Stand: 18.10.2019 12:39 Uhr

Hasbruch: Wandern im norddeutschen Urwald

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Spaziergänger treffen im Hasbruch auf üppige, ursprüngliche Natur.

Wer im Hasbruch wandert, bewegt sich auf historischem Boden. Denn dort wächst seit mindestens 2.000 Jahren Wald. Heute sind es überwiegend Eichen, darunter viele sehr alte Bäume. Der Forst zwischen Bremen und Oldenburg steht unter Naturschutz, so kann sich der artenreiche Wald weitgehend ungestört entwickeln. Wenig überraschend, dass Naturliebhaber den Hasbruch als interessantes Ausflugsziel schätzen.

Die Familie wandert durch den Wald.

Herbstspaziergang im Forst Hasbruch

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Bianca Lutter ist in einem imposanten Nebengebäude der Revierförsterei aufgewachsen, ihr Vater hat im Forstbetrieb gearbeitet. Die Familie gibt Tipps für einen herrlichen Waldspaziergang.

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Rundweg zu knorrigen Eichen und einem Aussichtsturm

Zahlreiche Wege durchziehen den etwa 6,3 Quadratkilometer großen Wald. Um die Natur zu schonen, dürfen Spaziergänger und Radfahrer die Routen nicht verlassen. Auch für Reiter wurde eine eigene Strecke markiert. Zum Kennenlernen bietet sich ein gut vier Kilometer langer Rundweg an, der am Parkplatz Forsthaus im Westen des Hasbruchs beginnt. Er führt nicht nur zu mehreren uralten Eichen, sondern auch zu einem Aussichtsturm. Der zwölf Meter hohe Holzturm bietet einen Blick in die Baumwipfel und auf die angrenzende Jagdhüttenwiese mit dem Bachlauf der Brookbäke. Eine einstige Forst- und Jagdhütte von 1857, die der Wiese ihren Namen gab, ist noch gut erhalten. Sie steht heute unter Denkmalschutz und wird unter anderem für Schulungen und Veranstaltungen genutzt.

Vom Hutewald zum Naturwald

Teile des Hasbruchs sind als Urwald bekannt. Dort hat die Natur absoluten Vorrang und darf nur zu Fuß auf einigen Wegen betreten werden. Der Begriff Urwald trifft dennoch nicht ganz zu, da sich die etwa 0,4 Quadratkilometer große Fläche erst seit etwa 150 Jahren unbewirtschaftet entwickelt. Immerhin gilt der Naturwald damit als einer der ältesten in Deutschland.

Eindrucksvolles Naturdenkmal: Die Friederiken-Eiche

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Das Alter der Friederiken-Eiche wird auf mehr als 1.200 Jahre geschätzt.

Zuvor wurde der gesamte Hasbruch als Hutewald genutzt. Bauern trieben ihre Tiere in den Wald, damit diese Eicheln und junges Grün fressen konnten. Gleichzeitig wurden Bäume als Brennholz gefällt. Bereits sehr früh schützte man jedoch einige mächtige Bäume. So steht dort heute eine 400 Jahre alte Hainbuche, die als älteste und dickste Deutschlands gilt. Mehrere Eichen sind sogar zwischen 1.000 und 1.200 Jahre alt - wie die Friederiken-Eiche, die zu den ältesten Eichen bundesweit gehört. Allein der Durchmesser des Stamms beträgt mehr als drei Meter.

Eingriffe zum Schutz der Eichen

Im Naturwald verdrängen Buchen allmählich die Eichen und haben inzwischen die Oberhand gewonnen. In den weniger streng geschützten Bereichen des Hasbruchs greifen Förster ein, um den Eichenbestand zu erhalten. Das Naturschutzgebiet zeichnet sich auch durch eine Vielzahl von seltenen Pflanzen und Tieren aus - insgesamt leben dort mehr als 1.500 unterschiedliche Arten. Viele von ihnen nutzen vor allem das abgestorbene, verwitternde Holz als Lebensraum, das in anderen Wäldern entfernt wird.

Spaziergänge im Hasbruch sind zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Besonders schön ist es aber im Herbst, wenn sich das Laub bunt verfärbt und im Frühjahr, wenn Tausende Buschwindröschen zwischen dem Unterholz blühen.

Karte: Naturschutzgebiet Hasbruch
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Dieses Thema im Programm:

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