Stand: 09.02.2018 16:43 Uhr

Glückstadt: Elbstädtchen der Fortuna

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Im Juni feiert die Stadt am Hafen den Matjes.

Obwohl Glückstadt nur rund 12.000 Einwohner hat, ist der Name fast jedem im Norden ein Begriff. Zum einen liegt das an der Fährverbindung über die Elbe ins niedersächsische Wischhafen, zum anderen am Matjes. Die Herings-Spezialität wird in in dem Elbstädchen nach traditionellen Rezepten hergestellt. Jahr für Jahr widmet die Stadt dem zarten, silbernen Fisch die Glückstädter Matjeswochen. Sie locken im Juni viele Besucher an, die den frischen Matjes verkosten und mit einem Volksfest feiern.

Städtchen mit maritimem Flair

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Die historische Häuserzeile am Binnenhafen belegt den einstigen Wohlstand der Stadt.

Ein Binnenhafen mit prächtiger historischer Häuserzeile verleiht Glückstadt eine maritime Atmosphäre. Im Sommer legen dort viele Freizeitkapitäne an. Die ganze Schönheit der Stadt zeigt sich aber erst bei einem Bummel durch die angrenzenden Straßen zum Marktplatz. Der stattliche Platz mit Kopfsteinpflaster ist Mittelpunkt des Ortes, der im frühen 17. Jahrhundert auf dem Papier geplant wurde.

Prächtige Fassaden am Marktplatz

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Die Backsteinfassade des Rathauses wurde im Stil der niederländischen Renaissance erbaut.

Historische Häuser mit gepflegten Fassaden rahmen den Marktplatz ein, darunter im Norden das Rathaus mit der roten Backsteinfront und schräg gegenüber die Stadtkirche von 1621. Glücksgöttin Fortuna, die leicht bekleidet das Stadtwappen ziert, schmückt auch die schmale Turmhaube der Kirche. Am Eingang ist eine Sturmflutmarke vom 7. Oktober 1756 zu sehen, als bei einem Deichbruch 200 Menschen ihr Leben verloren. An der Südseite grenzt das Fleth an den Marktplatz, ein Wasserlauf, auf dem einst Waren transportiert wurden. Der historische Stadtkern steht größtenteils unter Denkmalschutz. Viele Gebäude stammen noch aus der Gründungszeit der Stadt und wurden im Stil der Renaissance erbaut. Wer mehr über die Geschichte erfahren möchte, sollte das Detlefsen-Museum im Brockdorff-Palais besuchen.

Grundriss wie ein Sechseck

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Neben der Stadtkirche steht das Traufenhaus, eines der vornehmsten Kaufmannshäuser.

Das Besondere an dem Grundriss des Ortes zeigt sich am besten aus der Luft oder auf dem Stadtplan: Zwölf sogenannte Radialstraßen laufen schnurgerade aus allen Richtungen auf den Marktplatz zu und gliedern die Altstadt. Querverbindungen an den jeweiligen Endpunkten ergeben einen sechseckigen Grundriss, der noch heute sichtbar ist. Damit unterscheidet sich Glückstadt deutlich vom üblichen Gassengewirr mittelalterlicher Orte.

Ein Dänenkönig gründete die Stadt

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Im Rantzau-Palais, einst ein Gefängnis, wurde 1868 der letzte Häftling hingerichtet.

Christian IV., König von Dänemark und Herzog von Schleswig-Holstein, hatte ehrgeizige Pläne, als er im 17. Jahrhundert an der Niederelbe eine neue Stadt erbauen ließ. Der Überlieferung zufolge verlieh er seinen Zielen mit optimistischen Worten Nachdruck: "Dat schall glücken und dat mutt glücken und denn schall se ok Glückstadt heten!" (Das soll glücken und das muss glücken und dann soll sie auch Glückstadt heißen!) Mit enormem Personal- und Materialeinsatz wurde der auf dem Reißbrett entworfene Ort errichtet. Um den Handel zu fördern, lockte Christian wohlhabende und geschäftstüchtige Bürger mit Privilegien in die Stadt - etwa holländische Kaufleute und Juden aus Portugal, die über gute Handelskontakte verfügten. So erlebte Glückstadt eine wirtschaftliche Blütezeit. Das Ziel, Hamburg den Rang abzulaufen, wurde jedoch nie erreicht.

Ausgangspunkt für Radtouren und Wanderungen

Die Elblandschaft rund um Glückstadt lässt sich gut mit dem Fahrrad erkunden. Vier ausgeschilderte Radtouren führen in verschiedene Richtungen. Wer größere Touren plant, kann auf den Nordseeküsten- oder den Elbe-Radweg einbiegen. Wanderer gelangen auf der "Via Jutlandica", einem Pilgerweg, nach Glückstadt.

Karte: Glückstadt an der Elbe
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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 10.02.2018 | 18:00 Uhr

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