Stand: 09.02.2018 14:13 Uhr  | Archiv

Groß Raden: Heiligtum der Slawen

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Eindrucksvoll und auch aus der Luft gut zu erkennen: die Ringwallburg der Slawensiedlung.

Ein Ausflug weit zurück in die Geschichte: Vor mehr als 1.000 Jahren gab es auf dem Gelände des heutigen archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden eine Tempelanlage des slawischen Stammes der Warnower. Doch jahrhundertelang war von der imposanten Ringwallburg auf einer Halbinsel im Groß Radener See nicht mehr viel zu erkennen. Erst ab 1973 gruben Archäologen die Burg samt dem alten Slawendorf wieder aus. Dabei förderten sie auch frühmittelalterliche Werkzeuge wie Äxte, Sicheln und Messer sowie Silberschmuck und Münzen zutage. Zeichen dafür, dass die Slawen bereits weitreichende Handelsbeziehungen pflegten. Die interessantesten Stücke sind in einer Dauerausstellung des Museums zu sehen.

Sonderschau zur Schlacht im Tollensetal

In einer Sonderausstellung können Besucher Details zu einer Schlacht erfahren, die um 1250 vor Christus geschlagen wurde. Bei Altentreptow im Tollensetal müssen sich Hunderte Männer einen tödlichen Kampf geliefert haben. Vor einigen Jahren wurden die Überreste entdeckt und freigelegt: Knochen und einfache Waffen, aber auch Gold und Bronze. Doch viele Fragen blieben bis heute offen. Die zum Teil interaktiv gestaltete Ausstellung "Blutiges Gold - Macht und Gewalt in der Bronzezeit" ist noch bis zum 10. September 2018 zu sehen.

Alltag im Frühmittelalter

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In solchen hölzernen Wohnhäusern haben die Slawen gelebt.

Heute ist ein Teil der Siedlung wieder rekonstruiert und als archäologisches Freilichtmuseum zu besichtigen, darunter die Befestigungsanlage, zwei Tempelstätten, mehrere Wohnhäuser, Brücken und eine Schmiede. So bekommen Besucher einen Eindruck vom Leben der Slawen. Einbäume, Eisschlitten und Karren zeigen, welche Transport- und Fortbewegungsmittel die einstigen Bewohner nutzten. Durch einen Tunnel, das sogenannte Tunneltor, gelangten sie in das Innere des Burgwalls mit einem Durchmesser von rund 50 Metern.

Archäologisches Freilichtmuseum Groß Raden

19406 Groß Raden bei Sternberg
Kastanienallee
Tel. (03847) 22 52

aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website des Museums

Regelmäßig finden in Groß Raden Veranstaltungen statt, bei denen Besucher etwa historische Spiele und Wettkämpfe kennenlernen und bei Workshops den Alltag in einer Slawensiedlung nacherleben können. Abendführungen enden an einem wärmenden Lagerfeuer. Das Museum liegt in der Nähe von Sternberg in Mecklenburg.

Karte: Archäologisches Freilichtmuseum Groß Raden
Weitere Informationen

Wer waren die Slawen?

In Mecklenburg legten sie Ringwälle an und im Wendland gründeten sie Rundlingsdörfer: die Slawen. Wer waren diese Menschen, die vor mehr als 1.000 Jahren in den Norden kamen? mehr

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 10.02.2018 | 18:00 Uhr

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