Stand: 21.01.2019 14:08 Uhr  - NaturNah

Barocke Gartenkunst im Schlosspark Ludwigslust

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Der Schlosspark präsentiert sich als Mischung aus barocker Gartenkunst und Parklandschaft.

Große, alte Bäume, Wasserkunst und Wiesen prägen den Schlosspark Ludwigslust. Mit mehr als 120 Hektar Fläche ist er der weitläufigste Landschaftspark Mecklenburg-Vorpommerns. In seiner langen Geschichte mehrfach umgestaltet, erhielt der Park erst Mitte des 19. Jahrhunderts die heutige Form als offener Landschaftspark. Damit ist er zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. 

Das Gelände geht auf einen deutlich kleineren, barocken Garten zurück, der 1731 bis 1735 am Jagdhaus von Christian II. Ludwig angelegt wurde. Der Herzog hatte sich die wildreichen Wälder als Jagdrevier ausgewählt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts plante Baumeister Johann Joachim Busch die Erweiterung des Parks.

Künstliche Wasserläufe 

Busch war auch für den Bau des Residenzschlosses verantwortlich, das seit 1776 das Jagdhaus ergänzt. Im Park setzte er mit Alleen und Wasserspielen spätbarocke Akzente, die dem Gelände noch heute einen besonderen Reiz verleihen. Da es in der trockenen, sandigen Gegend keine natürlichen Wasserflächen gab, ließ Busch um 1760 einen 28 Kilometer langen Kanal zwischen den Flüssen Stör und Rögnitz bauen. Sein teils natürliches, teils angelegtes Gefälle sorgt auch für den Druck, den Wasserspiele und Kaskaden im Park benötigen. Bis heute gibt es dafür keine mechanischen Pumpen.

"Mönch" und "Nonnen"

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Das Wasser wird kilometerweit in Kanälen nach Ludwigslust geleitet.

Der Ludwigsluster Kanal wurde zu einem wichtigen Gestaltungselement. Umgeben von dichten Buchen-Beständen fließt das Wasser durch den Park. Unter dem Wahrzeichen Steinerne Brücke hindurch führt der Kanal zu einer Fontäne, dem "Mönch", und weiter zu den "Nonnen", 24 kleinen Springbrunnen. Kaskaden, Engstellen und Erweiterungen im Wasserlauf erzeugen in diesem Teil des Parks eine wechselnde akustische Begleitung der Spaziergänger.

Bestandteil der Wasserkunst ist auch die Große Kaskade auf dem Schlossplatz. Sie entstand 1780 aus Granitblöcken und gehört zur barocken Achse Ludwigslusts, die von der Stadtkirche über Kirchenplatz und Bassinplatz bis zum Residenzschloss und seinem Park verläuft.

Katholische Insel-Kirche  

Neben botanischen Elementen prägen zahlreiche architektonisch interessante Bauwerke den Schlosspark. So gibt es seit 1788 eine als künstliche Ruine gestaltete Grotte. Wenig später entstand im nordwestlichen Parkteil das Schweizerhaus als Sommersitz für Herzogin Luise. Heute lädt dort, am Rand einer großen Wiese, ein Café mit Terrasse zum Verweilen ein.

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Typisch für den Park sind idyllische Orte am Wasser.

Sehenswert sind auch das Helenen-Paulownen-Mausoleum für die jung verstorbene Frau von Erbprinz Friedrich Ludwig und das kleinere Louisen-Mausoleum. Beide Gebäude stammen aus dem 19. Jahrhundert. Auf einer künstlich angelegten Insel im Schlosspark steht die neugotische St. Helena Kirche von 1809. Sie ist die zweitälteste katholische Kirche Mecklenburgs. Kurios: Der Glockenturm wurde nicht auf der kleinen Insel in der Nähe des Schlosses erbaut, sondern am anderen Ufer des Kirchenteichs.

Natur und Kultur

Die heutige Struktur des Landschaftsparks entstand ab Mitte des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné. Er ergänzte die heimischen Gewächse um exotische Bäume und Sträucher, legte Gehölzgruppen und Sichtachsen an, aber auch große Rasenflächen. So präsentiert sich der Ludwigsluster Schlosspark seitdem als Mischung aus barocker Gartenkunst und großzügiger Parklandschaft.

In den natürlicheren Teilen des Geländes haben sich zahlreiche Tierarten darunter Eisvögel, Kraniche und Füchse angesiedelt. Außerdem ist der Schlosspark ein beliebter Ort für Veranstaltungen und Konzerte unter freiem Himmel. An einem Wochenende im August verwandelt sich das Gelände jedes Jahr zur naturnahen Bühne für ein Kleinkunst-Festival: dem "Kleinen Fest im großen Park".        

Im Oktober 2017 richteten zwei Orkane große Schäden im Park an. Mehr als 900 teils uralte Bäume wurden entwurzelt oder knickten ab. Gebäude oder Skulpturen blieben unbeschädigt.

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Dieses Thema im Programm:

NaturNah | 22.01.2019 | 18:15 Uhr

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