Sternberger Seenland: Wander- und Kanutouren genießen

Stand: 08.10.2020 14:58 Uhr

Wälder, Seen und Mecklenburgs zweitlängster Fluss, die Warnow, prägen das Sternberger Seenland. Biber und Bachforellen, Seeadler und Fischotter sind in der wasserreichen Landschaft zu Hause.

Urlauber finden im Naturpark Sternberger Seenland nordöstlich von Schwerin und rund um die kleinen Orte Neukloster, Warin und Sternberg ein ursprüngliches Stück Natur. Im Warnow-Mildenitz-Durchbruchstal mit schönen Mischwäldern ragen die Steilhänge bis zu 40 Meter auf. Zum Naturpark gehört auch die größte Binnensalzwiese Mecklenburg-Vorpommerns bei Sülten. Dort wachsen viel seltene, salzliebende Pflanzenarten.

Paradies für Paddler und Kanuten

Kanus liegen am Ufer eines kleinen Flusses im Wald. © NDR Foto: Marita Krauel aus Rostock
Wasserwanderer erwartet an den Flüssen Warnow und Mildenitz im Naturpark die pure Romantik.

Aktivurlaubern bietet das Sternberger Seenland ideale Bedingungen zum Radfahren, Wandern und vor allem zum Wasserwandern. Allerdings ist der Abschnitt beim Warnow-Durchbruchstal wegen starker Strömung und wildwasserartigen Beschaffenheit nur erfahrenen Kanuten und Paddlern zu empfehlen. Vor und hinter diesem Abschnitt zeigt sich die Warnow aber von ihrer gutmütigen Seite.

Wandern zum Durchbruchstal

Naturlandschaft im Warnow-Durchbruchstal © TMV Foto: Susanne Krauss
Im Durchbruchstal ist die Warnow noch ein schmales Flüsschen.

Lohnend ist ein Ausflug zu Fuß zum Warnow-Durchbruchstal, denn es ist spektakulär anzusehen, wie sich der Fluss dort durch die Endmoränen-Landschaft stürzt. Für eine Wanderung ohne Führung empfiehlt es sich, mit dem Auto bis zum Parkplatz Warnow-Durchbruchstal in Groß Görnow nördlich von Sternberg zu fahren. Nach einem circa 15-minütigen Spaziergang erreicht man auf einem Wanderweg bequem das Durchbruchstal. Es gibt auch einen schönen, etwa vier Kilometer langen Rundweg, der unter anderem zu den Resten einer slawischen Burg führt.

Naturparkzentrum informiert über die Region

Ein guter Ausgangspunkt für alle, die gern zu Fuß unterwegs sind, ist auch das Naturparkzentrum in Warin. Dort können sich Besucher über die Tier- und Pflanzenwelt sowie lohnende Ausflugsziele im Naturpark informieren und einen Entdecker-Rucksack für die Wanderung ausleihen. Er enthält ein Fernglas, Lupe, Bandmaß, Naturbestimmungsbücher und ein Sitzkissen.

Begehrtes Fundstück aus der Urzeit: Sternberger Kuchen

"Sternberger Kuchen", ein Sandstein gespickt mit Muscheln und Schnecken.  Foto: Uwe Grützmacher
Zum Verzehr nicht geeignet: Der Sternberger Kuchen besteht aus Schichten versteinerter Muscheln, Schnecken und anderer Meerestiere.

Wer auf seinen Touren durch den Naturpark Sternberger Seenland aufmerksam ist, findet mit Glück ein Stück Sternberger Kuchen. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine kulinarische Spezialität, sondern um rund 25 Millionen Jahre altes Gestein. In den Sandsteinbrocken, die an einen geschichteten Kuchen erinnern, finden sich dicht an dicht fossile Muscheln, Schnecken und Haifischzähne. Sie stammen von Tieren, die vor vielen Jahrmillionen in einem Meer lebten, das damals weite Teile Europas bedeckte. Eiszeit und Gletschertransporte haben die Fossilien an die Erdoberfläche getragen.

Stadtbummel durch Sternberg

Blick auf den Sternberger See © NDR Foto: Reinhard Labahn aus Rastow
Der kleine Ort Sternberg liegt idyllisch am See und lohnt einen Besuch.

Größter Ort des Seenlandes ist das Städtchen Sternberg mit gut 4.000 Einwohnern. Schon von Weitem erkennen Besucher den wuchtigen quadratischen Turm der Kirche St. Maria und St. Nikolaus. Das Gotteshaus thront auf einem Hügel am Rand der Altstadt und wird daher von Einheimischen liebevoll "Glucke" genannt. Von dem rund 60 Meter hohen Kirchturm haben Besucher einen schönen Blick über die beiden Hausseen Sternbergs, den Großen Sternberger See und den Luckower See. In der Altstadt laden viele liebevoll renovierte Häuser sowie das wuchtige Rathaus am Markt zu einem Bummel ein.

Mehrere Klöster und eine Slawenburg

Rekonstruierte Slawenburg Groß Raden an einem Wassergraben © imago images / Volker Preußer
Das Freilichtmuseum von Groß Raden zeigt eine rekonstruierte Ringburg der Slawen.

Von der kulturhistorischen Bedeutung des Landstrichs und der frühen Besiedlung durch slawische Stämme zeugt die Slawenburg Groß Raden. Der mehr als 1.000 Jahre alte Tempelort mit einem Ringwall wurde rekonstruiert und ist heute ein archäologisches Freilichtmuseum.

Ende des 12. Jahrhundert begann die Einwanderung deutscher Siedler. Aus dem 13. Jahrhundert stammen mehrere Klöster, darunter Neukloster, Temzin, Rühn und Dobbertin. Die Reste der Anlagen sind heute zu besichtigen. Über Jahrhunderte lebten die Menschen in der Region vor allem von der Landwirtschaft und dem Fischfang. Erst in jüngerer Zeit hat sich der Tourismus zu einer weiteren wichtigen Einnahmequelle entwickelt.

Karte: Das Sternberger Seenland
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