Stand: 13.08.2018 13:11 Uhr

Auf der Eider quer durch Schleswig-Holstein

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In vielen Schliefen - wie hier bei Pahlen - schlängelt sich die Eider durch Schleswig-Holstein.

Vielfältiger kann ein Gewässer kaum sein: Die Eider ist mit fast 200 Kilometern Schleswig-Holsteins längster Fluss, mal schmal und idyllisch, mal zur Wasserstraße für Riesenschiffe ausgebaut - als Nord-Ostsee-Kanal. Für viele beginnt die Eider erst in Rendsburg, denn zu ihrem Oberlauf hat sie keine direkte Verbindung mehr. Tatsächlich liegt das Quellgebiet der Eider jedoch südlich von Kiel. In vielen Windungen schlängelt sich die Obereider - wie sie hier heißt - mal nach Westen, mal nach Norden.

In der Gemeinde Bothkamp informiert ein "Lehrpfad Kulturlandschaft" mit vielen Schautafeln über die Landschaft und ihre Nutzung im Verlauf der Jahrhunderte. Die Eider fließt weiter durch den Schulensee und den Naturpark Westensee am Stadtrand von Kiel. Kanuten schätzen den idyllischen Flusslauf in dieser Region. Hier wären es nur noch wenige Kilometer zur Kieler Förde und der Ostsee, doch der Fluss wendet sich nach Westen zur Nordsee.

Kanalbau schneidet den Fluss ab

Bei Landwehr verändert sich die Eider grundlegend, denn sie mündet in den Nord-Ostsee-Kanal, der bis Rendsburg weitgehend dem alten Flusstal folgt. Der natürliche Verlauf ging schon im 18. Jahrhundert beim Bau der ersten Kanal-Verbindung zwischen Ostsee und Nordsee verloren: dem Schleswig-Holsteinischen Kanal, der von der Kieler Förde bis nach Rendsburg führte. 1853 wurde die Wasserstraße in Eiderkanal umbenannt und später als Teil des Nord-Ostsee-Kanals ausgebaut.

Die Eider setzt ihren Weg fort

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Das Wahrzeichen Rendsburgs: die Eisenbahnhochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal.

Erst ab Rendsburg ist die Eider wieder als Fluss zu erkennen. Dort informiert ein zwei Kilometer langer Pfad über die Ökologie der Eider. Bis zum Bau einer Staustufe bei Friedrichstadt in den 1930er-Jahren lag Rendsburg im Einfluss der Tide an der Nordsee. Am alten Packhaus verband eine Schleuse den Kanal zur Ostsee mit dem Unterlauf der Eider. Sollten Waren über den Fluss weitertransportiert werden, mussten sie an dieser Stelle auf geeignete Schiffe umgeladen werden. Heute ist die Verbindung gekappt, Schiffe können durch den Gieselaukanal vom Nord-Ostsee-Kanal in die Eider gelangen. Allerdings nutzen nur wenige Handelsschiffe diese längere und schmalere Route zur Nordsee. Sie ist fest in der Hand von Freizeitkapitänen und Wassersportlern in Kanus oder Ruderbooten.

Campingplätze und Häfen in kleinen Orten

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Das Dorf Bergenhusen ist bekannt dafür, dass dort viele Störche nisten.

Von Rendsburg an fließt die Eider in unzähligen Windungen durch eine flache, ruhige Wiesenlandschaft. Nur gelegentlich erhebt sich ein Geestrücken. Der Fluss wird immer breiter und wirkt stellenweise mit fast 300 Metern mächtig. Am Ufer haben sich Campingplätze und kleine Sportboothäfen auf Touristen eingestellt, wie im Luftkurort Süderstapel mit seinen malerischen Reetdachhäusern. Etwa auf halber Strecke zur Nordsee nähert sich die Eider Bergenhusen. Der kleine Ort mit rund 700 Einwohnern hat in jedem Jahr zahlreiche Störche zu Gast. Rund ein Dutzend brüten dort regelmäßig, denn sie finden in der Niederung zwischen Eider, Treene und Sorge reichlich Nahrung.

Friedrichstadt: Holland im Norden

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Eine Grachtenfahrt zeigt Besuchern Friedrichstadt aus der Wasserperspektive.

Östlich von Friedrichstadt bremst ein Wehr mit Schleuse die Eider. Die Anlage wurde um 1935 gebaut und sorgt für einen stabilen Wasserstand im Oberlauf des Flusses. Westlich der Schleuse Nordfeld schwankt der Pegel noch immer im Rhythmus der Gezeiten. Gleichzeitig schützte das Bauwerk die Orte im Hinterland vor Sturmfluten, die das Wasser der Nordsee bis ins Binnenland drückten. Diese Aufgabe hat 1972 das Eidersperrwerk an der Mündung des Flusses übernommen.

Friedrichstadt selbst ist das wohl schönste Städtchen an der Eider. Niederländer erbauten den Ort im 17. Jahrhundert im typischen Holländer-Stil mit Grachten, schnurgeraden Straßen und Giebelhäusern. Eine Grachtenfahrt zählt daher zum Pflichtprogramm für Besucher.

Tönning, das Tor nach Eiderstedt

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Kurz bevor die Eider in die Nordsee mündet, fließt sie durch das hübsche Städtchen Tönning.

Jetzt sind es nur noch wenige Kilometer bis Tönning, wo der zwei Kilometer breite und neun Kilometer lange Mündungstrichter der Eider beginnt. Die Stadt gehört bereits zur Halbinsel Eiderstedt am Nordufer des Flusses und war im 19. Jahrhundert eine bedeutende Handels- und Hafenstadt. Heute setzt sie überwiegend auf Tourismus. Im malerischen Hafen legen Krabbenkutter an, die vom Fang im nahen Wattenmeer zurückkehren.

Eidersperrwerk schützt das Land vor Sturmfluten

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Das Eidersperrwerk mit seinen riesigen Toren ist auch ein attraktives Ausflugsziel.

Für die Eider endet ihre lange Reise quer durch Schleswig-Holstein an der Nordsee: Sie fließt durch das mächtige Sperrwerk, das seit 1973 das Hinterland bei Sturmfluten vor Überschwemmungen schützt. Zusammen mit einem aufgeschütteten Damm und einer Schleuse ist die Anlage fast fünf Kilometer lang. Durch das Sperrwerk verläuft eine Straße mit Klappbrücke, die Dithmarschen mit Eiderstedt verbindet. Auf der Krone können Fußgänger das sehenswerte Bauwerk überqueren und die Aussicht genießen.

Der Fotograf Jan Goedelt fotografiert eine Seeschwalbe

Den Seeschwalben auf der Spur

Nordtour -

Jetzt ist eine gute Jahreszeit, um Küstenseeschwalben am Eidersperrwerk zu beobachten - und zu fotografieren. Dem Naturfotografen Jan Goedelt gelingt das besonders gut.

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Karte: Die Eider zwischen Ostsee und Nordsee
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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 16.08.2018 | 19:00 Uhr

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