Stand: 09.10.2019 18:05 Uhr

Rothirsch: König der norddeutschen Wälder

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Im Duvenstedter Brook bei Hamburg können Interessierte ab September die Brunft der Rothirsche erleben.

Rothirsche gehören zu den größten heimischen Wildtieren. Der Anblick des bis zu 1,50 Meter großen Tieres mit dem verzweigten Geweih ist imposant. Nicht wenige Menschen denken, dass Rehe weibliche Rothirsche sind. Zwar gehören sowohl Reh als auch Rothirsch zur Familie der Hirsche - doch damit endet die Verwandtschaft. Als Vertreter der zoologischen Unterfamilie der Trughirsche ist das Reh näher mit Ren, Elch und dem Weißwedelhirsch verwandt. Neben Reh und Rothirsch sind in Norddeutschland zwei weitere Hirscharten heimisch: Damhirsch und Sikahirsch.

Heimische Hirscharten Norddeutschlands

Rothirsche in Norddeutschland

Außer im hohen Norden ist Rotwild, so ein anderer Name für Rothirsche, in ganz Europa verbreitet. In Deutschland kommt es vor allem in den Mittelgebirgen, in den Alpen sowie im Alpenvorland vor. 200.000 Tiere sollen es Schätzungen zufolge bundesweit sein. Nennenswerte Bestände im Norden gibt es im Harz, im Duvenstedter Brook in Hamburg, im Weserbergland, in der Lüneburger Heide, im Müritz Nationalpark und im Naturpark Mecklenburgische Schweiz. Mit etwas Glück und Geduld, lassen sie sich während der Brunftzeit im September beobachten (siehe Box unten).

Vom Kalb zum Zwölfender

Der Name Rotwild geht auf das rötlich-braune Sommerfell zurück, das sich in den Wintermonaten grau-braun verfärbt. Allein die Männchen tragen ein Geweih, das sie jedes Jahr im Frühjahr abwerfen. Mit jedem Jahr wird das Geweih größer und verzweigter. Hat eine Geweihseite drei Enden, spricht man von einem Sechsender, bei sechs Enden entsprechend von einem Zwölfender. Die Weibchen, auch Hirschkühe oder Kahlwild genannt, bringen im Frühjahr ein, selten zwei Kälber zur Welt.

Geschlechtertrennung - außer in der Brunft

Im Gegensatz zum kleineren Reh leben Rothirsche, nach Geschlechtern getrennt, in Rudeln. Sogenannte Kahlwildrudel bestehen aus Hirschkühen mit ihren Kälbern. Männliche Hirsche bilden eigene Rudel. Ältere Hirsche sind bevorzugt als Alleingänger oder mit einem jüngeren Beihirsch unterwegs. Anders in der Brunftzeit: Ab Anfang September gesellen sich die Hirsche zu den Rudeln der Hirschkühe. Spektakulär sind die Kämpfe der Hirsche, die nicht selten mit Verletzungen oder gar mit dem Tod eines Tieres enden. Der Platzhirsch paart sich mit den Kühen "seines" Rudels.

Rotwild und Holzwirtschaft

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Das Hirschkalb kann schon wenige Stunden nach seiner Geburt stehen und seiner Mutter langsam folgen.

Rotwild und Forstbetriebe kommen sich immer wieder in die Quere. Ursprünglich lebten Rothirsche in offenen Landschaften, in denen sie weite Wanderungen zwischen Sommer- und Wintergebieten unternahmen. Straßen, dichte Besiedlung und andere Eingriffe der Menschen zerschneiden und blockieren die Aufenthaltsorte und Wanderrouten der Hirsche. Deshalb ziehen sie sich heute vor allem in große Waldgebiete zurück. Dort müssen sich die Hirsche in einem relativ kleinen Gebiet aufhalten und Nahrung finden - und verursachen so größere Schäden an Bäumen.

Rothirschbrunft in Norddeutschland

Ein Höhepunkt für viele Naturliebhaber ist die Brunftzeit der Rothirsche, die in Norddeutschland Anfang September beginnt und etwa fünf Wochen dauert. Hier finden Sie einen Überblick über die Brunftplätze in Mitteleuropa. Im Harz lädt die Nationalpark-Verwaltung im September zu Wanderungen ab Sonnenberg ein. Geführte Exkursionen zu den Brunftplätzen im Duvenstedter Brook in Hamburg bietet der NABU an.

Neue und alte Feinde

Bis vor einigen Jahren hatten Hirsche in Deutschland keine natürlichen Feinde. Das hat sich mit der Rückkehr von Wolf und Luchs geändert. Allerdings gibt es noch keine Daten, wie dies den Bestand beeinflusst. Verdichtung, intensive Landwirtschaft sowie der Straßenverkehr stellen nach wie vor die größte Bedrohung für Reh, Rothirsch, Damwild und Sikahirsch dar.

Rehe in der Morgendämmerung.

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