäger im November und Dezember eine ähnliche Anzahl. Das Fleisch, das in Hannover als begehrte Delikatesse gilt, wird verkauft.

Rehe und Hirsche

Nicht nur viele Kinder glauben, das Reh ist die Frau vom Hirsch. Rehe, Dam- und Rothirsche sind jedoch unterschiedliche Tiere. Die kleinste Art sind Rehe, die auch als Trughirsche bezeichnet werden. Sie werden an der Schulter etwa 60-80 cm hoch. Sogenanntes Damwild erreicht etwa 80-100 cm, große Rothirsche bis zu 150 cm. Männliche Hirsche tragen ein großes Geweih, Rehböcke nur kleine "Stangen", beide Arten stoßen das Geweih einmal im Jahr ab, dann wächst es neu. Damwild zeigt im Sommer das typische braune Fell mit weißen Flecken und lebt in Gruppen.

Karte: Tiergarten Hannover
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Dieses Thema im Programm:

NaturNah | 09.04.2019 | 18:15 Uhr

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