Ein Mann und eine Frau spazieren in Hamburg durch einen Park © picture alliance / dpa Themendienst Foto: Christin Klose

Wandern: Hamburgs Grünes Netz auf Spaziergängen entdecken

Stand: 03.11.2021 09:39 Uhr

Zwölf abwechslungsreiche Wege führen entlang grüner Landschaftsachsen von der Innenstadt bis in die Außenbezirke. Bei einer Wanderung zeigt sich die Hansestadt von ihren weniger bekannten Seiten.

Die Längen der Strecken variieren zwischen rund sieben und gut 16 Kilometern. Die meisten Wege eignen sich auch für Fahrradtouren, einige lassen sich mit einer Fährfahrt oder einer Kanutour verbinden. Sie führen in verschiedenen Himmelsrichtungen aus dem innerstädtischen Bereich heraus und verlaufen dabei durch Parkanlagen, Kleingartensiedlungen, Friedhöfe oder entlang von Kanälen und Flüssen.

Spaziergang an Alster, Elbe und Bille

Einige der grünen Wege sind bekannte und beliebte Spazierstrecken, so etwa die entlang des Alsterlaufs in Richtung Norden oder die am Elbufer zwischen Landungsbrücken und Teufelsbrück. Vielen Hamburgern neu dürften dagegen die grünen Naturidyllen sein, die sich entlang der Landschaftsachsen Bille, Elbmarsch oder Horner Geest nach Osten ausdehnen.

Am Ufer der Wandse bis nach Tonndorf

Beete und Grünflächen im Botanischen Sondergarten in Hamburg Wandsbek. © NDR Foto: Irene Altenmüller
Grünes Idyll: der Botanische Sondergarten mit seinen vielen liebevoll gepflegten Beeten.

Sehr reizvoll ist die ebenfalls in östliche Richtung führende Landschaftsachse Wandse, die von der Außenalster bis Tonndorf führt und dabei so hübsche Grünanlagen wie den Eilbekpark und den Botanischen Sondergarten passiert. In den Tonndorfer Feuchtwiesen lohnt es sich, Ausschau nach den Reihern zu halten, die dort leben.

Durch das Hafengebiet ins Alte Land

Drei Wege führen in Richtung Süden aus der Hansestadt heraus: Die Landschaftsachse Harburg, die in der Hafencity startet, die Achse Fischbek, die von den Landungsbrücken durch den Alten Elbtunnel und entlang der Kanäle durch Wilhelmsburg führt, sowie die Achse Moorgürtel. Sie ist ganz besonders interessant: Zunächst geht es per Fähre nach Waltershof und von dort nach Altenwerder - vorbei an dem riesigen Containerterminal und der alten Kirche des früheren Dorfes Altenwerder, das dem Terminal weichen musste.

Kanal und Kirche von Altenwerder © Kathrin Weber Foto: Kathrin Weber
Bei Altenwerder führt der Weg durch viel Grün vorbei an der alten Dorfkirche.

Später führt der Weg vorbei an Obstplantagen und hübschen Fachwerkhäusern nach Francop. Der Stadtteil gehört zu Hamburg, zählt aber bereits zum Alten Land. Von dort kann man den Weg in nördlicher Richtung nach Finkenwerder fortsetzen und mit der Fähre zu den Landungsbrücken zurückkehren.

Von Planten un Blomen bis zum Niendorfer Gehege

Durch den quirligen Stadtteil Eimsbüttel führt die gleichnamige Landschaftsachse, die im Park Planten un Blomen startet und von dort in nordwestlicher Richtung bis zum Waldgebiet des Niendorfer Geheges führt. Kleine Parkanlagen wie der Wehlers Park, der Unnapark und die sogenannte Stellinger Schweiz, ein Grünzug bei Hagenbecks Tierpark, liegen auf dem Weg.

Weiterwandern auf dem Grünen Ring

Besucher sitzen in Planten un Blomen auf einer Bank © NDR Foto: Kathrin Weber
Obwohl Planten un Blomen ein viel besuchter Park ist, findet sich an vielen Ecken noch ein idyllisches Plätzchen.

Die Wanderungen entlang der Landschaftsachsen lassen sich sehr gut mit einer Etappe auf dem 2. Grünen Ring verbinden, der einmal um Hamburg herumführt. Beide Wandernetze sind Teil des sogenannten Grünen Netzes, einem Hamburger Landschaftsprogramm, das sich noch in der Umsetzung befindet. Die Idee ist, dass es künftig möglich sein soll, sich innerhalb der Stadt bis an ihre Ränder ungestört vom Straßenverkehr zu Fuß und per Rad zu bewegen.

Kostenlose Wanderkarte

Nicht immer ist die Wegeführung der Landschaftsachsen gut sichtbar ausgeschildert. Daher empfiehlt es sich, die entsprechende Wanderkarte dabeizuhaben, welche die Hamburger Umweltbehörde herausgebracht hat. Sie verzeichnet alle Touren, beschreibt sie kurz und enthält zudem Tipps für Aussichtspunkte, Pausenplätze oder Spots zur Tierbeobachtung.

Die Karte sowie die dazugehörigen GPX-Daten stehen auf den Behördenseiten zum kostenlosen Download bereit, alternativ ist die gedruckte Version im Foyer der Umweltbehörde, in den Hamburger Bücherhallen und in Kundenzentren erhältlich. Wer möchte, kann sie sich auch kostenlos per Mail bestellen (unter publikationen@bukea.hamburg.de).

Grünes Netz: Alte Idee von Fritz Schumacher wiederentdeckt

Die Idee, Hamburg als Stadt entlang grüner Landschaftsachsen zu entwickeln, ist übrigens bereits über 100 Jahre alt. Sie stammt von Hamburgs berühmten Oberbaudirektor Fritz Schumacher. Seine Vorstellung: Hamburg sollte strahlenförmig entlang von Siedlungsachsen nach außen wachsen, dazwischen sollten grüne Erholungsräume entstehen. Diese Grünzüge sollten zudem Verbindungen zu den großen Parkanlagen und Landschaftsräumen schaffen.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

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