Stand: 11.11.2019 11:52 Uhr

Ausflug ins spätherbstliche Wittmoor

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Abgestorbene Baumstümpfe und Moose schaffen eine ganz besondere, morbide Stimmung.

"O schaurig ist's, über's Moor zu gehn…" schrieb einst die Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff in ihrem Gedicht "Der Knabe im Moor". Und obwohl der Mensch die Moorlandschaften über Jahrhunderte immer weiter zurückgedrängt hat, haben sie bis heute nichts von ihrer Faszination verloren.

An der Grenze von Hamburg und Schleswig-Holstein liegt mit dem Wittmoor eines der wenigen Hochmoore Norddeutschlands. Die fast schon unheimliche Stille, der dunkle Moorsee und die Stümpfe abgestorbener Birken, die aus dem Wasser ragen, sorgen vor allem an dämmrigen Herbst- oder Winternachmittagen für wohlige Schauerstimmung beim Spaziergang. Nicht nur ängstlichen Gemütern kommen unwillkürlich alte Gruselgeschichten über Moorleichen und Geister in den Sinn. 

Blick auf das Hamburger Wittmoor mit einem See und blühendem Wollgras. © Arco Images GmbH / picture alliance Foto: J. de Cuveland

Herbstlicher Spaziergang durch das Wittmoor

Ausflugstipps – Entdecke den Norden -

An der Grenze von Hamburg und Schleswig-Holstein liegt eines der letzten Hochmoore im Norden. Ein alter Damm führt zu dem dunklen See im Herzen des Wittmoors.

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Auf einem alten Damm zum Moorsee

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Mittelpunkt der kargen Landschaft ist der dunkle Moorsee.

Auf dem alten Damm einer Förderbahn, die früher für den Torfabbau genutzt wurde, führt ein Fußweg mitten hinein ins Wittmoor und zum Moorsee. Vom Damm aus bietet sich ein schöner Blick über das Gebiet mit seinem ganz speziellen, morbiden Charme. Ganz nebenbei lernen Besucher die typische Beschaffenheit des Moorbodens kennen: Er federt beim Gehen unter den Füßen.

Heimat von Moorfrosch und Sonnentau

Hochmoore wie das Wittmoor unterscheiden sich von Niedermooren dadurch, dass sie keine Verbindung zum Grundwasser haben. Ihre Feuchtigkeit beziehen sie allein durch den Niederschlag.

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Der Sonnentau ist eine fleischfressende Pflanze und in Mooren zu Hause.

Bis 1958 wurde im Wittmoor Torf abgebaut. An einigen Stellen sind noch heute die Abstichkanten zu erkennen. In den 1970er-Jahren wurden die Moorflächen wieder vernässt, die Natur eroberte sich das Gebiet zurück. Heute leben in dem Naturschutzgebiet wieder so seltene Arten wie Moorfrosch und Heidelibelle, Sonnentau und Wollgras. Von der erfolgreichen Wiedervernässung des Wittmoors künden die abgestorbenen Birken. Sie zeigen, dass sich auf den relativ trockenen Flächen wieder neues Moor gebildet hat. Ursprünglich kamen die Bäume nur an den Rändern der Moore vor.

Heideflächen und Birkenwäldchen am Rand des Moores

Eine Rundwanderung durch das Wittmoor dauert je nach gewählter Wegstrecke ein bis zwei Stunden. Die längere Route führt um das gesamte Moorgebiet herum und passiert dabei auch schöne Heideflächen und Zonen mit dicht stehenden Birken.

Gedenkstein erinnert an KZ Wittmoor

An einem der Wege steht ein Denkmal. Es erinnert an die Häftlinge des KZ Wittmoor, des ersten Hamburger Konzentrationslagers. Die überwiegend aus politischen Gründen inhaftierten Männer mussten ab April 1933 im Torfabbau schuften. Im Oktober 1933 ließen die Nazis das KZ vollständig geräumt, die Gefangenen wurden ins KZ Fuhlsbüttel überstellt. 

Nach starkem Regen auf Besuch verzichten

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Moore sind eine Übergangszone zwischen Land und Wasser. Nach Regenfällen wird es dort schnell matschig.

Nach längeren Regenfällen sollte man das Wittmoor nicht besuchen, denn dann sind die Wege sehr matschig.

Zu erreichen ist das Wittmoor mit der Buslinie 276 von der Haltestelle Fiersbarg in etwa 20 Minuten Fußweg. Pkw-Parkplätze befinden sich an der Straße Am Wittmoor.

Karte: Wanderwege im Wittmoor (grober Verlauf)
Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Plus | Ausflugstipps – Entdecke den Norden | 15.11.2019 | 07:30 Uhr

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