Stand: 19.02.2020 15:53 Uhr

Was gibt es Sehenswertes in Itzehoe?

Itzehoe ist eine der ältesten Städte Holsteins. 1238 gründete der Schauenburger Graf Adolf IV. am Fuß seiner Burg eine Siedlung und sorgte so für den Ursprung Itzehoes. Im Mittelalter blühte der Handel mit Getreide, Salz und Tuch. Heute ist Itzehoe mit rund 32.000 Einwohnern Verwaltungssitz des Landkreises Steinburg. Eine lange Fußgängerzone und viele Fachmärkte bieten ein gutes Einkaufsangebot für die Region.

Kunstschätze in der St.-Laurentii-Kirche

Klosterhof hinter der Laurentii-Kirche in Itzehoe © NDR Foto: Irene Altenmüller
Klosterhof und St. Laurentii-Kirche: Auf dem Turm gibt es eine Aussichtsplattform.

Von der mittelalterlichen Vergangenheit ist in Itzehoe nichts mehr zu sehen, denn 1657 zerstörten die Schweden die Altstadt fast vollständig. Die meisten Häuser in der sogenannten Neustadt stammen deshalb aus dem späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert, so auch das historische Rathaus und die evangelische St.-Laurentii-Kirche. Nach zweimaliger Zerstörung wurde das Gotteshaus 1718 im barocken Stil mit Zwiebelturm wieder aufgebaut. Die Kirche ist reichhaltig ausgestattet. In der Gruft stehen viele jahrhundertealte Sarkophage, den barocken Altar zieren 24 Szenen aus der Werkstatt des Hamburger Holzschnitzers Hans Baxmann. Die Orgel, deren Front im Original erhalten ist, stammt von dem berühmten norddeutschen Orgelbauer Arp Schnitger. 252 Stufen führen zu einer Aussichtsplattform auf dem knapp 80 Meter hohen Kirchturm. Wer sie bewältigt, wird mit einem schönen Panoramablick belohnt.

Idyllischer Klosterhof

Direkt an die Kirche grenzt der Klosterhof mit Fachwerkhäusern, Grünanlagen und einem großen Teich. Dort stand einst das Kloster eines 1230 gegründeten Zisterzienser-Nonnenkonvents, der 1263 nach Itzehoe umgezogen war. Nach der Reformation wurde die Anlage in ein Damenstift umgewandelt, das noch heute unter dem Namen Adeliges Kloster existiert. Die ursprüngliche Klosteranlage wurde 1657 fast vollständig zerstört. Nur ein Teil des gotischen Kreuzgangs blieb erhalten und ist der älteste Bereich des heutigen Ensembles mit Gebäuden aus verschiedenen Jahrhunderten. In einigen davon vermietet die Klosterverwaltung Wohnungen. Die Touristinformation organisiert auf Anfrage Führungen durch den Klosterhof, eine grüne Oase in der Innenstadt.

"Prinzesshof" mit dem Kreismuseum

Eines der ältesten Gebäude der Stadt steht in der Kirchenstraße: der "Prinzesshof". In dem 1556 erbauten Adelssitz residierten von 1810 bis 1941 drei Prinzessinnen, die jeweiligen Äbtissinnen des Klosters Itzehoe. Daher kommt auch der Name "Prinzesshof". Seit 1988 beherbergt das schöne Gebäude mit Park das Kreismuseum das allerdings bis auf Weiteres wegen Sanierungsarbeiten geschlossen bleibt.

Expressionistische Architektur im Hablik-Museum

Der deutsch-böhmische Künstler Wenzel Hablik (1881-1934) lebte von 1907 bis zu seinem Tod in Itzehoe. Hablik war Maler, Grafiker, Kunsthandwerker und Innenarchitekt und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der expressionistischen Architektur. Seit 1995 zeigt das Wenzel-Hablik-Museum den Nachlass des Künstlers, die umfangreichste Sammlung seiner Werke. Zu sehen sind mehr als 200 Gemälde, Architekturentwürfe, Möbel und kunsthandwerkliche Arbeiten. Aus Anlass des 25. Jubiläum lädt das Museum zu einer Sonderausstellung zum Thema neuartige Baukunst zur Zeit Habliks ein. Der Titel: "Glashäuser, Luftgebäude und Sternengrüsse. Utopien des Bauens. Wenzel Hablik und der Briefzirkel 'Gläserne Kette'"

Ausflüge in Itzehoes waldreiche Umgebung

Itzehoe ist von zahlreichen Gewässern und Auen sowie großen Waldflächen umgeben, die zu Ausflügen in die Natur einladen. Wer gern zu Fuß unterwegs ist, findet ein umfangreiches Wanderwegenetz. Auch das Stadtgebiet können Besucher auf unterschiedlich langen Rundwegen erkunden. Radfahrer werden sich in Itzehoe ebenfalls wohlfühlen, die Stadt trägt das Prädikat "fahrradfreundliche Stadt" und liegt an der Route einiger größerer Fernradwege. So führen etwa der Mönchsweg sowie die westliche Route des Ochsenweges durch Itzehoe.

Mit dem Boot auf der Stör

Luftbild des Flusses Stör bei Münsterdorf © imago images / blickwinkel Foto: C. Kaiser
Die Stör windet sich mit vielen Biegungen durch die flache Landschaft.

Segeln, rudern oder wasserwandern mit dem Kanu - auch Wassersportler finden in der Region gute Bedingungen, etwa auf der Stör und ihren Nebenflüssen. Die Stör entspringt in der Nähe von Neumünster und mündet nach knapp 90 Kilometern nördlich von Glückstadt in die Elbe. Da der Fluss im Unterlauf ab Kellinghusen ein Tidengewässer ist, ist es möglich, Tagesfahrten mit dem Kanu zu unternehmen und nach dem Tidenwechsel mit der Strömung wieder zurückzupaddeln.

Auch der Name Itzehoe könnte auf die Stör zurückgehen. "Weideland an der Flussbiegung" ist eine mögliche, wenn auch nicht eindeutig belegte Bedeutung. Die Flussbiegung gibt es jedoch nicht mehr, die "Störschleife" wurde 1974 im Rahmen einer Neugestaltung der Stadt zugeschüttet.

Karte: Itzehoe

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