Stand: 18.07.2019 17:00 Uhr

Steinhuder Meer: Urlaub vor Haustür

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In Steinhude stehen einige Ferienhäuser direkt am Wasser.

Urlaubsfeeling ganz in der Nähe der Großstadt: Nur rund 30 Kilometer von der Landeshauptstadt Hannover entfernt liegt Niedersachsens größtes Binnengewässer - das Steinhuder Meer. Mit einer mittleren Wassertiefe von 1,5 Metern - an der tiefsten Stelle sollen es knapp drei Meter sein - ist der See ein ideales Bade-, Surf- und Segelrevier und ein beliebtes Ausflugsziel. Doch auch der Naturschutz kommt nicht zu kurz. Seit 40 Jahren gehören der See und seine Umgebung zu einem mehr als 300 Quadratkilometer großen Naturpark.

Menschen sitzen auf einem Steg im Steinhuder Meer. © Steinhuder Meer Tourismus GmbH

Tipps für Ausflüge ans Steinhuder Meer

Ausflugstipps – Entdecke den Norden -

Urlaubsfeeling ganz in der Nähe von Hannover: Niedersachsens größtes Binnengewässer lädt zum Baden, Bummeln und zu Wanderungen im Naturpark ein.

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Gebildet hat sich das Steinhuder Meer gegen Ende der letzten Eiszeit vor etwa 14.000 Jahren. Damals war es etwa dreimal so groß, was heute an den vermoorten Randgebieten zu erkennen ist. Seit Anfang der 1970er-Jahre gehört es dem Land Niedersachsen, früher war der See im Besitz des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe.

Strand zum Baden - Gute Bedingungen für Wassersportler

Das Meer im Binnenland

Der Name könnte verwirren: Ein knapp 30 Quadratkilometer großer See im Binnenland heißt Steinhuder Meer? Die Erklärung liegt in der norddeutschen Sprache. Sie verwendet das Wort Meer nach seinem Ursprung "Mori" = Sumpf oder stehendes Gewässer. Viele Binnenseen im Norden heißen also Meer. Als See werden dagegen offene Gewässer wie Nord- oder Ostsee bezeichnet.

Mittelpunkt für Badefreunde ist die 35.000 Quadratmeter große, künstlich angelegte Badeinsel Steinhude mit schönem Sandstrand, ausgedehnten Liegeflächen und vielen Spielgeräten. Sie ist nur für Fußgänger und Radfahrer über eine Brücke zu erreichen. Das Steinhuder Meer eignet sich auch gut zum Segeln. Bei einer Länge von acht Kilometern und 4,5 Kilometern Breite bietet es häufig beste Windbedingungen. Das wissen auch Windsurfer zu schätzen, die am Nordufer ihren eigenen Bereich haben. Motorboote sind auf dem Gewässer nicht erlaubt - außer mit Elektro-Antrieb oder als Rettungsboote. Wer kein eigenes Boot hat, kann in Steinhude mit einem gemieteten Ruder- oder Elektroboot in See stechen oder eine Rundfahrt auf einem Fahrgastschiff unternehmen.

Touristenattraktion Insel Wilhelmstein

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Neben dem Museum gibt es auf der kleinen Insel auch ein Restaurant und zwei Gästehäuser.

Eine Attraktion ist die ebenfalls künstlich angelegte Insel Wilhelmstein. Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe ließ im 18. Jahrhundert eine Festung darauf errichten. Zuerst diente die Festung als Militärschule, später als Staatsgefängnis. Heute ist dort ein Museum untergebracht, das die Geschichte der Insel dokumentiert und unter anderem historische Waffen ausstellt. Mit einem sogenannten Auswandererboot oder einer Fähre können Gäste von April bis Mitte Oktober von Steinhude auf das 12.500 Quadratmeter große Eiland fahren.

Vom Fischerdorf zum Urlaubszentrum: Steinhude

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Kulinarische Spezialität der Region ist der Steinhuder Räucheraal.

Steinhude, an der Südseite des Meeres gelegen, hat sich vom Fischer- und Weberdorf zum Touristenzentrum entwickelt. Dort gibt es zahlreiche Hotels, Ferienwohnungen, Freizeiteinrichtungen sowie mehrere Museen. Der restaurierte Ortskern bietet ein besonderes, maritimes Ambiente. Im Zentrum der Stadt gibt es zahlreiche kleine Fachwerkhäuser, Geschäfte und Restaurants. Ganz oben auf den Speisekarten stehen Fischgerichte wie Steinhudes Spezialität, Räucheraal. Die Aale werden gelegentlich noch traditionell mit dem Steinhuder Torfkahn gefischt und vor Ort in mehreren Räuchereien zubereitet.

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Das Scheunenviertel wurde aus Feuerschutzgründen außerhalb des Ortskerns von Steinhude errichtet.

Sehenswert ist das historische Steinhuder Scheunenviertel. 1756 wurden die Gebäude wegen der Brandgefahr am Ortsrand errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg brannten einige ab, andere wurden nicht mehr bewirtschaftet und verfielen. 1997 endete der Dornröschenschlaf im Zusammenhang mit den Plänen für die Expo 2000 in Hannover. Heute besteht die Anlage aus 13 renovierten Scheunen, die unter Denkmalschutz stehen. Neben den Ausstellungsräumen des Naturpark-Informationszentrums haben sich dort auch Cafés und Läden angesiedelt.

Spielzeugmuseum und Schmetterlingsfarm

Ein Paradies nicht nur für Kinder ist das Steinhuder Spielzeugmuseum im "Spieker", einem Speicher im Hof des Fischer- und Webermuseums. Im Erdgeschoss zeigt es Puppen und Puppenhäuser sowie Blechspielzeug, Autos und Eisenbahnen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Im Obergeschoss wird die Kulturgeschichte des Spielens dokumentiert. Dazu gehören Plüschtiere, Gesellschaftsspiele, Brett- und Kartenspiele, Sammelfiguren und Baukästen.

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In der Schmetterlingsfarm flattern rund 600 farbenprächtige Exemplare umher.

Ebenfalls in Steinhude liegt ein kleines Privatmuseum: die Schmetterlingsfarm mit Insektenmuseum. In einer exotischen Pflanzenwelt flattern von Februar bis Anfang November rund 400 farbenprächtige Falter umher. Im Insektenzoo können sich Besucher verschiedene Arten von Käfern, Tausendfüßlern sowie Spinnen ansehen, die dort in Terrarien leben. Eine weitere Halle zeigt präparierte Insekten.

Bauerndorf Mardorf mit Promenade

Mit Mardorf gibt es im Norden des Sees ein zweites Erholungszentrum. Das alte Bauerndorf mit vielen schönen Fachwerkhäusern liegt zwar nicht direkt am Wasser. Nach einem Spaziergang durch ein Waldgebiet kommt man aber auf eine fünf Kilometer lange Uferpromenade. An zahlreichen Stegen liegen Hunderte Segelboote, Surfer treffen sich am flachen, sandigen Ufer im östlichen Abschnitt. Campingplätze, Gaststätten und ein Bootsverleih sorgen für maritimes Urlaubsflair.

Wandern und Radfahren im Naturpark

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65 Prozent des Naturraums Steinhuder Meer stehen unter Natur- und Landschaftsschutz.

Auch für Naturliebhaber ist das Steinhuder Meer ein attraktives Ziel. Der Naturpark Steinhuder Meer wurde 1974 gegründet und besteht in seiner jetzigen Form seit 1983. Um die einzigartige Landschaft zu erhalten, wurden 65 Prozent der Fläche von insgesamt gut 300 Quadratkilometern unter Natur- und Landschaftsschutz gestellt. Ein gut 32 Kilometer langer Rundwander- und Fahrradweg führt um das gesamte Steinhuder Meer. Ein System von Promenaden, Brücken, Stegen, Plattformen und Türmen ermöglicht es Besuchern, Tiere - vor allem Brut- und Rastvögel - zu beobachten, ohne dass die empfindliche Natur allzu sehr gestört wird. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, im Rahmen von geführten Wanderungen den Landschaftsraum Moor sowie die Naturschutzgebiete Meerbruch und Meerbruchswiesen zu erleben.

Sommer am Steinhuder Meer

Besonders beeindruckend sind die Moorlandschaften im Osten und die artenreichen Feuchtgebiete im Westen des Steinhuder Meeres. Einen guten Einblick in den Lebensraum Moor sowie die Entwicklung des Moors im Naturpark gibt der Moorgarten in Hagenburg. Er liegt nur wenige Kilometer von Steinhude entfernt an einem Rundwanderweg und ist ständig geöffnet.

Traditionsreiches Kloster Loccum

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Kloster Loccum wurde 1163 von Zisterziensern gegründet, heute ist es ein Predigerseminar der evangelisch-lutherischen Kirche.

Kulturinteressierte Urlauber sollten vom Steinhuder Meer einen Abstecher zum Kloster Loccum einplanen. Es liegt etwa 18 Kilometer westlich von Steinhude und gehört zu den besterhaltenen Klosteranlagen Deutschlands. Besucher können den Kreuzgang des Klosters täglich besichtigen oder an den Wochenenden (April bis Oktober) an öffentlichen Führungen durch die Anlage teilnehmen. Für Pilger stehen in einem eigenen Haus einfache Unterkünfte zur Verfügung.

Uralte Kirchenschätze in Idensen

Im kleinen Ort Idensen, zehn Kilometer südlich von Steinhude, treffen Besucher auf eine uralte romanische Kirche. Die Historie der Sigwardskirche reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Der wuchtige Westturm gehört zu den ältesten in Norddeutschland, die kleine romanische Glocke gilt als die älteste Glocke Niedersachsens und auch die Wand- und Deckenmalereien haben neun Jahrhunderte überdauert.

Ausflug zum Dinopark

Nur wenige Kilometer vom Kloster entfernt liegt der Dinosaurierpark Münchehagen, der ebenfalls Einblicke in die Geschichte der Region gibt. Ausgrabungen belegen, dass in Münchehagen vor 140 Millionen Jahren riesige Saurier entlanggewandert sind und ihre Trittspuren hinterlassen haben. Auf dem Parkgelände stehen mehr als 220 Rekonstruktionen von Riesen-Echsen aus der Jurazeit in Originalgröße.

Tipps zur Anfahrt

Das Steinhuder Meer ist gut mit den Bussen des Großraum-Verkehrs Hannover zu erreichen - und natürlich mit dem Auto. Die nächstgelegenen Bahnstationen sind Wunstorf, Poggenhagen und Neustadt am Rübenberge.

Karte: Region Steinhuder Meer
Tipps

Moore und Wasser im Naturpark Steinhuder Meer

Radler und Wassersportler schätzen das Steinhuder Meer als Ausflugsziel. Doch der größte Binnensee Niedersachsens ist auch Mittelpunkt eines Naturparks mit artenreichen Mooren. mehr

Landpartie-Radtour ums Steinhuder Meer

Der gut 38 Kilometer lange Rundweg führt zumeist am Ufer entlang durch den Naturpark Steinhuder Meer. Sie können die GPS-Daten herunterladen und die Tour bequem nachfahren. mehr

Steinhuder Meer - Zum Baden auf die Insel

Ausgezeichnete Wasserqualität, schöne Landschaft und eine Badeinsel mit Sandstrand: Das Steinhuder Meer nordwestlich von Hannover bietet Badespaß vor den Toren der Großstadt. mehr

Der schwarze Erdholländer von Steinhude

Mit gut 150 Jahren gehört die liebevoll Paula genannte Windmühle am Steinhuder Meer zu den jüngeren Mühlen. Sie ist die letzte ihrer Art in der Region. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Plus | Ausflugstipps – Entdecke den Norden | 21.07.2019 | 09:30 Uhr

Urlaubsregionen im Norden

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