Stand: 16.04.2019 12:26 Uhr  | Archiv

Natur und Geschichte erleben in Riddagshausen

Klosterkirche in Riddagshausen. © picture alliance / dpa Foto: Julian Stratenschulte
Die Klosterkirche zählt zu den ältesten gotischen Bauwerken Deutschlands.

Ein Waldgebiet mit vielen Teichen, hübsche Fachwerkhäuser und ein mittelalterliches Kloster mit einem romantischen Klostergarten: Der Braunschweiger Stadtteil Riddagshausen ist ein lohnendes Ausflugsziel. Bis heute hat sich der kleine Ort am östlichen Stadtrand seinen romantischen und dörflichen Charakter erhalten.

Klosteranlage mit gotischer Kirche

Bereits Mitte des 12. Jahrhunderts errichteten Mönche des Zisterzienser-Ordens auf dem sumpfigen Gelände vor der Stadt Braunschweig ein Kloster. Sie legten das Gelände trocken, bauten Fischteiche und eine Klosteranlage. Noch immer sind davon das Torhaus, die Klostermauer, die Frauen- und Siechenkapelle sowie die 1275 eingeweihte Klosterkirche St. Mariae erhalten. Das Gotteshaus wird seit der Reformation als evangelische Gemeindekirche genutzt.

Orgel und Altarraum der Klosterkirche Riddagshausen © Hans-Dieter Karras Foto: Hans-Dieter Karras
Der hohe Innenraum der dreischiffigen Basilika sorgt für eine großartige Akustik der Orgel.

Die Kirche, eine schlicht ausgestattete dreischiffige Basilika, zählt zu den ältesten gotischen Bauwerken Deutschlands. Ihre außergewöhnliche Akustik lässt Orgelkonzerte, die im Sommer regelmäßig stattfinden, zu besonderen Ereignissen werden. Ehrenamtliche bieten nach Absprache Führungen durch die Kirche und das Klostergelände an. Von April bis Mitte Oktober beginnt jeweils freitags um 17 Uhr ein Rundgang.

Kräuter, Obst und Gemüse im Klostergarten

Eine große hölzerne Pforte in der Klostermauer führt in den Klostergarten, der nach historischen Plänen rekonstruiert wurde - mit Heilkräuter-, Obst- und Gemüsegarten. "Wir wollten das Erbe der Zisterzienser sichtbar machen, die für den perfekten Landbau stehen", erklärt Pflanzenspezialist Burkhard Bohne, der den Garten angelegt hat. Heute wachsen dort wieder traditionelle Heilkräuter wie Andorn, Ringelblume, Salbei und Schafgarbe, alte Gemüsesorten wie Mangold, Melde und Pastinake sowie Obstbäume wie Apfel, Birne, Quitte und Zwetschge. Der Garten ist für Besucher jederzeit zugänglich.

Im ehemaligen Torhaus des Klosters informiert heute ein Zisterzienser-Museum über die Geschichte des Ordens - von seinen Anfängen bis in die Gegenwart.  

Wald, Teiche und ein Wildgehege

Alte Fischteiche und der Braunschweiger Ortsteil Riddagshausen aus der Luft. © dpa / picture alliance Foto: K. Hinze
Aus der Luft sind die angelegten Fischteiche gut zu erkennen.

Die von den Mönchen geschaffene Kulturlandschaft rund um das Kloster mit Fischteichen, Feldern und Wiesen entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem naturnahen Teich- und Waldgebiet. Es steht bereits seit 1936 unter Naturschutz und ist ideal für Spaziergänge oder kleine Radtouren. Anziehungspunkt für Familien ist ein Freigehege mit Damwild. In kalten Wintern ziehen Schlittschuhläufer auf dem Kreuzteich, einem der insgesamt 15 erhaltenen Fischteiche, ihre Runden.

Viel altes Fachwerk

Der Ort Riddagshausen ist auch für seine schönen alten Fachwerkhäuser bekannt. Viele von ihnen wurden zwischen 1968 und 1980 aus anderen Teilen des Braunschweiger Landes nach Riddagshausen versetzt. Besonders prächtig sind unter anderem das Warbsenhaus aus dem 17. und das Wendeburger Haus aus dem 16. Jahrhundert. Eine historische Bockwindmühle kam 1979 aus Remlingen hinzu. Das Ensemble alter Gebäude bildet heute die sogenannte Bauernhaussiedlung.

Karte: Braunschweigs Ortsteil Riddagshausen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 22.04.2019 | 11:50 Uhr

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