Urlaubstipps für Fischland-Darß-Zingst: Seebäder und Natur

Stand: 01.03.2021 12:23 Uhr

Rund 60 Kilometer feinster Sandstrand und die abwechslungsreiche Landschaft zwischen Bodden und Ostsee machen die Seebäder der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zu einer der beliebtesten Urlaubsregionen an der deutschen Ostseeküste.

In vielen Orten stehen noch schöne alte Reetdachhäuser und der Darßer Urwald ist ein ideales Revier für Rad-, Reit- und Wandertouren durch ursprüngliche Natur. Unterkünfte gibt es in verschiedenen Urlaubsorten, die größten im Überblick:

Wustrow - das Familienbad

Strandkörbe und -häuschen am Stand von Wustrow © NDR Foto: Rainer Zschoch aus Stäbelow
Der Strand von Wustrow bietet einen angenehm flachen Zugang in die Ostsee.

Das ehemalige Fischer- und Seefahrerdorf liegt auf Fischland an einer der schmalsten Stellen der Halbinsel. Nur einige Hundert Meter sind es von der Ostsee im Westen bis zum Saaler Bodden an der Südostseite. Da die meisten Häuser zwischen Strand und Durchgangsstraße liegen, müssen Urlauber auf dem Weg zum Meer nicht die stark befahrene Straße überqueren - ideal besonders für Familien mit Kindern. Außerdem ist es an dem langen Sandstrand angenehm ruhig. Direkt hinter dem Strand führt ein Weg auf dem Deich von Wustrow in südlicher Richtung nach Dierhagen, Richtung Norden geht es an der Steilküste entlang nach Ahrenshoop. Beide Wege eignen sich gut für Spaziergänge, zum Joggen oder für Radtouren.

Frisch geräucherter Fisch am Hafen

Ein Zeesenboot auf dem Saaler Bodden. © NDR Foto: Kathrin Weber
Zeesenboote wurden einst für die Fischerei in flachen Bodden-Gewässern gebaut.

Im kleinen Hafen am Bodden liegen die typischen Zeesenboote, Segelboote mit breitem Rumpf, die auch zu Ausflugsfahrten auf den Bodden starten. Die Traditionsschiffe gehören seit 2018 zur bundesweiten Liste des immateriellen Kulturerbes. Außerdem gibt es dort täglich frischen Räucherfisch direkt aus dem Ofen.

Nur einige Schritte vom Wasser entfernt thront die Wustrower Kirche mit ihrem begehbaren Turm. Von der Galerie in 18 Metern Höhe bietet sich Besuchern bei gutem Wetter ein wunderbarer Blick über die gesamte Halbinsel. Aus der Vogelperspektive lässt sich gut nachvollziehen, wie aus den einst drei Inseln Fischland, Darß und Zingst durch Versandung und Deichbau eine Halbinsel wurde. Sehenswert ist auch der denkmalgeschützte Ortsteil Barnstorf mit einigen typischen niederdeutschen Bauernhöfen. Er liegt südöstlich des Hafens direkt am Wasser.

Künstlerdorf Ahrenshoop

Reetgedecktes Haus am "Hohen Ufer" in Ahrenshoop auf dem Darß  mit dem dahinterliegenden Strand. © dpa - Report Foto: Jens Büttner
Reetdachhäuser, Kunstateliers und ein schöner Strand prägen Ahrenshoop.

Schon vor über 120 Jahren inspirierte das ganz besondere Licht des zwischen Ostsee und Bodden gelegenen Ortes die Landschaftsmaler. Schon bald entwickelte sich Ahrenshoop zur Künstlerkolonie. Die Maler machten den Ort berühmt, bauten Häuser mit Ateliers und Galerien. Bis heute zeichnet sich Ahrenshoop durch sein vielfältiges kulturelles Angebot mit zahlreichen Galerien und Kunstausstellungen aus, Mittelpunkt ist das Kunstmuseum. Es zeichnet die Entwicklung der Künstlerkolonie nach und präsentiert wechselnde Ausstellungen. Sehenswert sind außerdem unter anderem der Kunstkaten, die Klanggalerie und die Bunte Stube. In Malkursen können Besucher selbst kreativ werden. Kursleiter sind professionelle Maler.

Vom Strand bis zum Bodden-Hafen

Der Ort zieht sich am Strand entlang von der Steilküste am Hohen Ufer im Süden bis zum flachen Weststrand, der am Darßer Urwald entlang verläuft. Mitten in Ahrenshoop liegt der Grenzweg, er markiert die ehemalige Grenze zwischen Vorpommern im Norden und dem südlich gelegenen Mecklenburg. Im kleinen Hafen am Bodden stehen zahlreiche der typischen, in das Wasser gebauten Bootshäuser.

Den fast 50 Quadratkilometer großen, weitgehend naturbelassenen Darßer Urwald durchzieht ein gut ausgebautes Netz von Wander-, Rad-, Reit- und Kutschwegen.

Seebad am Darßwald - Prerow

Haus mit traditioneller Darßer Tür. © NDR Foto: Heike Mayer
Handgefertigte, bunte Haustüren aus Holz sind an vielen Orten auf dem Darß zu finden.

Direkt am Darßwald liegt das besonders bei Familien beliebte Ostseebad Prerow. Zahlreiche alte, meist reetgedeckte Kapitänshäuser prägen das Ortsbild. Typisch für Prerow und den Darß sind die vielen bunten Holztüren. Sie werden von Handwerkern in Prerow selbst gefertigt und zählen ebenfalls zum immateriellen Kulturerbe der Region.

Kilometerlanger Strand und viel Natur

Ein Wachturm der DLRG an der Ostsee © dpa/picture alliance
Der Strand bei Prerow gehört zu den schönsten im Norden.

Die Hauptattraktion von Prerow ist für die meisten Besucher der feinsandige, fünf Kilometer lange Strand. Er lädt nicht nur zum Baden und Faulenzen ein, sondern auch zu zahlreichen Aktivitäten. Am eigens eingerichteten Sportstrand werden im Sommer täglich verschiedene Kurse angeboten - etwa Volleyball, Stand-up-Paddeln oder Yoga. Von der Ortsmitte führt ein Weg vorbei an Souvenirgeschäften, Eisläden und Fischrestaurants durch die Uferzone bis zur Seebrücke. Am nördlichen Ende des Ortes liegt das legendäre Regenbogen-Camp. Der riesige Zeltplatz, auf dem man bis heute mitten in den Dünen campen darf, war bereits zu DDR-Zeiten besonders bei FKK-Fans beliebt.

Blick auf den Darßer Leuchtturm bei Prerow. © NDR
Beliebtes Ausflugsziel an der Westküste: der Darßer Leuchtturm.

Prerow ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen oder Radtouren durch das urwüchsige Waldgebiet. Ein etwa einstündiger Spaziergang führt von dort zum Darßer Ort mit dem bekannten Leuchtturm. Wer nicht laufen mag, kann die schöne Strecke durch den Wald auch per Fahrrad oder Pferdekutsche zurücklegen. Der Leuchtturm aus dem Jahre 1884 ist einer der ältesten der gesamten Ostseeregion. Bei schönem Wetter kann man von dort aus bis zur Insel Hiddensee und nach Dänemark blicken. Im Leuchtturm informiert das Natureum, das zum Deutschen Meeresmuseum Stralsund gehört, von über Landschaft und Tierwelt der Halbinsel.

Zingst - das Seeheilbad

Das Kurhaus in Zingst © Kur und Tourismus GmbH Zingst
Das Kurhaus von Zingst liegt direkt am Strand unmittelbar bei der Seebrücke.

Eingebettet zwischen Ostsee und Bodden liegt Zingst, der östlichste Ort der Halbinsel, inmitten des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Mit Seebrücke, dem feinen Sandstrand und einer lebendigen Flaniermeile verströmt Zingst den Charme eines traditionellen Seebads. Ein großes Angebot an Kur- und Wellnessangeboten machen Zingst zusätzlich attraktiv. Außerdem ist der Ort ein guter Ausgangspunkt für Erkundungstouren in die einzigartige Naturlandschaft der Umgebung. Mit rund 3.200 Einwohnern ist Zingst der größte Ort der Halbinsel und neben Prerow der größte Badeort.

Sehenswert ist unter anderem die kleine Dorfkirche in dem Ferienort. Sie wurde 1862 nach Entwürfen des Schinkel-Schülers Friedrich August Stüler im neogotischen Stil erbaut. In einem ehemaligen Kapitänshaus von 1867 ist das Heimatmuseum untergebracht. Auf dem Museumshof stehen weitere Gebäude wie Scheune und Bäckerei. Das Museum informiert über die große Zeit der Segelschifffahrt und die Entwicklung von Zingst zum Ostseebad. Noch im Jahre 1880 lebten in Zingst mehr als 80 Kapitäne und rund doppelt so viele Seeleute. Segelschiffe legen heute nicht mehr an, dafür Ausflugsschiffe nach Stralsund, zur Insel Hiddensee oder zu Boddenrundfahrten.

Radfahren und Wandern im Nationalpark

Einen wunderschönen Tag am Zingster Strand verbrachte Torsten Bernhardt aus Klein Kedingshagen. © NDR Foto: Torsten Bernhardt aus Klein Kedingshagen
Östlich von Zingst bietet die Halbinsel kilometerlange naturbelassene Strände.

Zingst ist der ideale Startpunkt für eine Radtour zur Pramort im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Der etwa zehn Kilometer lange Radweg führt vorbei an Ostsee- und Boddengewässer sowie mitten durch einen komplett der Natur überlassenen Wald.  Windwatten, Sandhaken, Steilufer, Nehrungen, aktive Kliffs, einsame Strände und Dünen machen den Nationalpark zu einem attraktiven Ausflugsziel.

Festival und Seminare für Umwelt-Fotografie

Für Fotografen bietet die urwüchsige Landschaft der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst viele schöne Motive. Das Umweltfoto-Festival "horizonte zingst" lockt jedes Jahr ein internationales Publikum an. Regelmäßig finden außerdem in und um Zingst Fotoworkshops statt, in denen Profis ihre Tipps und Tricks verraten. Teilnehmen können Anfänger ebenso wie Fortgeschrittene. Informationen über Fotokurse erhalten Interessierte bei der Kurverwaltung an der Seebrücke. Das Umweltfoto-Festival "horizonte zingst" lockt jedes Jahr ein internationales Publikum an.

Karte: Die Seebäder auf Fischland-Darß-Zingst

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Dieses Thema im Programm:

mareTV | 18.02.2021 | 20:15 Uhr

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