VIDEO: Regieren im Schweriner Schloss (29 Min)

Schloss Schwerin: Landtag und Museum

Stand: 11.08.2021 13:15 Uhr

Mit seiner Lage auf einer kleinen Insel im See sowie vielen Türmchen und Verzierungen wirkt das Schweriner Schloss fast wie aus einem Märchen. Der Prachtbau ist heute Sitz des Landtags und ein Museum.

Das Schloss ist Wahrzeichen Schwerins und eines der bekanntesten Bauten Mecklenburg-Vorpommerns. Nach der Wende zog das Landesparlament in einen Teil des Schlosses ein, ein weiterer Teil ist heute ein Museum. Zu der Anlage gehören zudem ein Burggarten mit Orangerie sowie ein weitläufiger Schlossgarten. Derzeit bewirbt sich die Stadt mit dem Ensemble aus Schloss, Gärten und weiteren Gebäuden um den Titel als UNESCO-Weltkulturerbe. Eine Entscheidung der UNESCO wird aber voraussichtlich nicht vor 2024 fallen.

Schloss im Stil der Neo-Renaissance des 19. Jahrhunderts

Das Schweriner Schloss spiegelt sich im See. © Colourbox
Wegen seiner romantischen Lage im See und den vielen Türmen gilt das Schweriner Schloss vielen als Märchenschloss.

Der Standort des Schlosses ist eng mit der Geschichte der Stadt Schwerin verbunden. Seit der Zeit der Slawen vor mehr als 1.000 Jahren standen dort, am Südwestufer des Schweriner Sees, verschiedene Festungen, Burgen und Schlösser. Sein heutiges Aussehen verdankt das Schweriner Schloss in erster Linie Umbauten im 19. Jahrhundert. Damals ließ Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin bedeutende Baumeister seiner Zeit unter Leitung von Hofbaurat Georg Adolph Demmler versammeln, um die Residenz errichten zu lassen. Sie schufen ein Gebäude im Stil der Neorenaissance und orientierten sich dabei unter anderem an französischen Schlössern an der Loire. Teile des Schlosses sind aber deutlich älter, darunter die Schlosskirche.

Schlosskirche aus dem 16. Jahrhundert

Sie entstand bereits um 1563 als erster protestantischer Kirchenbau in Mecklenburg. Beim Umbau des Schlosses im 19. Jahrhundert wurde sie um einen Choranbau mit mehrfarbigen Glasfenstern erweitert und in das Schloss integriert. Von außen erkennen Besucher das Gotteshaus an der Nordseite des Gebäudes an dem Glockenturm und dem Choranbau.

Schloss Schwerin besichtigen

Einen Eindruck von der einstigen Pracht des Fürstensitzes gibt das Schlossmuseum. Es zeigt auf drei Etagen die fürstlichen Wohnräume und Festsäle wie den Thronsaal oder die Ahnengalerie. An den Wänden hängen kostbare Gemälde, auf den edlen Fußböden stehen Skulpturen, beides überwiegend aus dem 19. Jahrhundert. In den prunkvollen Räumen dominieren Holztöne, Dunkelrot und Gold. Eine eigene kunsthandwerkliche Sammlung zeigt rund 380 Werkstücke aus Porzellan.

Der Schweriner Burggarten: Klein, aber fein

Orangerie und Parkanlage des Schweriner Schlosses © Zentralbild Foto: Jens Büttner
Vom oberen Gang der Orangerie reicht der Blick bis an das gegenüberliegende Ufer des Schweriner Sees.

Natürlich darf bei einem so repräsentativen Schloss ein entsprechender Garten nicht fehlen. Da auf der Schlossinsel nur wenig Platz war, beschränkten sich die Bauherren auf einen kleinen, aber vielfältigen Garten. Mittelpunkt des sogenannten Burggartens ist die Orangerie, die sich an die Rückseite des Schlosses anschließt. Ihre Fassade mit einer Kombination aus Glas und Eisenguss gilt europaweit als einzigartig. Vom etwas erhöht stehenden Schloss führen Wege über mehrere Treppen hinab an das Seeufer.

Der Schlossgarten: Parkanlage mit barocker Struktur

Der barocke Garten des Schweriner Schlosses, im Hintergrund das Schloss. © Colourbox
Typisch für barocke Gartenanlagen sind die Symmetrieachsen, in deren Mittelpunkt das Schloss steht.

Der größere und deutlich ältere Schlossgarten liegt auf dem Festland. Mit dem Schloss verbindet ihn eine gusseiserne Drehbrücke. Eine symmetrische barocke Grundform prägt den Garten: Eine Teichanlage in der Form eines Doppelkreuzes bildet die Achse und hält den Blick auf das Schloss frei. Der Schlossgarten wurde bereits 1633 erstmals erwähnt, um 1750 entstand der Kreuzkanal.

Weitere gut 100 Jahre später legte Hofgärtner Theodor Klett, der auch den Burggarten stark beeinflusste, große Rasenflächen und Laubengänge an. Heute ist der Schlossgarten mit umliegenden Grünflächen zu einem Stadtpark verschmolzen - als Kombination aus Landschaftspark mit englischen Einflüssen und Barockgarten.

Schloss Schwerin

Lennéstraße 1, 19053 Schwerin
Tel. (0385) 52 52 920

Schlossmuseum
Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website des Staatlichen Museums Schwerin

Burggarten und Schlossgarten sind jederzeit kostenlos zu besuchen.

Der Landtag bietet die Möglichkeit, seinen Teil des Schlosses und die Arbeit des Parlaments im Rahmen von Führungen kennenzulernen. Kontakt: Tel. (0385) 525 21 05

Karte: Schloss Schwerin

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