Stand: 13.10.2017 15:50 Uhr  - Rute raus, der Spaß beginnt!  | Archiv

Mit der Spinnrute auf Hecht

von Oliver Klebb, NDR.de

Der Wobbler - Klassiker auf Raubfische

Der Klassiker unter den Kunstködern auf Hecht ist der sogenannte Wobbler. Die kleinen Fischchen sind aus Hartkunststoff oder ganz traditionell aus Balsaholz gefertigt. Verschieden geneigte Tauchschaufeln bringen den Köder beim langsamen Einkurbeln auf eine bestimmte Wassertiefe. So eignen sich Modelle mit einer langen und fast waagerecht stehenden Schaufel für das tiefe Fischen in Bodennähe. Wobbler mit kurzer, senkrecht stehender Tauchhilfe sind eher für das oberflächennahe Fischen geeignet. Je nach Tiefe des Gewässers und vermutetem Standplatz der Hechte, sollten verschiedene Modelle im Angelkoffer sein. Mit einem kurzen Zupfer zur Seite, dem sogenannten Twitchen, lässt sich der Köder immer wieder auffällig von seinem Kurs abbringen, das verleiht einen zusätzlichen Reiz.

Blech fängt mit der Countdown-Methode

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Blechköder gehören noch heute zu den beliebtesten Hechtködern. Mit der "Countdown-Methode" lässt sich die Angeltiefe kontrollieren.

Sehr fängig sind außerdem Köder, bei denen ein kleines Metallblatt beim langsamen Einholen um eine Metallachse rotiert - sogenannte Spinner oder Spinnerbaits. Die Rotation erzeugt enorme Druckwellen unter Wasser, die die Hechte mit ihrem Seitenlinienorgan wahrnehmen können. Die gewünschte Tiefe lässt sich befischen, indem Sie den Köder nach dem Auswerfen zunächst in die entsprechende Wasserschicht absinken lassen. Beim ersten Wurf solange mitzählen, bis der Köder den Grund erreicht (Countdown-Methode). Ist der Grund beispielsweise bei acht erreicht, den Köder beim nächsten Wurf bis sieben durchsacken lassen - dann angeln Sie in Bodennähe. Erfolgt kein Biss, die nächste Wasserschicht auf Höhe der sechs absuchen - und so weiter. In gleicher Weise lassen sich auch klassische Hechtblinker führen.

Jiggen mit Gummifisch

In den vergangenen Jahren hat das Angeln mit Gummifischen an einem Bleikopfhaken (Jigs) immer mehr Anhänger gefunden. Gewicht und Größe der Bleiköpfe richtet sich nach der Strömung und der Tiefe des Gewässers sowie der Länge der Gummifische. Als Faustregel gilt: Der Haken sollte am Ende des vorderen Drittels des Köders wieder austreten. Das Gewicht muss so schwer gewählt werden, dass der Gummifisch den Grund bequem an gestraffter Schnur erreicht. Mit drei bis vier schnellen Kurbelumdrehungen lösen Sie den Köder vom Boden und lassen ihn wieder zum Grund absinken. Durch die kleine Schwanzschaufel flattert der Gummifisch dabei verführerisch für den Hecht. Durch einen zusätzlichen Zupfer mit der Rute lässt sich die Absinkphase, in der die meisten Bisse erfolgen, verlängern. Auf Hecht dürfen die Gummis gerne etwas größer sein, auch Köder jenseits der 15 Zentimeter werden gerne genommen. Erfolgreich kann es auch sein, einen Gummifische an einem leichten Jig langsam einzukurbeln, nachdem man ihn zuvor auf die vermutete Standtiefe der Hechte absinken lassen hat.

Farbe und Dekor der Köder

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Ein Hecht hat sich ein Rotauge geschnappt. Bei den Köder-Designs punkten deshalb Dekore, die den Beutefischen entsprechen.

Beim Thema Farben und Dekore der Kunstköder scheiden sich die Geister. Als Grundregel gilt: Fischen Sie gedeckte oder natürliche Farben bei klarem Wasser und/oder hellem Licht, Schockfarben können bei trübem Wasser und/oder trübem Wetter erfolgreich sein. Natürliche Designs, die Beutefische wie das Rotauge nachahmen, von denen sich die Hechte gerade schwerpunktmäßig ernähren, sind ebenfalls immer einen Versuch wert. Hechte verteidigen ihr Territorium gegenüber kleineren Artgenossen, eine Eigenart, die mittlerweile auch die Angelgerätehersteller erkannt haben: Kunstköder im Hechtdesign sollen besonders aggressiv attackiert werden. Viele altgediente Angler fischen auch sehr erfolgreich mit toten Köderfischen wie Lauben auf Hecht. Die Köderfische werden an der Grundmontage, mit ein wenig Styropor leicht auftreibend, oder an einer schweren Hechtpose über Grund schwebend angeboten.

In der Küche: Achtung, viele Gräten!

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In der Küche erlebt so mancher Angler mit seinem erbeuteten Hecht eine böse Überraschung: Viele Y-Gräten müssen aus dem Essen seziert werden.

Hechte haben ein sehr schmackhaftes Fleisch, das aber leider mit sehr vielen Gräten durchsetzt ist. Das Tückische dabei ist die Y-Form, die einem das Essen regelrecht verleiden kann. Mit speziellen Filetiertechniken können Profis dem Grätenproblem beikommen. Eine leckere Alternative für den Normalverbraucher sind Hechtklößchen, bei denen das Fleisch zuvor mit einem Mixer oder einem Fleischwolf zerkleinert und durch ein Sieb gestrichen wird.

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Hecht auf Gemüsebett

Köchin Nicole Schilling gart Hecht am liebsten im Ganzen auf einem Gemüsebett. Durch einen Speckmantel bleibt das Fleisch saftig und bekommt eine deftige Note. mehr

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Hecht - Köstliches Fleisch, viele Gräten

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Dieses Thema im Programm:

Rute raus, der Spaß beginnt! | 14.10.2017 | 17:35 Uhr

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