VIDEO: Kleine Insel, pures Glück - Langeoog! (89 Min)

Langeoog: Ostfriesische Insel mit Charme und viel Strand

Stand: 04.02.2021 15:23 Uhr

Die autofreie Nordsee-Insel lässt sich gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad entdecken. Weitere Pluspunkte: 14 Kilometer Sandstrand, reichlich Sonnenstunden und viel unberührte Natur.

Langeoog bedeutet "Lange Insel", mit etwa 20 Quadratkilometern Fläche gehört sie allerdings zu den mittelgroßen Ostfriesischen Inseln, zwei Drittel sind Teil des Nationalparks Wattenmeer. Selbst in der Saison geht es auf Langeoog meist gemächlich zu.

Langeoog ist autofrei

Besucher erkunden die Insel am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad, das Auto muss auf dem Festland bleiben. Alternativ bietet auch eine Fahrt auf einer Pferdekutsche einen guten Überblick. Vom Fähranleger verkehrt eine kleine Bahn zum einzigen Ort, dem Nordseeheilbad Langeoog mit gut 2.000 Einwohnern.

Vom Wasserturm über ganz Langeoog blicken

Wasserturm auf der Insel Langeoog © picture-alliance/Bildagentur Huber/Lubenow
Die Aussichtsplattform des Wasserturms liegt 33 Meter über dem Meeresspiegel.

Wahrzeichen Langeoogs ist der 15 Meter hohe Wasserturm. Er steht auf der Kaapdüne, am Weg vom Zentrum zum Strand. 1909 wurde er als Seezeichen und Wasserreservoir erbaut - ist aber kein Leuchtturm. Von der Aussichtsplattform haben Besucher einen herrlichen Blick über die gesamte Insel. Bei schönem Wetter reicht die Sicht sogar bis zu den Nachbarinseln Baltrum und Spiekeroog.

Trinkwasser lagert unter der Insel

Im Inneren widmet sich eine Ausstellung dem Thema Wasserversorgung. Eine Wasserleitung zum Festland war für die Insulaner nie notwendig, denn unter den Dünen der Insel befindet sich eine mächtige Süßwasserlinse, die sich immer wieder füllt und Einwohner und Touristen mit ausreichend Trinkwasser versorgt.

Einen guten Überblick über Langeoog bietet auch die Melkhörndüne in der Inselmitte - mit 20 Metern eine der höchsten Erhebungen Ostfrieslands.

Kilometerlanger Sandstrand und Merwasserbad

Besonders attraktiv für Urlauber ist der lange, feine Sandstrand der Insel. Er erstreckt sich über eine Länge von 14 Kilometern und bietet verschiedene Zonen, etwa für Sport, Hunde und zum Baden. Während der Saison säumen zahlreiche Strandkörbe den West- und Oststrand rund ums Inseldorf - perfekt um die 1.500 Sonnenstunden zu genießen. Bei schlechtem Wetter ist das Meerwasserbad mit Wellenbecken, Wasserrutsche und Dünen-Saunalandschaft eine gute Alternative.

Ausflüge in die Tier- und Pflanzenwelt

Neben Sand und Dünen prägen Salzwiesen und Watt die artenreiche Natur Langeoogs. Große Flächen gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, stehen unter Schutz und dürfen nur im Rahmen von Führungen betreten werden, die unter anderem am Vogelwärterhaus beginnen. Es liegt auf halbem Weg zwischen Dorf und östlichem Ende der Insel, zeigt eine multimediale Ausstellung über die Vogelwelt und bietet einen guten Blick auf die umliegenden Vogelkolonien.

Seehund-Bank vor Langeoog © dpa - Bildarchiv Foto: Ingo Wagner
Der östliche Teil der Insel gehört zum Nationalpark Wattenmeer. Hier können sich die Seehunde ungestört sonnen.

Auf eigene Faust können Besucher die Natur auf zwei Lehrpfaden erkunden. Am Ende des ausgebauten Weges zum östlichen Zipfel der Insel geht es über einen Pfad zum "Osterhook". Dort befindet sich eine Plattform mit Infotafeln und Fernrohr. Sie ist ideal, um Vögel oder mit etwas Glück auch Seehunde zu beobachten. Die beste Zeit dafür ist drei Stunden vor und nach dem Hochwasser.

Der Fluthaken Flinthörn

Eine Beobachtungsplattform bietet auch der anderthalb Kilometer lange Naturlehrpfad "Flinthörn" im äußersten Südwesten. Das Flinthörn ist ein Fluthaken, der sich im Laufe der Jahrhunderte durch Sandablagerungen gebildet hat. Das Gebiet ist ein bedeutender Brut- und Rastplatz für zahlreiche Wat- und Wasservögel. Besonders im Herbst während der Zugvogeltage erwartet Besucher hier ein großes Naturschauspiel.

Museen, Inselkirche und Dünenfriedhof

Wer sich für die Geschichte Langeoogs interessiert, findet im Heimatmuseum Seemanshus eine kleine Ausstellung zum Thema. Das Schifffahrtsmuseum zeigt zahlreiche Modelle und Strandgut, die Dauerausstellung "Müll im Meer" sowie "Langeoog aus Lego". Sehenswert ist auch ist die stattliche Inselkirche aus dem 19. Jahrhundert. Im Inneren befindet sich ein modernes Altarbild des ostfriesischen Künstlers Hermann Buß. Die berühmte Sängerin Lale Andersen ("Lili Marleen") ist nicht auf dem Friedhof der Kirche begraben. Ihre Ruhesstätte liegt auf dem Dünenfriedhof am nördlichen Ortsrand.

Corona-Hinweis

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Karte: Markante Punkte auf Langeoog

Anreise mit der Fähre

Mit dem Auto fahren Urlauber bis zum Fähranleger in Bensersiel. Dort können sie ihren Wagen auf einem der bewachten Parkplatz abstellen. Bahnreisende fahren nach Norden oder Esens und von dort mit dem Bus nach Bensersiel. Auch Fernbusse verkehren zum Anleger in Bensersiel. Von dort starten mehrmals täglich die Fähren nach Langeoog. Die Überfahrt dauert, abhängig vom Wasserstand, etwa 45 Minuten. Kinder unter sechs Jahren reisen kostenlos, Fahrgäste können ihre Fahrräder gegen Gebühr mitnehmen. Im Fährpreis enthalten ist die Fahrt mit der bunten Inselbahn in das Zentrum von Langeoog.
Vor allem an Tagesgäste richtet sich das Angebot der MS Flinthörn, die morgens von Bensersiel nach Langeoog und am Nachmittag wieder zurück zum Festland fährt.
Langeoog hat auch einen Flugplatz, der von unter anderem von Bremen aus bedient wird.

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