Stand: 10.09.2019 16:43 Uhr

In Ludwigslust lebt die Barockzeit

Seit mehr als 250 Jahren trägt die mecklenburgische Stadt schon ihren ungewöhnlichen Namen: Ludwigslust. Die Bezeichnung geht auf Christian Ludwig II. zurück. Er ließ 1724 in der Nähe von Gut Klenow ein Jagdschloss bauen, das zum Ursprung der Stadt wurde, jedoch nicht mehr existiert.

Ein Prachtbau aus der Luft gesehen.

Ludwigslust: Tietzer reist ins Barock

Mein Nachmittag -

Das Barockschloss in Ludwigslust ist Magnet für unzählige Touristen, doch die Stadt hat noch viel mehr zu bieten. Reporter Sven Tietzer macht eine Reise in die Vergangenheit der Stadt.

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Ein Barock-Schloss im Zentrum

Hauptattraktion von Ludwigslust ist heute das barocke Schloss am westlichen Stadtrand. Hofbaumeister Johann Joachim Busch errichtete das Gebäude von 1772 bis 1776 als Residenzschloss der mecklenburgischen Herzöge. Nach der Fertigstellung bezog Herzog Friedrich von Mecklenburg-Schwerin den neuen Palast, das Jagdschloss ließ er abreißen.

Besonders prunkvoll zeigt sich der Goldene Saal im Mitteltrakt des Schlosses in der sogenannten Festetage. Auch heute dient er noch als Konzertraum. Spiegel, Kristalllüster und der Parkettfußboden sind original erhalten. Der Goldene Saal und der Ostflügel des Schosses wurden kürzlich umfangreich restauriert und können besichtigt werden. Dazu gehört auch die Gemäldegalerie mit zahlreichen Arbeiten namhafter Künstler. Der Westflügel ist noch bis 2023 geschlossen, er wird ebenfalls restauriert.

Schlossgarten aus dem 18. Jahrhundert

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Brücken und Wasser gehören zu den bestimmenden Elementen im Schlosspark.

Der Park um das Barockschloss ist mit etwa 120 Hektar der größte in Mecklenburg-Vorpommern und wurde im 18. Jahrhundert ebenfalls von Hofbaumeister Busch im französischen Stil errichtet. Peter Joseph Lenné, der preußische Gartendirektor, gestaltete die Anlage von 1852 bis 1860 um und erweiterte sie. Typisch für die grüne Oase sind die Wasser-Kaskaden, Kanäle und Brücken. Von Frühjahr bis Herbst lockt der Garten mit viel Grün und seltenen Pflanzen und Bäumen: So wachsen dort etwa Sumpfzypressen, Urweltmammutbäume und Magnolien. Doch auch im Winter lädt der Barockgarten zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

Schlossstraße führt zur "Reitenden Alexandrine"

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Die schnurgerade Schlossstraße verbindet Schloss und Alexandrinenplatz.

35 Meter breit und symmetrisch gegliedert zieht sich die Schlossstraße durch den Ortskern. Sie gehört zum charakteristischen Stadtbild. Jedes der zweigeschossigen roten Backsteinhäuser entspricht dort in Form, Breite und Höhe dem gegenüberliegenden. Linden trennen die gepflasterte Fahrbahn in der Mitte der Allee von den Fuß- und einstigen Reitwegen vor den Häusern. "Literarische Steine", schlichte Natursteinblöcke mit Inschriften, informieren über die Geschichte der Stadt. Vor dem Rathaus steht ein Stadtmodell. Nach wenigen hundert Metern trifft die Schlossstraße auf den runden Alexandrinenplatz mit der Statue der "Reitenden Alexandrine". Sie stellt die Tochter des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. und der legendären Königin Luise dar. Die wuchtige Bronzeplastik wurde 2003 von den Bildhauern Andreas Krämmer und Holger Lassen gefertigt.

Stadtkirche im klassizistischen Stil

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Ungewöhnlich für den Norden: die Stadtkirche im Stil des Klassizismus.

Gegenüber des Schlosses, hinter den Kaskaden und dem mit Wasser gefüllten Bassin, steht die Stadtkirche, ein monumentales Gebäude. Bereits vor dem Schloss wurde sie im klassizistischen Stil mit barocken Elementen erbaut. Sechs dorische Säulen tragen die Vorhalle, auf der Attika darüber stehen vier überlebensgroße Evangelisten-Stauen. Auf dem Dach der tempelartig wirkenden Kirche prangt ein sogenanntes Christogramm - die griechischen Buchstaben des Namens Christi. Ein riesiges Gemälde schmückt die Wand hinter dem erhöht stehenden Altar. Regelmäßig finden Kirchenführungen und Konzerte statt, etwa im Sommer zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern.

Ein Blick in die Naturgeschichte

Bei einem Bummel durch Ludwigslust lohnt sich auch ein Besuch im Natureum. Das Museum in einem historischen Gebäude, dem ehemaligen Fontänenhaus von 1750, stellt die Natur und Naturgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns vor. Gezeigt werden Fossilien und Steine sowie einheimische Pflanzen und Tiere.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 13.09.2019 | 16:20 Uhr

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